Zum Inhalt springen

Header

Video
Airbnb-Betrüger fälscht Buchungsbestätigungen
Aus Kassensturz vom 05.10.2021.
abspielen
Inhalt

Neue Betrugsmasche Airbnb-Betrüger fälscht Buchungsbestätigungen

1400 Franken Schaden für eine junge Frau. Kassensturz fragt: Wie gut schützt Airbnb Kundinnen und Kunden?

Es hätte gepasst, ein Wochenende im Tessin – daraus wurde nichts, stattdessen gab es einen Riesenfrust. Gabrijela N. wollte mit Freundinnen ein Wochenende verreisen. Auf Airbnb fand sie ein Inserat für ein schönes Haus in Brione sopra Minusio. Das Angebot war nicht günstig: Zwei Nächte für rund 1000 Franken, war an der oberen Grenze für die jungen Frauen. Doch es war Hochsaison. Gabrijela N. kontaktierte den Gastgeber umgehend über das Airbnb-Inserat.

Video
Gabrijela N., Airbnb-Kundin: «Wir hatten das Gefühl hatten, dass ein Superhost verifiziert ist und eine sichere Buchung in dem Sinne garantiert ist.»
Aus Kassensturz vom 21.09.2021.
abspielen

Sogenannter «Superhost»

Tony Gautier war gemäss Inserat ein verifizierter «Superhost», das sind erfahrene und von Airbnb ausgezeichnete Gastgeber. Darauf hat sich Gabrijela N. verlassen, sie ging davon aus, dass ein Superhost eine sichere Buchung garantieren würde. Doch der Gastgeber trickst sie aus: Er schreibt, er müsse zuerst den Airbnb-Buchungskalender auf den neusten Stand bringen, erst dann könne sie das Haus buchen. Dann schickt er eine Reservationsbestätigung, mitsamt Rechnung.

Stellungnahme Airbnb

Box aufklappen Box zuklappen

Zum konkreten Fall schreibt Airbnb:

«Es handelt sich um einen Einzelfall, bei dem ein bösartiger Akteur auf ein echtes Superhost-Konto zugegriffen hat, indem er die korrekten Anmeldeinformationen verwendet hat, die anderweitig kompromittiert wurden, z. B. durch eine Phishing-E-Mail oder Malware. Wir informieren darüber, wie es zu dieser Kontoübernahme kommen kann und was wir tun, um Nutzern zu helfen, ihre persönlichen Daten online zu schützen und Kontoübernahmen zu verhindern.»

Weiter schreibt das Unternehmen:

«Wir tolerieren keine gefälschten oder irreführenden Inhalte auf Airbnb. Das Angebot wurde von unseren Sicherheitssystemen erkannt und von der Plattform entfernt. Damit Gastgeber und Gäste geschützt sind, erinnern wir sie daran, nur über die Airbnb-Plattform zu kommunizieren und zu bezahlen.

Wir haben uns mit der Nutzerin in Verbindung gesetzt, um sie zu unterstützen und den Fall zu klären. Bisher sind mehr als 900 Millionen Gäste auf Airbnb gereist und einzelne Vorfälle sind selten.»

Gabrijela N. meint, das sei eine normale Airbnb-Nachricht und überweist die Miete auf ein Konto in England, total 1354 Euro, inklusive Depot. Sie sagt, auf der Rechnung wäre das Airbnb-Logo gewesen und sie wäre nicht misstrauisch gewesen.

Keine Hilfe von Airbnb

Der Betrug fliegt auf, weil der Superhost Tony abtaucht. Doch von Airbnb bekommt Gabrijela keine Hilfe, weil sie ausserhalb der Plattform Geld überwiesen hat. Martin Steiger ist Anwalt und auf Internet-Rechtsfragen spezialisiert. Er kann nachvollziehen, dass Gabrijela N. dem Gastgeber vertraut hat. Er kritisiert: «Wenn da Formulierungen stehen wie ‹Superhost›, ‹verifiziert›, ‹ist schon seit Jahren als Gastgeberin tätig›, dann müsste man sich darauf verlassen können.»

Dass die Airbnb-Plattform von Betrügern missbraucht wird ist nicht neu, «Kassensturz» berichtete bereits 2015 darüber. Deshalb macht die «Kassensturz»-Reporterin einen «Selbstversuch» und will wissen, wie gut schützt Airbnb Kunden und wie sorgfältig kontrolliert Airbnb Inserate von neuen Gastgebern.

