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Legende: Video Hunderte Helfer suchten nach dem Jungen (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 26.01.2019.
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Nach zweiwöchiger Suche Zweijähriger tot im Brunnen gefunden

Das ist passiert: Seit dem 13. Januar haben Rettungsteams in der Region Malaga nach dem in einem 107 Meter langen Brunnen verschollenen Julen gesucht. Seit heute Nacht ist klar: Der kleine Junge hat nicht überlebt.

Der Rettungsversuch: Retter hatten versucht, zu dem Kind in dem extrem engen, nur 25 Zentimeter breiten Schacht vorzudringen. Allerdings gab es keine Lebenszeichen von ihm, zudem war unklar, in welcher Tiefe des Loches es sich befand.

Die Hoffnung: Nicht nur die Eltern, die 2017 bereits einen Sohn verloren hatten, haben lange auf ein Wunder gehofft. Noch am Donnerstagabend waren Hunderte Anwohner aus dem Ort zu einer Mahnwache zusammengekommen, um für das Kind zu beten. Experten hatten versichert, dass es nicht ausgeschlossen war, das Kind lebend zu finden.

Menschenansammlung auf einer Strasse
Legende: Mahnwache für Julen: Bürgerinnen und Bürger der Region nahmen Anteil am Schicksal des Zweijährigen. Keystone

Die Hindernisse: Besonders bei der Bohrung eines Parallel-Tunnels war es zu immer neuen Verzögerungen gekommen, weil die Retter auf extrem hartes Gestein stiessen. Experten betonten, normalerweise seien für eine solche Aktion, bei der 40'000 Tonnen Erde abgetragen wurden, Monate nötig.

Seit Donnerstagabend hatten erfahrene Bergarbeiter unter schwierigsten Bedingungen vom Grund des Parallelschachts aus einen vier Meter langen horizontalen Tunnel gegraben, um zu Julen vorzudringen. Sie konnten dabei 36 Stunden lang nur kniend oder liegend in Zweier-Teams arbeiten und kämpften sich mit Spitzhacken und Presslufthämmern durch den Felsen. Mehrmals waren Mikrosprengungen nötig, so noch am späten Freitagabend, als die Spezialisten nur noch wenige Zentimeter von Julen trennten.

Bei Kameraaufnahmen war im Schacht eine Tüte mit Süssigkeiten entdeckt worden, die Julen bei sich hatte, später waren Haare des Jungen gefunden worden. Mehr als 300 Retter hatten sich an den Bergungsarbeiten beteiligt.

Fahrzeuge und Menschen
Legende: Hunderte Helfer beteiligten sich mit schwerem Gerät an der Bergungsaktion. Keystone

Die traurige Gewissheit: Nach tagelangen Bohrungen wurde der Junge in einer Tiefe von mehr als 70 Metern gefunden. «Die Einsatzkräfte haben um 1.25 Uhr den unglücklicherweise leblosen Körper des Kleinen lokalisiert», twitterte der Delegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien, Alfonso Rodríguez Gómez de Celiz, der den Eltern sein Beileid aussprach.

Nachricht über den Fund von Julen

Die Reaktionen: Die spanische Zivilgarde schrieb: «Leider haben wir es trotz aller Bemühungen so vieler Menschen nicht geschafft... Ruhe in Frieden Julen.» Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Trauertweet der spanischen Zivilgarde

Der Hintergrund: Der 107 Meter lange Schacht wurde laut den Behörden auf der Suche nach Wasser ohne Genehmigung gegraben. In Spanien ist das keine Seltenheit. Im Gegenteil: Nach Schätzung der Umweltorganisation Greenpeace gibt es im ganzen Land über eine Million solcher illegaler Löcher.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    Mein Beileid an die Eltern und an alle diejenigen, die sich mit vollem Einsatz während 13 Tagen zum leider leblosen Kind durchgekämpft und buchstäblich einen Berg versetzt hatten. Unendlich traurig ein Kind zu verlieren, mehr noch, dieser Schock und die Vorstellung, dass man dem Kind nicht beistehen kann, ein Zustand zwischen Bangen und Hoffen. Der kleine Julen möge in Frieden ruhen; es ist zu hoffen, dass die Eltern in dieser unendlich schweren Zeit in aller Stille um ihn trauern dürfen.
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  • Kommentar von Peter Amthauer  (Peter.A)
    So tragisch das alles ist. So gut gemeint all die Vorschläge hier sind. Der Mensch ist nicht perfekt. Er ist vielmehr fehlerhaft. Und derartiges wird immerwieder passieren. Daran können dementsprechend auch alle Bemühungen, Unglücke zu verhindern, nichts ändern.
    MfG
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  • Kommentar von Irtimid Wonnoque  (Irtimid W.)
    Man kritisiert die manglende Sachkunde der Retter und glaubt dabei, mit Gebet und Schutzengeln den Missständen beizukommen. Zu welch einer Denkfaulheit und Duckmäusertum die Religion eben verleiten kann! Mit Verlaub - einmal aufs Land begeben und die offenliegenden Löcher bedecken oder mehr auf seine Kinder aufpassen oder aktivere Teilnahme am politischen und sozialen Leben oder kritischeres Revidieren seines Konsumverhaltens wären weitaus hilfreicher, als hinterher in Schwärmen zu beten.
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    1. Antwort von M. Berger  (Mila)
      Ihr Post irritiert, Irtimid W. Was hat dieseTragödie mit aktiver Teilnahme am sozialen Leben und dem Konsumverhalten zu tun? Gemeinsames Beten hat in der Situation sicher nicht mit Duckmäusertum zu tun, sondern mit der Suche nach Trost und Beistand in der Gemeinschaft. In Spanien beteiligt man sich eben weit mehr am sozialen Leben als hier. Die Kritik von anderer Seite an den Rettungsmassnahmen ist ebenso fehl am Platz. Die Mineure aus Asturias sind erfahrene Bergleute, ihnen gebührt Respekt.
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    2. Antwort von Evita Eberhard  (Evita Eberhard)
      " in Schwärmen beten", ha ha, gratuliere zu dieser Wortwahl. Genau so ist es. Sich dafür einzusetzen, dass Spanien eine funktionierende Wasserversorgung hat und diese illegalen Brunnen erst gar nicht gegraben werden müssen, wäre natürlich weit anstrengender als zu beten :)
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