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Nach Bürger-Befragung Juncker will Winterzeit abschaffen

Legende: Video «Die Menschen wollen das, wir machen das» (Quelle: ZDF) abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.08.2018.
  • EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will die Zeitumstellung in der EU zwischen Winter- und Sommerzeit kippen.
  • Konkret soll es die Winterzeit künftig nicht mehr geben. «Die ewige Sommerzeit wird kommen», so Juncker in einem Interview im ZDF.
  • In einer Online-Umfrage hatten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für eine dauerhafte Sommerzeit gestimmt.
  • EU-Parlament und EU-Staaten müssten einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission aber noch zustimmen. Erst vier Länder haben sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen.

Er werde in der Kommission für die Abschaffung werben, kündigte Juncker im ZDF-«Morgenmagazin» an. «Das werden wir heute beschliessen», sagte er mit Blick auf die laufende Kommissionsklausur.

Es wäre sinnlos, die Menschen erst zu einem Thema zu befragen, und dann, wenn es einem nicht passe, dem nicht zu folgen. Bei der EU-weiten Online-Umfrage hatte sich die überwältigende Mehrheit der 4,6 Millionen Teilnehmer dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung aufzugeben. Die Ergebnisse waren im Laufe der Woche bereits durchgesickert.

Bislang hatte die EU-Kommission stets betont, die Umfrage sei weder bindend noch repräsentativ. Den Auftrag zur Prüfung der Sommerzeit hatte das EU-Parlament im Frühjahr erteilt.

Rückhalt aus dem Parlament

Wenn die Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt, müssten EU-Parlament und EU-Staaten noch zustimmen. Der Rückhalt des Parlaments gilt als sicher. Unter den EU-Staaten sei die Lage nicht ganz so eindeutig, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Liese diese Woche. Aber: «Ich sehe auch da keine Mehrheit gegen die Abschaffung.»

Einige EU-Länder haben sich ohnehin schon positioniert. Litauen, Estland und Lettland sprachen sich ebenso für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus wie Finnland. Von Deutschland ist bislang keine Position bekannt.

Vor allem Deutsche nahmen an Umfrage teil

Die Online-Befragung war in Deutschland auf besonderes Interesse gestossen. Von den 4,6 Millionen Teilnehmern kamen rund drei Millionen aus der Bundesrepublik. Den Auftrag zur Prüfung der Sommerzeit hatte das Europaparlament im Frühjahr erteilt.

Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Eigentlich soll das Tageslicht besser genutzt und dadurch Energie gespart werden. Der tatsächliche Nutzen ist umstritten.

In der Schweiz gilt die Sommerzeitverordnung

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Nach Einführung der Sommerzeit in Europa 1973 wurde ennet der Schweizer Grenze während Jahren an der Uhr gedreht. Erst 1981 passte sich die Schweiz den Nachbarländern an. Seit 1985 gilt die offizielle Sommerzeitverordnung, Link öffnet in einem neuen Fenster des Bundesrates. «In der Schweiz wird die Sommerzeit für den gleichen Zeitraum festgelegt wie in der Europäischen Union», heisst es dort in Artikel 1.

Die Zeitumstellung geht auch so manchem SRF-User auf den Wecker. In einer nicht-repräsentativen Online-Umfrage hatten sich 74 Prozent für deren Abschaffung ausgesprochen. Eine Mehrheit will dabei ganz bei der Sommerzeit bleiben.

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125 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Das will das Schweizer Volk ? --Im Sommer wo der Tag ja aus Astronomischen Gründen schon lange genug ist, will man eine Stunde früher anfangen - der Irrsinn der Sommerzeit wird noch deutlicher , wenn man dann im Winter gleich früh wie im Sommer, bei grosser Kälte und Dunkelheit, Nebel etc. auf event. verschneite Strassen muss ( Unfallgefahren erhöht ) und die Kinder gähnend am Morgen in den Klassen sitzen und im Dunkeln heim. Die Kühe und restlichen Tiere noch schlafen ! Ist sowas Fortschritt ?
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Fortsetzung muss man nun die Sommerzeit einführen, weil sich die Gesellschaft mehr für Sport, Fan und Spiele ausgerichtet hat. Wie ich lesen konnte begrüsst man ja die Sommerzeit, weil die Fussballspiele oft bis 22 Uhr gehen. Ja vielleicht gibt es in der heutigen Zeit mehr Nachtschwärmer, da die Müdigkeitserscheinung nicht gross ist durch leichtere Arbeitsverhältnisse. Für Kinder und Arbeitende sieht dies vielleicht anders aus,da der Schulbeginn und die Arbeitszeiten am morgen erhalten bleiben.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Wer hat sich mit den eigentlichen Biorhythmen der Menschen, Tiere, Fauna usw wirklich befasst. Der Tag hat 24 Std. mit der Umstellung auf Sommerzeit wurde jedes mal eine Std. vor geschoben, also der erste Tag der Umstellung hat demnach 23 Std. Diese Std. ist für einige Menschen eine grosse Umstellung, weil es einige Zeit braucht dies körperlich zu akzeptieren. Darum ist die Zeit Umstellung wirklich ein Problem. Gab es in früheren Zeiten wirklich so viele Probleme mit der Normal-/Winterzeit?
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