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Ein rot-weisser Helikopter versprüht Insektizid über einer Grünfläche, hinten Wald.
Legende: Mücken kann man auch von oben bekämpfen. Derzeit wird das aber nur im Tessin gemacht. Keystone/Symbolbild
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Panorama Mit dem grossen Brummer gegen die kleinen Summer

An manchen Orten in der Schweiz verderben einem Mücken den lauen Sommerabend – in naturnahen Auengebieten zum Beispiel. In den betroffenen Gebieten werden mit Helikoptern Insektizide gespritzt. Umweltschützer sehen das eher kritisch.

Sie sind lästig, diese Mücken. Zwar hatten wir diesen Frühling und im bisherigen Sommer viel Regen. Aber es war viel zu kühl, um nun von einer flächendeckenden Mückenplage zu sprechen, sagt Mückenexperte Alexander Mathis von der Universität Zürich: «Mückenplagen können tatsächlich dort auftreten, wo es Überschwemmungen gegeben hat, wo die sogenannten Überschwemmungsmücken massenhaft geschlüpft sind.»

Mücke ist nicht gleich Mücke

Vor allem diese Überschwemmungsmücken geben zur Zeit zu reden. Sie legen ihre Eier in feuchten Gebieten ab, die regelmässig überschwemmt werden, zum Beispiel in den Thurauen im Kanton Zürich oder in der Magadino-Ebene im Tessin.

Audio
«Von einer Mückenplage sind wir weit weg»
01:50 min, aus Info 3 vom 11.07.2016.
abspielen. Laufzeit 01:50 Minuten.

Im Tessin werden die Plagegeister zur Zeit mit bakteriellem Insektizid bekämpft – gespritzt aus dem Helikopter, wie gestern in der «NZZ am Sonntag» zu lesen war.

Der Gewässerschutzverband Aqua Viva ist skeptisch gegenüber dieser Art der Mückenbekämpfung. Geschäftsführerin Antonia Eisenhut gibt zu bedenken: «Grundsätzlich ist es ein Nervengift. Es geht zum Teil auch auf Nichtzielorganismen. Es werden auch andere Tiere geschädigt, nicht nur die Mückenlarven.»

Bewilligung des Bundes nötig

Für die Thurauen im Kanton Zürich, ein Naturschutzgebiet, haben Aqua Viva und die Behörden dennoch einen Kompromiss gefunden, was solche Helikopter-Einsätze angeht. «Wir haben von Seiten des Naturschutzes und von Seiten des Kantons die Belastung der Anwohner gesehen und haben uns dann geeinigt», so Eisenhut.

Der Einsatz von bakteriellen Insektiziden braucht die Bewilligung des Bundes. Für die Thurauen ist zur Zeit kein Einsatz geplant. Es hat noch viel zu wenig Mückenlarven in den Gewässern und entsprechend auch keine Mückenplage.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Perverser gehts nicht! Die Ausrottung der Nützlinge wie beispielsweise Vögel, Amphibien und Reptilien wird unter vielen anderen Ursachen vor allem gefördert durch Pestizide.
  • Kommentar von Rainer Fauser  (Rainer Fauser)
    Gegen Mücken helfen z.B. Schwalben, Fledermäuse, "insect free" (googeln) und das Erschlagen mit der Hand. Großflächig ausgebrachte Insektizide sind naturzerstörerisch und mit Nebenwirkungen behaftet, die mehr Schaden als Nutzen hervorbringen. Mal ganz abgesehen vom Abgasgift und dem Lärm der Helikopter.
  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Die Mücken (unvergiftet) braucht es auch noch als Vogelnahrung.