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Legende: Audio China: Neues Ethik-Komitee prüft Games abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
03:47 min, aus SRF 2 Kultur Live vom 21.12.2018.
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Komitee prüft Games in China Zu freizügige Frauen, Blut und Gemetzel

Ein neues chinesisches Sitten-Komitee prüft Games: Ein Grossteil muss korrigiert werden, zwei Top-Titel sind verboten.

Bis vor kurzem stand der Game-Markt in China still. Seit März sind keine neuen Games herausgekommen, was der chinesischen Game-Industrie grosse Einbussen bescherte. Nun hat ein neues «Ethik-Komitee für Online Games» zwanzig Online-Multiplayer-Games überprüft, mit dem Resultat: Elf müssen nachgebessert werden, bevor sie erscheinen dürfen, die restlichen neun sind verboten. Zuerst war nicht klar, um welche Titel es sich handelte, bis im Internet eine inoffizielle Liste, Link öffnet in einem neuen Fenster auftauchte.

Laut dieser Liste gehören zwei Games zu den verbotenen Titeln, die weltweit äusserst beliebt sind und Millionen spielen: «Fortnite» (Epic) und «PlayerUnknown's Battlegrounds» (Bluehole). Andere Klassiker müssen nachbessern, Titel wie «Diablo», «World of Warcraft» und «Overwatch» (alle von Blizzard) sowie «League of Legends» (Riot). Letztere beide sind in China ebenfalls sehr beliebte E-Sport-Titel.

Zu freizügige Frauen und Geschichtsverfälschung

In China werden bereits andere Medien zensiert oder verboten, etwa Filme, Bücher und TV-Serien. Die geprüften Games werden nun nach ähnlichen Kriterien beurteilt: Zu freizügige Frauen, Geschichtsverfälschung, Blut, Gemetzel und unharmonische Chaträume sind alles aufgeführte Gründe. Letzteres bezieht sich auf einen Slogan der chinesischen Regierung. Eine «harmonische Gesellschaft» («hexie shehui») soll nach der Ideologie der kommunistischen Partei Chinas funktionieren.

«Unharmonische Chaträume»

«Unharmonische Chaträume» sind Chaträume ausserhalb der Kontrolle der Regierung. In den letzten Jahren hat die Überwachung von privaten Gruppen-Chats in den sozialen Medien bereits , Link öffnet in einem neuen Fensterstark zugenommen, Link öffnet in einem neuen Fenster. Kein Wunder, gehören da auch Chaträume in Games dazu. Denn nichts fürchtet die chinesische Regierung mehr, als dass sich Bürgerinnen und Bürger über Stadt- und Provinzgrenzen hinweg unkontrolliert miteinander vernetzen. Das gilt nicht nur für Gamerinnen und Gamer, sondern auch für andere zivile Bewegungen, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Ethik-Komitee: Das Nadelöhr für Games

Der Publikationsstopp seit März hatte zudem einen anderen Grund. Seitdem gab es einen grösseren Umbau in der Organisation der staatlichen Medienproduktion und -kontrolle. Bislang war die SAPPRFT (State Administration for Press Publications, Film, Radio Television) für die Zulassung der Medien zuständig, Online-Games gehörten jedoch nicht dazu, Link öffnet in einem neuen Fenster. Mit der Restrukturierung fallen nun alle Zulassungen samt Ethik-Komitee unter das Propaganda-Ministerium, das wiederum dem Zentralkomittee unterstellt ist, dem Präsident Xi Jinping vorsteht.

Für die chinesische Game-Industrie dürfte es künftig noch schwieriger sein, in China Games zu publizieren. Zum einen, weil das Propaganda-Ministerium als zuständige Behörde noch stärker in die Game-Inhalte eingreifen kann. Zum anderen, weil es schlichtweg zu viele Games gibt. Wöchentlich kommen hunderte neue auf den Markt, die alle von diesem einzelnen Ethik-Komitee überprüft werden sollen, dessen Mitglieder noch nicht bekannt sind: Ein äusserst kleines Nadelöhr für viele, viele Spiele.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Christian Halter  (Halterius)
    Ich vermute die Mitglieder dieses Kommitees müssen jetzt jedes einzelne Game durchspielen...äh ich meine "prüfen".
    Vielleicht ist ja im Abspann ein "Winnie the Pooh" versteckt! Was dass für eine ausserordentlich schreckliche Tragödie sein könnte! *Sarkasmus off* XD
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