Neue Inserate müsste man zuverlässig und vertieft prüfen. So könnte man viele Betrugsmaschen verhindern.
Autor: Martin Steiger Internet-Rechtsexperte

Airbnb-Inserat online ohne zusätzliche Prüfung

Gemäss der Anleitung auf der Airbnb-Homepage lässt sich innerhalb von wenigen Minuten ein Inserat kreieren. Als Versuch werden Fotos vom SRF-Studio platziert. Es gibt entsprechend keine Übernachtungsmöglichkeit, keine Betten. Obwohl das Angebot bei jeder Prüfung auffliegen müsste, wird es publiziert und online gestellt. Innerhalb von Stunden melden sich erste Interessenten. Fazit des Tests: Es erstaunt, dass ein Inserat ohne zusätzliche Prüfung aufgeschaltet werden kann.

Internet-Rechtsexperte Martin Steiger fordert, dass Airbnb bei der Aufschaltung von neuen Inseraten mehr Verantwortung übernimmt: «Neue Inserate müsste man zuverlässig und vertieft prüfen. So könnte man viele Betrugsmaschen verhindern.»

Gabrijela N. ist enttäuscht, dass die Buchungsplattform dem Betrug nicht nachgehen wollte. Sie hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Als «Kassensturz» bei Airbnb anfragt, kommt die Plattform Gabrijela N. entgegen und offeriert ihr einen Gutschein in der Höhe von 1400 Franken.

Tipps von Airbnb

Box aufklappen Box zuklappen

Gäste können hier lernen, wie man Airbnb nutzt, um eine Unterkunft zu finden und zu buchen.

Weitere Informationen zur Verifizierung von Inseraten finden Sie hier und hier, und mehr darüber, was wir tun, um betrügerische Inserate zu verhindern, hier.

Airbnb unternimmt eine Reihe von Massnahmen, um die Sicherheit auf der Plattform zu gewährleisten:

Wir nutzen Technologien und Verhaltensanalyseverfahren, um zu verhindern, dass Betrüger die Plattform nutzen. Wir verfügen über ein Echtzeit-Risikoerkennungssystem, das mit Hilfe von maschinellem Lernen Risikosignale auswertet, um Betrüger zu erkennen und zu stoppen.

Das Bewertungssystem von Airbnb ermöglicht es Nutzern, Bewertungen von Gästen, Gastgebern oder Häusern vor der Buchung einzusehen. Bewertungen können erst nach Abschluss einer Buchung abgegeben werden, um sicherzustellen, dass das Feedback authentisch ist und auf echten Erfahrungen beruht.

Um die Sicherheit von Gastgebern und Gästen zu gewährleisten, halten wir die Zahlung für einen Aufenthalt bis 24 Stunden nach dem Check-in des Gastes zurück, bevor wir sie an den Gastgeber freigeben. Das schützt vor Betrügern. Wenn ein Gast in ein Angebot eincheckt, das nicht unseren Standards entspricht, buchen wir ihn um oder erstatten ihm den vollen Betrag.

Kassensturz, 05.10.21, 21:05 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Samuel Müller  (Samuel Müller)
    Ähnliche Erfahrungen. Dann super anständige Kommunikation und Zusage von AirBnB für Rückvergütung. Nur, es ist nie was zurück gekommen …
  • Kommentar von Beat Neuenschwander  (Beat N)
    Es ist immer das selbe Verhalten bei all diesen Plattformen, egal ob booking, Airbnb oder über. Man schreibt zwar alles vor, nimmt viel Geld dafür ist dann bei Problemen nur der Vermittler und weist jede Verantwortung von sich. Das ist eine billige Masche, die so eigentlich nicht durchgehen dürfte. All diese Plattformen sind äusserst praktisch, aber müssten halt endlich auch eine gewisse Verantwortung übernehmen müssen.
  • Kommentar von Nunzio DiResta  (Nunzio)
    Die Schaffung einer übernationalen Gerichtsbarkeit könnte hier und bei vielen anderen Herausforderungen der neuen, digitalen Realität hilfreich sein. Das Problem, viele glauben tatsächlich diesen neuen Herausforderungen über den Rückzug in überkommene, nationalstaatliche Befindlichkeit Herr [sic!] zu werden. Viele verlorene Jahre zum hauptsächlichen Nutzen der rein auf Profit ausgerichteten Interessen.