Zum Inhalt springen

Kanye West provoziert «400 Jahre Sklaverei klingt für mich nach einer Wahl»

Mit einem Kommentar zur Sklaverei in einem bizarren Interview sorgt der US-Rapper für Empörung.

Legende: Video Kanye Wests Kommentar zur Sklaverei abspielen. Laufzeit 0:59 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 02.05.2018.

Im Interview mit einem amerikanischen Internetportal behauptete der 40-Jährige am Dienstag, Sklaverei sei eine Wahl gewesen. «Wenn man von über 400 Jahre langer Sklaverei hört: 400 Jahre lang? Das klingt für mich nach einer Wahl.»

Heftiger Widerstand

Ein schwarzer Mitarbeiter des Magazins protestierte leidenschaftlich gegen West. «Du hast eine grosse Verantwortung, Bruder», sagte er. «Der Rest von uns muss in der Gesellschaft mit diesen Bedrohungen und der Ausgrenzung leben, die mit 400 Jahren Sklaverei einhergehen, die du als freie Wahl unserer Leute bezeichnest.» Er fühle sich «unglaublich verletzt». Auch auf Twitter hagelte es Kritik.

Nachträgliche Relativierung

West - ein prominenter Anhänger von US-Präsident Donald Trump - räumte später auf Twitter ein: «Natürlich weiss ich, dass Sklaven nicht aus freien Stücken auf ein Boot verfrachtet wurden.»

Er fügte noch hinzu: «Aber so lange in dieser Position zu bleiben, obwohl wir eine grosse Masse auf unserer Seite hatten, zeigt, dass wir mental gefangen waren.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Hass, Neid, Missgunst, Verachtung, nur einige Begriffe die immer wieder in Zusammenhang mit Rap auftauchen. Nicht bei allen Rapern, wohl verstanden. Ich frage manchmal, wie soll sich die Jugend entwickeln, wohin wird sie Lebensreise führen, wenn sie derartige Gefühle in und durch die Musik erlebt? Ich frage mich aber auch, wohin haben wir, doe vorgängigen Generationen unsere Welt gebracht, dass diese Emotionen so weit verbreitet sind in der Jugend, selbstberständlich geworden sind?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Wer regelmäßig auf pitchfork.com unterwegs ist, weiß: Kanye ist komplett hinüber!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Tom Steinemann (Tom Steinemann)
    Wie eigentlich bei allem scheint mir etwas Wahrheit in beiden Positionen vorhanden zu sein. Trotzdem liegt meine Sympathie klar beim engagiert widersprechenden Journalisten. Kanye West ist ein Überprivilegierter, wie auch Obama, selbstverständlich. Für die ist es einfach, sie haben kaum unter der täglichen Diskriminierung zu leiden. Es ist hier ähnlich wie mit dem "The Secret"-Zeug: Mit unerschütterlichem Willen kannst du alles erreichen? Nicht, wenn du im Slum von Mumbai geboren wirst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen