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NFTs auch in der Musikbranche
Aus Digital Podcast (MP3) vom 10.03.2021.
abspielen. Laufzeit 06:59 Minuten.
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NFT-Hype NFTs: Ein Tweet für 2.5 Millionen

Sogenannte Non-Fungible Tokens (NFTs) erfreuen sich steigender Beliebtheit. Egal ob digitale Kunst, Tweets oder Sammelkarten: NFTs haben viele Formen und erzielen im Internet Millionengewinne.

Der CEO von Twitter, Jack Dorsey, ist gerade dabei, seinen ersten Tweet für einen mehrstelligen Millionenbetrag über einen Non Fungible Token (nicht austauschbare Tokens, kurz NFT) im Internet zu verkaufen. NFTs sind digitale Besitzurkunden, die auf der Blockchain verwaltet werden.

Der Tweet von Dorsey ist ein Stück Internet-Geschichte, das genau eine Person für sehr viel Geld schon bald sein Eigen nennen darf. Der Rest der Welt kann den gleichen Tweet weiterhin völlig kostenfrei auf der Social Media Plattform einsehen.

Dieser geschichtsträchtige Tweet steht gerade zum Verkauf:

Ein Paradigmenwechsel im Kunstmarkt

Diese Technologie fasziniert nicht nur Nerds wie den Twitter-Chef. Kürzlich ist der traditionsreiche Kunst- und Antiquitätenhändler Christie’s in den Handel mit NFTs eingestiegen. Zum ersten Mal wurde von einem renommierten Händler ein NFT versteigert, der den Besitz an einem Kunstwerk nachweist, an einer rein digitalen Collage, Link öffnet in einem neuen Fenster des Künstlers Mike Winkelmann alias Beeple. Der Preis des Werkes stieg in Rekordzeit von 100 auf 69'346'250 Dollar.

Was macht diese Collage so attraktiv? Sicherlich die Tatsache, dass sie als das erste digitale Werk in die Kunstgeschichte eingehen wird, das je bei einem traditionellen Auktionshaus verkauft wurde.

Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Wie für alle Objekte gilt auch für NFTs: Sie sind immer so viel wert, wie ein Liebhaber bereit ist dafür zu bezahlen. Weil man nicht verhindern kann, dass digitale Kunstwerke beliebig kopiert werden, interessierten sich Käufer bis anhin nicht dafür. Das ändert sich mit NFTs.

Blockchain als Grundlage

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Die Blockchain ist eine dezentrale Buchhaltung, die auf unzähligen Computern parallel geführt wird. Ein Consensus-Mechanismus stellt sicher, dass niemand ein Kontoblatt verändern kann. Ein Non Fungible Token (NFT) ist ein einzigartiger Eintrag in dieser Blockchain-Buchhaltung. Niemand kann diesen Eintrag löschen, verändern oder kopieren. NFTs eignen sich deshalb als Nachweis eines Besitzanspruches.

NFTs könnten den Kunstmarkt verändern: Jeder kann über NFTs seine Werke verkaufen – Kuratoren oder Tastemaker braucht es dazu nicht. Die neuen digitalen Urkunden führen so zu einer Dezentralisierung und Demokratisierung der digitalen Kunst.

Doch nicht nur digitale Kunst wird über NFTs gehandelt. Aktuell versuchen unterschiedliche Akteure mit unterschiedlichen Ideen auf den dampfenden Hypetrain aufzuspringen, der das schnelle Geld verspricht.

Im Vergleich dazu sind einzelne Pixel, die von findigen Usern für über 1000 Dollar verkauft werden, fast schon ein Schnäppchen.

NFTs sind nicht auf digitale Güter beschränkt, auch Gegenstände wie Sammelkarten lassen sich als NFT handeln.

Ein Modell mit Zukunft?

NFTs ermöglichen eine einzigartige digitale Identität, die niemand verändern, löschen oder kopieren kann.

Während digitale Kunst nicht für alle eine sinnvolle Investition ist, hat das NFT-Modell auch in anderen Bereichen grosses Potenzial.

Denn nicht nur virtuelles Eigentum kann mit dieser Technologie eindeutig zugeordnet werden. So kann man beispielsweise auch wichtige Meilensteine wie Schulabschlüsse auf der Blockchain eindeutig festhalten und fälschungssicher nachweisen.

Die Anfänge der NFTs

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Cryptopunks und Cryptokitties, die Anfänge der NFTs.
Legende: CryptoPunks und CryptoKitties Kollage SRF Digital

Von Cryptopunks und Cryptokitties:

NFTs sind kein neues Phänomen, bisher wurden sie allerdings fast ausschliesslich von hartgesottenen Kryptofans auf sehr abstrakte Weise genutzt. Den Anfang machten 2017 die Cryptopunks knapp gefolgt von den populären Cryptokitties.

Cryptopunks sind digitale Bilder von pixeligen Köpfen. Ein Algorithmus hat 2017 genau 10'000 dieser Cryptopunks generiert. Ursprünglich waren die Bilder gratis. Jeder, der bereits damals über ein Ethereum-Wallet verfügte, konnte sich Exemplare eines Cryptopunks sichern.

Die limitierten Cryptopunks basieren auf der Ethereum-Blockchain und gelten als Inspiration für den ERC-721 Standard, der heute von den meisten NFTs verwendet wird. Dieser verlangt, dass ein Token einzigartig und daher nicht austauschbar ist.

Im Durchschnitt generiert ein Cryptopunk heute rund 20'000 Dollar. Einzelne Exemplare der limitierten Punks erzielen Preise von über einer Million Dollar.

Viele Besitzer benutzen ihre digital erworbenen Bilder als Profilbild auf diversen Plattformen. Die Grafik wird so zum digitalen Statussymbol.

Cryptokitties gelten ebenfalls als einer der ersten Vertreter der frühen NFTs. Eine Art Onlinespiel, in dem Teilnehmer virtuelle Katzen sammeln, züchten und auf der Ethereum-Blockchain handeln können. 2019 wickelte Cryptokitties mehr als zwei Millionen Blockchain-Transaktionen ab, mehr als jede andere App auf der Ethereum-Blockchain.

SRF 3 vom 10.3.2021

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