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Notstand am Nordpolarmeer Eisbären machen russische Arktis-Insel unsicher

Legende: Video «Angriff» der Eisbären in der russischen Arktis abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
Aus 10vor10 vom 11.02.2019.
  • Wegen einer «Invasion aggressiver Eisbären» hat die russische Arktis-Insel Nowaja Semlja den Notstand ausgerufen.
  • Mittlerweile haben die Behörden mit der Vertreibung begonnen.

Es werde Technik eingesetzt, die Geräusche mache, um die Tiere von der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer zu verscheuchen. «Es gibt jetzt weniger Bären. Wir können sie aber wegen eines Schneesturms nicht zählen.» Der Notstand bleibe bestehen, sagte ein Vertreter der Ortsbehörde der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

Besuch in Häuser und Büros

Die Behörden hatten die Warnung am Samstag im Gebiet Archangelsk veröffentlicht. Mindestens 52 Tiere wurden zuletzt in der Nähe der Siedlung Beluschja Guba gesichtet. Einige dieser Bären seien Menschen bereits nahegekommen und hätten Häuser und Büros besucht, hiess es zur Begründung.

Im Internet wurden Videos dazu veröffentlicht: Eisbären in einem Hausflur neben Kinderwagen, Bären, die durch ein Fester schauen oder auf einer Müllhalde nach Futter suchen.

Karte.
Legende: Die russische Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer. SRF

«Es gibt kein Eis mehr»

Der Behördenvertreter führte die hohe Zahl der Eisbären in den Siedlungen der Insel auf den Klimawandel zurück: «In den 1980er-Jahren ist das Eis um Nowaja Semlja herum auch im Sommer nicht vollständig geschmolzen. Aber jetzt, wenn man Satellitenbilder betrachtet, gibt es kein Eis mehr. Im Winter bildet es sich vor der Küste erst spät.»

Auf der Suche nach Futter kämen die Bären zu den Mülldeponien, sagte er der Agentur Interfax zufolge. «Bis 2020 planen wir, alle Mülldeponien vollständig zu beseitigen und eine Verbrennungsanlage zu bauen.» Seit fast 40 Jahren wohne er auf der Insel, erklärte er und ergänzte: «So viele Bären gab es noch nie.»

Auf der Doppelinsel, auf der auch russisches Militär stationiert ist, leben rund 3000 Menschen.

Futter in den Menschen-Siedlungen

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Experten vom Sewertsow-Institut für Ökologie und Evolution in Moskau verwiesen als Grund für die Bären-Invasion, dass die Tiere in den Siedlungen Futter fänden. «Da es Behälter mit geniessbarem Abfall gibt, hören sie auf zu wandern.» Dem Wissenschaftler zufolge wurden in der Gegend so viele Eisbären wie noch nie gesichtet. Durch das Schmelzen des arktischen Eises wanderten die Tiere zunehmend nach Süden, um an Land nach Nahrung zu suchen.

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