Zum Inhalt springen
Inhalt

Nobelpreis für Physik Erstmals seit 55 Jahren wieder eine Frau ausgezeichnet

  • Der Nobelpreis für Physik 2018 geht an Arthur Ashkin (USA) sowie an Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada).
  • Sie erhalten den Preis für ihre bahnbrechenden Erfindungen im Bereich der Laserphysik.
  • Damit geht der Nobelpreis für Physik zum ersten Mal seit 55 Jahren unter anderem wieder an eine Frau.
  • Der mit 1,01 Millionen Dollar dotierte Preis wird von der königlich schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehen.
Legende: Video Nach 55 Jahren erhält wieder eine Frau den Nobelpreis abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.10.2018.

Arthur Ashkin bekommt den Preis für die Entwicklung optischer Pinzetten und ihre Anwendung in biologischen Systemen. Deren «Finger aus Laserstrahlen» können Partikel, Atome oder Moleküle greifen. Selbst Viren, Bakterien und andere lebende Objekte können damit festgehalten und untersucht werden – ohne dass sie dabei Schaden nehmen.

In vielen Laboren würden heute solche Laserpinzetten eingesetzt, um biologische Phänomene zu untersuchen, etwa Proteine, molekulare Motoren, DNS oder das Innenleben von Zellen, heisst es in der Begründung des Nobelkomitees. Sie eröffneten neue Möglichkeiten, die Maschinerie des Lebens zu beobachten und zu kontrollieren.

Gérard Mourou und Donna Strickland erhalten die Auszeichnung für ihre Methode zur Erzeugung von hochintensiven, ultra-kurzen optischen Pulsen. Das französisch-kanadische Forscherduo entwickelte in den 1980er Jahren ein Verfahren, Laserpulse zu verkürzen und zu verstärken. Dieses wird inzwischen nicht nur in der Forschung eingesetzt, sondern auch in der Medizin, etwa bei Augenoperationen.

Eine Auszeichnung für Männer

Die Kanadierin Donna Strickland ist erst die dritte Frau, die den Physik-Nobelpreis erhält. Vor Strickland haben nur die Französin Marie Curie (1903) und die Deutsche Maria Goeppert-Mayer (1963) den Physik-Nobelpreis erhalten. Beide hatten sich den Preis wie Strickland mit je zwei Männern geteilt.

Am Montag waren bereits die Preisträger in Medizin bekanntgegeben worden: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo erhalten dieses Jahr die höchste Medizin-Auszeichnung für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

Sie hatten entdeckt, dass bestimmte Proteine als eine Art Bremse auf das Immunsystem wirken und es von der Bekämpfung von Tumorzellen abhalten – und Methoden dafür entwickelt, diese Bremse zu lösen.

Dieses Jahr kein Literaturnobelpreis

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Freitag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers. Der Literaturnobelpreis fällt in diesem Jahr nach einem Skandal in Nobelpreis-Komitee aus. Dafür soll er 2019 an zwei Autoren vergeben werden.

Am kommenden Montag ist dann die Wirtschaft dran. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Der Nobelpreis

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der Nobelpreis geht auf das Testament von Dynamiterfinder Alfred Nobel zurück. Die Nobelpreise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung beträgt derzeit 9 Millionen Kronen (991’211 Franken). Neben drei wissenschaftlichen Preisen für Neuerungen in der Physik, Chemie und Medizin gibt es Auszeichnungen für Literatur und Friedensbemühungen. Der Friedensnobelpreis kann auch an Organisationen verliehen werden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Es gibt eine Frau die ein sehr wichtiges Buch geschrieben hat, NZZ hat es kürzlich vorgestellt, es erzählt von der Kriese in der Teilchenphysik, schon gut das sie dieses Jahr die Lasertechnik ehren, die Technik hat ganz allgemein sehr viel Fortschritt gemacht. Sabine Hasenfelder : Das hässliche Universum. Die Physikerin rechnet darin mit der Teilchenphysik ab und ich denke zu Recht, hat sich da jemand verrannt, das frage ich mich auch schon länger, doch solche Kriesen lassen auf Durchbrüche hoff
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Albert Friedery (A. Friedery)
    Zu wenig Nobelpreis-Frauen? Man sollte vielleicht auch hier eine zwingende Quotenregelung installieren... Sowas würde sich auch eignen, dem offensichtlichen Manko an Afrikanern unter den Preisträgern ein Ende zu bereiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel Schümperli (Daniel Schümperli)
      Beim Nobelpreis geht es nicht um Ausgewogenheit sondern um wissenschaftliche Bedeutung (was nicht unbedingt mit Qualität zu tun hat). Es geht darum, dass eine Entdeckung die Wissenschaft oder die menschliche Wohlfahrt wesentlich voran gebracht hat. Dann dürfen noch maximal drei PreisträgerInnen ausgezeichnet werden und diese müssen noch am Leben sein.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die SRF-Schlagzeilen ohne femokratisches Beigemuese werden immer seltener....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen