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Das Wetter im Jahr 2019
Aus Tagesschau vom 18.12.2019.
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Meteorologische Bilanz So verrückt spielte das Wetter 2019

2018 war das wärmste Jahr in der Schweiz seit Messbeginn 1864 – doch auch 2019 kann sich sehen lassen. Ins Bild passt der Sommer mit ausgeprägten Hitzewellen und Temperaturen bis 38 Grad.

Das Jahr 2018 übertraf bezüglich Temperaturen fast alles. Es war beidseits der Alpen das wärmste Jahr seit Messbeginn, und zwar deutlich. Doch auch das Jahr 2019 kann sich diesbezüglich sehen lassen.

Zweitwärmstes Jahr im Süden

2019 war es im Süden fast gleich warm wie im Rekordjahr 2018. Sowohl in Lugano (TI) als auch in Locarno liegt 2019 zusammen mit 2015 auf Platz 2. Auch in Genf war das zu Ende gehende Jahr das zweitwärmste.

Im Norden lag 2019 rund 2 Grad über dem Referenzmittelwert der Jahre 1961 bis 1990. An den meisten Orten liegt 2019 damit im Bereich der Top 5.

Vertrocknete Sonnenblumen.
Legende: Die Hitzewellen im Juni und Juli sorgten auch für Probleme in der Landwirtschaft. SRF

Nur der Mai tanzte aus der Reihe

Im Vergleich zur relevanten Norm war nur der Mai zu kühl: Ausgerechnet der Wonnemonat lag im Norden rund 1.5 Grad unter der Referenz, im Süden entsprach er gerade dem Mittelwert. Die übrigen Monate lagen oberhalb der Norm.

Auf den kühlen Mai folgte der zweitwärmste Juni überhaupt. Nur 2003 war es im Juni noch wärmer als in diesem Jahr. In der Ostschweiz und auf den Bergen war es zum Teil 5 bis 6 Grad wärmer als sonst, im Westen und Süden waren es 4 Grad. Am 30. Juni zeigte das Thermometer in Sitten einen Wert von 37.0 Grad an. Das war die bisher höchste Junitemperatur überhaupt in unserem Land.

Jahresrekord: 38 Grad

Die Hitzewelle Ende Juni sorgte vor allem auf den Bergen für Rekorde im Multipack. 15 Stationen verzeichneten die absolute Höchsttemperatur seit Inbetriebnahme der entsprechenden Station.

Rekorde gab es beispielsweise in Davos (GR), Scuol und in Grächen (VS). Absolut herausragend war aber der Wert auf der Cimetta, oberhalb von Locarno. Dort wurde ein Wert von 29.7 Grad gemessen, notabene auf 1660 Metern über Meer. Damit wurde der alte Höchstwert aus dem Hitzesommer 2003 um sagenhafte 3.5 Grad übertroffen.

Im Juli folgte aber schon eine zweite, noch ausgeprägtere Hitzewelle. In Sitten wurden am 24. Juli 38.0 Grad gemessen. Das war in Sitten die höchste je gemessene Temperatur überhaupt und gleichzeitig auch der Jahreshöchstwert in der Schweiz. Der Rekord für die Alpennordseite von 39.7 Grad, gemessen in Genf im Jahre 2015, blieb aber unangetastet, der nationale Rekordwert von 41.5 Grad, gemessen in Grono (GR) im Hitzesommer 2003 sowieso.

Das bleibt in Erinnerung

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Zu Beginn des Jahres gab es ergiebige Niederschläge und zum Teil Rekordschneemengen. In Davos wurden am 15. Januar 1.40 Meter Schnee gemessen. Das war ein absoluter Januarrekord an dieser Station. Auf den Bergen war der Januar der kälteste seit 1985.

Im Frühling sorgten vor allem aussergewöhnliche Schneefälle in tiefen Lagen für Schlagzeilen. Am 4. April stand im Kanton Uri der Verkehr still – insgesamt fielen 35 Zentimeter Neuschnee. Am gleichen Tag litt in Glarus auch die Näfelserfahrt unter starkem Schneefall.

