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Digitalisierung made in China: Das Mobiltelefon als Marktplatz
Aus Kassensturz vom 05.01.2021.
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Neue Verkaufskanäle Digitalisierung made in China: Das Mobiltelefon als Marktplatz

Um Märkte zu meiden setzten die Chinesen auf Live-Videoverkauf. Hier gibt es alles zu haben, vom Gemüse bis zum Auto.

Die Coronakrise hat die Digitalisierung vorangetrieben. Sie ist aber nicht nur im Homeoffice angekommen, sondern längst auch auf dem Ackerland. Zum Beispiel bei den Bäuerinnen und Bauner der ostchinesischen Provinz ShAndOng.

Wegen Corona finden die Märkte, auf denen sie normalerweise ihre Ernte an den Kunden bringen können, nicht statt. Sie müssen ihre Äpfel, Kirschen, Pflaumen und Kürbisse auf anderen Wegen anpreisen. Viele nutzen dafür die Vorzüge der Digitalisierung, in Form einer Online-Marktplattform. Zhang Keke betreibt eine solche Plattform und verkauft für rund 60 Bauern Ware direkt ab Feld. Als wir sie besuchen, steht sie inmitten von Kürbissen und ruft in ihr Handy: «Willkommen auf diesem Kürbisfeld, meine Freunde! Ihr könnt die Kürbisse bereits jetzt bestellen. Sie werden gerade gepflückt und sind ganz frisch.»

Kürbisse auf dem Feld
Legende: Kürbissaison: Noch nicht mal geerntet und schon verkauft. ABE

Dank Videochat verkaufen Bauern mehr

Und das lohnt sich: 27'000 Interessierte haben sich zugeschaltet. Früher konnte die Gemüsebäuerin maximal 100 Kilogramm Kürbisse pro Tag auf dem Markt verkaufen. Mit dem Onlinekanal verkauft sie jetzt bis zu 2500 Kilo an einem Tag.

Wohl auch dank der Werbetrommel, die die Onlinevermarkterin fleissig rührt. Zum Beispiel mit einer Live-Kürbisverkostung für die Internetnutzer. Zhang Keke schwärmt ins Handy: «Die Haut ist sehr dünn, man muss sie nicht einmal schälen! Der Kürbis ist weich, er ist köstlich!»

So hat sie heute über ihren Video-Chatkanal in zwei Stunden rund eine Tonne Kürbisse verkauft. Für ihre Arbeit verlangt sie eine Umsatz-Provision. Geliefert wird vor allem in die Stadt, erklärt die innovative Onlineverkäuferin: «Ich bin eine Brücke zwischen Stadt und Land und fühle mich ein bisschen wie eine Heiratsvermittlerin.» Dank des effizienten Liefersystems in China erhalten die Kunden ihre Kürbisse nach maximal drei Tagen – frisch vom Feld.

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Künftige Online-Händler lernen von erfahrenen Live-Video-Verkäuferinnen. Landwirt Mo Zhigi ist begeistert.
Aus Kassensturz vom 05.01.2021.
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Staat unterstützt Landwirte bei Livevideo-Verkäufen

In China geben 560 Millionen Internetnutzer an, dass sie Produkte per Livevideo kaufen. Innerhalb eines Jahres hat sich das Handelsvolumen fast verdreifacht.

Vom Boom profitieren alle Wirtschaftssektoren: Produzenten von Schönheitsprodukten, Meeresfrüchten, Mobiltelefonen, Möbeln, und sogar Anbieter von Weltraumraketen verkaufen ihre Dienstleistungen inzwischen per Livevideo.

Auch die chinesische Regierung unterstützt die Verbreitung von Livevideo-Verkäufen: In ihrem Auftrag organisiert beispielsweise der E-Commerce-Riese Jindong regelmässig kostenlose Schulungen für Landwirte.

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Studiogespräch mit Jan-Egbert Sturm, Professor für Wirtschaftsforschung ETH Zürich (Teil 2)
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Kassensturz, 05.01.2021, 21:05 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Meier  (Umdenken jetzt)
    Nicht den Verkaufskanal muss man ändern sondern die Anbauweise, dass erreicht man so aber sicher nicht da der Konsument die Kürbisse von verschiedenen unbekannten Herstellern bekommt.
  • Kommentar von Ulrich Müller  (Üelu)
    Online Kürbisse zu verkaufen, wie Beispiel China zeigt, finde ich sehr gut. Ob sowas in der Scheiz gleichermassen funktioniert wage ich zu bezweifeln. Die Schweizer möchten was sie kaufen wollen zuvor mit den Händen begutachtet haben; zum Beispiel Tafeltrauben.
  • Kommentar von Ulrich Müller  (Üelu)
    Online Kürbis verkaufe Beispiel China finde ich sehr gut