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Zucker drin und trotzdem gesund?
Aus Espresso vom 15.07.2021.
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Lebensmittel-Ampel «Grüne» Bewertung trotz viel Zucker

Die Lebensmittel-Ampel Nutri-Score zeigt, ob ein Produkt ausgewogen ist oder nicht. Doch das System hat seine Tücken.

Beim Einkaufen fiel einem «Espresso»-Hörer kürzlich auf, dass auf den Emmi Caffè Latte die Lebensmittel-Ampel Nutri-Score aufgedruckt ist. «Dabei sah ich, dass sowohl der Macchiato als auch der Zero ein grünes B erhalten. Dabei ist doch bekannt, dass diese Kaffee-Getränke wahre Zuckerbomben sind. Wie kann das sein?»

Zunächst: Nutri-Score ist eine freiwillige Lebensmittel-Ampel. Dabei werden die positiven Zutaten eines Lebensmittels wie Früchte, Gemüse, Nüsse oder Eiweiss mit den negativen wie Zucker, Salz oder Fett gemäss Inhaltsangaben verrechnet. Je nach Resultat gibt es eine Bewertung von «A» (grün) bis «E» (rot).

Dabei werden jeweils nur Lebensmittel der gleichen Kategorie untereinander verglichen – also Joghurts mit Joghurts, Fertigpizzen mit Fertigpizzen oder eben Milch-Kaffee-Getränke untereinander. Es gibt keinen Vergleich unterschiedlicher Lebensmittel.

Fast so viel Zucker wie Coca-Cola

Der Milchverarbeiter Emmi hat den Nutri-Score auf den Caffè-Latte-Produkten Anfang Jahr eingeführt. Dabei erhalten die Caffè-Latte-Produkte fast immer ein grünes «B».

Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass diese Getränke wahre Zuckerbomben sind. In einem Macchiato oder Cappuccino hat es pro Deziliter ähnlich viel Zucker drin, wie in einem Glas Coca-Cola. Nicht gerade ausgewogen.

Dass trotzdem ein grünes «B» auf der Verpackung prangen kann, liegt an der Milch. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zählen die Caffè Latte von Emmi nämlich nicht zu den Getränken, sondern zu den Lebensmitteln.

Dies, weil sie mindestens 80 Prozent Milch enthalten. «Da die Milch eine wichtige Protein- und Calciumquelle ist, wurde entschieden, solche Getränke als Lebensmittel und nicht als Getränke zu betrachten.»

BLV sucht nach einer Lösung

Die Erfahrung zeige aber jetzt, dass der Zuckergehalt so im Vergleich zu den Getränken zu wenig Gewicht bei der Berechnung des Scores erhalte, heisst es beim BLV weiter.

Das heisst, das positive bewertete Eiweiss, neutralisiert quasi den vielen Zucker und sorgt so für die gute Bewertung. Man sei sich des Problems bewusst und suche nach einer Lösung, so das BLV.

Warum jedoch wird der zuckerreiche Latte Macchiatto ebenso mit einem grünen B bewertet, wie der Double Zero, mit nur halb so viel Zucker? Dazu muss man wissen, dass es in der Milch von Natur aus Zucker hat, den Milchzucker. Und das ist nicht wenig. Bei einem Becher von 2,3 Deziliter sind es etwa zwei Würfelzucker. Es steht zwar Zero drauf, das entspricht aber nicht der ganzen Wahrheit.

Espresso, 15.07.2021, 08:13 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Doppelhofer  (AnDoHo)
    Wenn ich Lebensmittel will, dann gehe ich zum Bauern, oder auf den Markt!! Wenn nicht, dann in den Supermarkt! Und muss 80% der Waren aussortieren, die nicht in Frage kommen, da sie meiner Gesundheit nicht dienlich sind! Also wird Einkaufen zeitaufwendiger und komplizierter!
    Ich lasse “alles”was in einer Verpackung aus Plastik daherkommt weg, oder vorgefertigte Produkte! Ich habe mal die Artikel, die E-nummern drauf haben untersucht. 80% ist nicht Konsumierbar Mein Körper dankts und die Umwelt
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Vorgefertige, verpackte Produkte: Reis, Mehl, Zucker, Butter, Olivenöl, Fleisch, Tofu, etc.
      Von was wollen Sie sich bei dieser Regel noch ernähren? Kartoffeln und Gemüse? Alles andere kommt in irgend einer Form Verarbeitet und oder Verpackt zu Ihnen nach Hause ;-)
  • Kommentar von Patrick Fuhrer  (derFu)
    Ernährungswissenschaft + Lobbyismus + Politik = nur teuer und bringt nichts.
  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    Seitdem ich (wir) den Kaffee "schwarz" trinke -und meistens zu Hause aus der Kolbenmaschine- weiss ich, "wie" Kaffee schmeckt. Ebenso lasse ich auch schon sehr lange das "UHT-Rähmli" weg.

    Dem Post von Angela Nussbaumer kann ich nur zustimmen.
    Und ich glaube, dass den Kindern in den Schulen das "Ampelsystem" aufgezeigt wird.
    Da hat die Nestlé-Lobby in Bern ganze Arbeit geleistet, ähnlich wie in Berlin.
    1. Antwort von Bobby Senn  (Hardcorehansi)
      seien wir fair, die meisten mögen den geschmack von kaffee nicht, deshalb versetzen sie ihn mit milch/rahm und/oder zucker, um ihn halbwegs geniessbar zu machen!
    2. Antwort von Angela Nussbaumer  (Angela N.)
      Genau, Nestlé-Lobby und ihresgleichen. Da kämen wir dann zum allerwichtigsten Lebensmittel, dem Wasser. Keine einzige CH-Partei, kann mich jedenfalls nicht erinnern, revoltierte, als Nestlé z. B. Henniez aufkaufte oder Coca Cola sich Valser einverleibte, um nur zwei Schweizer Mineralquellen zu erwähnen. Mehr brauche ich dazu nicht mehr zu schreiben, ausser, dass ich auch keine Nestlé-Produkte mehr kaufe. Selbst wenn DIE Schweizer Senf-Marke nun eben auch nicht mehr in meinem Kühlschrank lagert.