Die Glarner hatten gleich doppelt Pech, denn auch an der Landsgemeinde am 5. Mai fiel wieder Schnee. Im Mai gab es überdies auch immer wieder Frost. In Ebnat Kappel wurden im Mai 13 Tage mit Bodenfrost und 6 Tage mit Hüttenfrost (Minustemperaturen 2 Meter über Boden) verzeichnet.

Der viele Schnee auf den östlichen Bergen führte im Juni zum Teil zu Hochwasser. Die Kombination aus Schmelzwasser und Starkregen liess das Landwasser zum Teil über die Ufer treten, und auch der Alpenrhein führte Hochwasser.

Im Herbst waren besonders die heftigen Stürme ein Thema. Auf den Bergen lagen die Spitzenwerte bei 160 Kilometern pro Stunde, aber auch in Meiringen wurde eine Böe mit einem Wert von 138 Kilometern pro Stunde am 23. November gemessen. Das war der sechsthöchste Wert an jener Station. Föhnböen in Orkanstärke gab es in Meiringen aber schon am 22. und am 14. November.

Südlich der Alpen gab im November vor allem der Schnee zu Reden. In Sta. Maria im Münstertal lagen am 17. November 71 Zentimeter Schnee, das war für jene Station ein neuer Novemberrekord, und auch in Samedan gab es einen neuen Novemberrekord.

Selten kalt

Kaltphasen werden in unserem Land immer rarer. Der offiziell tiefste Wert des Jahres wurde am 19. Januar in La Brévine im Neuenburger Jura mit -28,4 Grad verzeichnet. Ähnlich kalt war es am 25. Januar im Engadin. Zu jenem Zeitpunkt wurden auf dem Flugplatz Samedan -27,4 Grad gemessen. Im Mittelland lag die tiefste Temperatur bei -10,4 Grad, gemessen in Aadorf (TG) am 5. Februar.

Zugeschneite Palmen.
Legende: Schnee gab es auch im Tessin – hier in Montagnola – und das auch in tiefen Lagen. SRF Augenzeuge / Regula Gomaa

Graue Maus Südtessin

Was die Sonnenstunden angeht, war 2019 nicht überall ein erfreuliches Jahr. Im Südtessin war vor allem die zweite Jahreshälfte eine trübe Angelegenheit. So gehört 2019 etwa für Lugano zu den fünf sonnenärmsten Jahren überhaupt – doch gleichzeitig war es dort auch das zweitwärmste Jahr.

Nördlich der Alpen machte die Sonne aber fast überall Überstunden. In Genf zeigte sich die Sonne mehr als 20 Prozent häufiger als in einem Durchschnittsjahr, in St. Gallen waren es sogar fast 30 Prozent. Der Überschuss ist aber vor allem auf eine äusserst sonnige erste Jahreshälfte zurückzuführen.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von David Brunner  (db)
    Für die Schweiz mag die Erwärmung auch problematisch sein, aber anderswo sind die Probleme viel schwerwiegender. Ich habe eine Zeitlang in Tanzania gelebt. Dort konnten sich die Bauern während langer Jahre fast auf den Tag genau auf die einsetzende Regenzeit verlassen. Viele Bauern versicherten mir, dies sei seit einigen Jahren nicht mehr so, die Regenzeit könne sich um Wochen verzögern - mit schwierigen Folgen: die Leute dort können ihre Lebensmittel nicht einfach im nächsten Migros kaufen.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Vermutlich wird das Wetter jedes Jahr gewisse Extreme aufweisen!
    Auch die 4 Jahreszeit en wie wir sie Jahrzehnte lang kannten wir es so nicht mehr geben!
    Also wird uns nicht, anderes übrig bleiben als uns anzupassen!
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  • Kommentar von Remo Tschanz  (remotschanz)
    In letzter Zeit lese ich beim wetterbericht viel "Temperatur über dem langjährigen Durchschnitt". Was ist langjährig? Hebt nicht jedes neue Rekordjahr den Durchschnitt an?? Auf welche Referenz kann man sich verlassen?
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    1. Antwort von David Brunner  (db)
      Der Artikel gibt die Antwort: "... über dem Referenzmittelwert der Jahre 1961 bis 1990." Sie können auch irgend eine andere Periode nehmen, wenn Sie wollen, z.B. 1971-2000, oder 1961 - 2010: die grundsätzliche Aussage, dass die letzten Jahre überdurchschnittlich warm waren, bleibt.
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