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Rezepte gegen den Verkehrsstau
Aus 10 vor 10 vom 12.04.2022.
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Kampf der Blechlawine So können Sie Staus auf Autobahnen verhindern

Der Strassenverkehr hat nach Aufhebung der Coronamassnahmen wieder merklich zugenommen. Damit werden auch die Staustunden wieder ansteigen. Für die Nord-Süd-Achse etwa rechnet der TCS für Ostern bereits wieder mit ähnlichen Verhältnissen wie vor der Pandemie. Die Sonnenhungrigen dürften sich also bereits in den nächsten Stunden vor dem Gotthard Richtung Süden stauen.

Der Stau auf Schweizer Strassen ist ein Zeitfresser. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, haben sich auf Schweizer Autobahnen die Fahrzeuge während insgesamt 26'832 Stunden gestaut. Die häufigste Ursache für diese Staus: Verkehrsüberlastung, Unfälle und Baustellen. Wie also können Staus verhindert werden?

Stauforscher Kay Axhausen von der ETH Zürich unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Stau:

  • Systematische Staus – wie etwa der Osterstau vor dem Gotthard. «Sie entstehen, wenn zu viele Menschen zur selben Zeit an denselben Ort wollen.»
  • Kurzfristige Engpässe im Verkehrsfluss – zum Beispiel Rückstaus, die wegen Unaufmerksamkeit oder Ablenkung entstehen. «Diese kurzfristigen Engpässe führen zu lokalen Staus.»

Bei systematischen Staus gebe es für Betroffene nur die Möglichkeit, den Stau entweder in Kauf zu nehmen, oder aber zu einem anderen Zeitpunkt zu fahren, sagt Axhausen gegenüber SRF. Das einzige, was hier Abhilfe schaffen würde, wäre die Kapazität der Strassen auszubauen.

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Lokale Staus, systematische Staus: Der Stauforscher zu den Ursachen
Aus News-Clip vom 12.04.2022.
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Jede Fahrerin und jeder Fahrer kann aber dazu beitragen, dass es zu weniger kurzfristigen Engpässen im Verkehrsfluss kommt. Zu solchen Staus kommt es vor allem aus folgenden Gründen:

Zu dichtes Auffahren

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Legende: SRF

Fahren Autos bei hohem Verkehrsaufkommen zu nahe hintereinander, kommt es oft zu abrupten Bremsmanövern. Das führt zu einer Kettenreaktion, zu sogenannten Stauwellen.

Für die nachfolgenden Fahrzeuge entstehen diese Staus oft praktisch aus dem Nichts. Stauforscher Axhausen: «Solche Staus tauchen immer wieder auf. Die Folgen sind in der Regel aber nicht allzu schwerwiegend. Der Stau löst sich mit der Zeit wieder auf.»

Plötzlicher Spurwechsel

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Legende: SRF

Ein Fahrzeug wechselt im dichten Verkehr mehr oder weniger unvermittelt die Spur – etwa um einem einspurenden Fahrzeug Platz zu machen. Die Fahrzeuge müssen bremsen, die Fahrzeuge dahinter stauen sich.

Unaufmerksamkeit / Ablenkung

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Legende: SRF

Eine weitere Quelle für lokale Staus sind Unaufmerksamkeiten der Fahrerinnen und Fahrer. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Stau auf der Gegenfahrbahn eines Unfalls durch Gaffer. Aber auch andere Formen von Ablenkung können zu unvorhergesehenen Bremsmanövern führen. Axhausen: «Man kümmert sich um das Geschrei der Kinder hinten im Fahrzeug oder man antwortet dem Beifahrer – und plötzlich macht man einen kleinen Fahrfehler. Das führt dazu, dass man vielleicht bremst.»

Die optimale Fahrweise

Um stockenden Verkehr oder gar den Stillstand auf Autobahnen zu verhindern, empfehlen Stauexperten folgende Fahrtipps:

  • Zügiges Einspuren und Einfädeln
  • Abstand halten, grössere Lücken zwischen Fahrzeugen nicht schliessen
  • Keine ständigen Spurwechsel

In nicht allzu ferner Zukunft sieht Stauforscher Axhausen zudem eine Erhöhung der Strassenkapazität durch selbstfahrende Fahrzeuge: «Diese Fahrzeuge werden mit einem konstanten Abstand fahren können. Und diese ganzen kleinen Fahrfehler wird es nicht mehr geben.» Dadurch werde der Verkehr stabiler und konsistenter.

Allerdings befürchtet er, dass das Autofahren so nochmals deutlich billiger werde. Und so die höhere Kapazität durch mehr Verkehr wieder aufgefressen werde.

10vor10, 12.04.2022, 21:50 Uhr

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