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Léa Pereyre mit ihrem Lieblingskostüm, das die Drohne in einen Fisch verwandelt.
abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
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Neue Berufe Die Drohnenkostüm-Designerin

Drohnenkostüm-Designer sorgen dafür, dass die Flugobjekte zu lebendigen Persönlichkeiten mit Charakter werden.

Es gibt angenehmere Klänge als das Geräusch einer Drohne. Man könnte also meinen, diese Flugobjekte hätten in Kultur, Musik und Kunst nichts verloren.

Falsch! Drohnen haben in den letzten Jahren Einzug gehalten auf vielen Bühnen. Im schwarm untermalen sie dort Musik, zeichnen schwebend Figuren in der Luft mit Lichteffekten – und sind ausgestattet mit Kostümen. Damit sieht eine Drohne für die Zuschauer aus wie eine Qualle mit schwingenden Tentakeln, eine fliegende Blume oder ein chinesischer Lampenschirm.

Drohnenkostüm-Designerin: Ein junger Beruf

Die Französin Léa Pereyre sorgt dafür, dass Drohnen zu lebendigen Persönlichkeiten mit Charakter werden. Die 27-jährige übt einen Beruf aus, den sie seit drei Jahren gerade miterfindet: Drohnenausstatterin.

Dieses Kostüm setzt einer Drohne die Krone auf.
Legende: Dieses Kostüm setzt einer Drohne die Krone auf. SRF / Reto Widmer

Lernen konnte sie das Métier nicht, aber dass sie in Lausanne an der Ecole Cantonale d’Art Industriedesign studierte, hilft ihr beim Entwerfen von Drohnenkostümen. Schon in der Ausbildung habe sie gelernt, mit Einschränkungen klarzukommen. Einschränkungen, die es auch bei Drohnen gäbe.

Die vier Propeller etwa, in denen sich ein Drohnenkleid verfangen könne, dessen Aerodynamik oder Gewicht. Fünf Gramm darf ein Kostüm maximal wiegen, damit die Drohne noch abheben kann.

«Alles, was ich als Kostüm entwerfe, hat eine Auswirkung auf die Drohne», sagt Léa Pereyre. Ein voluminöses Kostüm etwa verursache einen grossen Luftwiderstand. Und dann müsse die Drohne schneller fliegen. Sie als Designerin müsse sich also stark den Drohnen anpassen – aber nicht nur. Manchmal erlaube es ein Kostüm auch, die Technologie herauszufordern. «Dann müssen wir herausfinden, wie wir die Technologie verbessern können».

Von der Experimentierphase zum Business

Es sei ein Balanceakt zwischen der Technologie, die sich bis zu einem gewissen Grad an das Kostüm anpassen könne und den physikalischen Einschränkungen. Auch bei den Materialien sei sie beschränkt: In der Regel sind ihre Kostüme aus Papier, geschnitten mit einem Laser oder leichten Kunststoffen, hergestellt mit einem 3D-Drucker.

Da es vor ihr noch niemanden gab, der Drohnenkostüme entworfen hat, musste sie viel experimentieren - und man gab ihr in den ersten Jahren auch die Freiheit dazu. «Als ich hier ankam, ging es darum, die Limits auszureizen, wie weit wir gehen konnten mit den Kostümen», erinnert Léa Pereyre.
Heute wisse sie hingegen genau, was funktioniere - und was nicht in welcher Umgebung. So könne sie Kunden unrealistische Vorstellungen ausreden. Das sei wichtig, damit ein Projekt zum Erfolg werde. Zum Beispiel eine Show im Zirkus Knie, eine Tournee des kanadischen Rappers Drake oder die Neujahrsshow des chinesischen Fernsehens vor Milliardenpublikum.

Mehr Schein als Sein

Inspiration für ihre Kostüme holt sich Léa Pereyre oft bei Mummenschanz, die ohne Musik und Sprache auskommen, aber dennoch so viele Ausdrucksmöglichkeiten hätten - dank den Materialien und Bewegungen.

Diese Lampenschirme schmückten in einer Show die Drohnen. Heute hängen sie in der Kantine von Varity.
Legende: Diese Lampenschirme schmückten in einer Show die Drohnen. Heute hängen sie in der Kantine von Varity. SRF / Reto Widmer

Auch die Natur liefert viele Ideen, etwa die Art, wie balzende Vögel ihr Gefieder präsentieren oder zusammen als Schwarm tanzen. Ganz besonders gefallen ihr Unterwassertiere, die oft eine grosse Show abziehen würden.

«Wie die eine Grösse vorspielen, die sie gar nicht besitzen!» - das sei genau dasselbe bei den Drohnen, so die junge Designerin.

Grösser zu scheinen, als man ist: Mit dem richtigen Kostüm wird auch eine kleine Drohne zum grossen Bühnenstars.

Sendebezug: SRF 3, 19.11.2019, 15:20 Uhr

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