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Ozonloch so klein wie noch nie – was ist die Ursache?
Aus SRF 4 News aktuell vom 23.10.2019.
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Ozon-Bericht der Nasa Ozonloch über dem Südpol so klein wie bei Entdeckung

Höhere Temperaturen in der Stratosphäre stoppten den Abbauprozess. Mit den Klimaschutz-Massnahmen hat es nichts zu tun.

Das Ozonloch reisst auf der Südhalbkugel jedes Jahr im September auf und erreicht normalerweise eine Grösse von bis zu 20 Millionen Quadratkilometern. 2019 wurden maximal 16 Millionen Quadratkilometer gemessen. Das Ozonloch war damit so klein wie bei der Entdeckung im Jahr 1982, wie Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilen.

Die Grösse des Ozonlochs variere von Jahr zu Jahr ein wenig, erklärt Stefan Reimann, Atmosphären-Chemiker an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). Die diesjährige Lage sei aber speziell und letztmals 2002 beobachtet worden.

Im September 2006 erreichte das Ozonloch über der Antarktis die bisher grösste Ausdehnung (Nasa-Computergrafik).
Legende: Im September 2006 erreichte das Ozonloch über der Antarktis die bisher grösste Ausdehnung (Nasa-Computergrafik). imago images

Zu warm für Ozon-Abbau

Der Grund für das Phänomen: Die Luft in 30 Kilometern Höhe in der Stratosphäre war laut Reimann dieses Jahr mit minus 50 bis minus 60 Grad Celsius vergleichsweise warm. Damit der Ozon-Abbauprozess im Frühling in der Südhemisphäre stattfinde, brauche es aber Temperaturen von mindestens minus 78 Grad.

Wie ist die Nachricht zu bewerten?

Je kleiner laut Reimann das Ozonloch in der Stratosphäre ist, desto weniger trifft harte UV-Strahlung auf die Erde, etwa an der Südspitze Australiens oder in Neuseeland.

Aufs Ganze gesehen kommt es laut Reimann aber darauf an, wieviel der mittlerweile verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) noch in der Atmosphäre sind. Mit einer Lebensdauer von 50 bis 100 Jahren nimmt die Belastung durch die Spraygase nur langsam ab: «Wenn es also nächstes Jahr in der Stratosphäre wieder gleich kalt ist wie in den letzten Jahren, wird das Ozonloch wieder grösser werden.»

Das Klima findet weiter unten statt

Mit den Anstrengungen zum Klimaschutz beziehungsweise gegen die Klimaerwärmung könne die diesjährige Ozon-Lage über der Antarktiks nicht in Verbindung gebracht werden, so Reimann. Denn das Klima werde vor allem durch Kohlenstoffdioxid (CO2) und andere Treibhausgase beeinflusst, und zwar in der untersten, zehn Kilometer hohen Schicht der Erdatmosphäre, der so genannten Troposphäre.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Johannes  (johannes.simon)
    Nichts genaues weiss man nicht. Vorhersagen aus dem Ende der Achtziger Jahre erweisen sich als haltlos. Und niemand kann am Südpol selbst nachprüfen...
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  • Kommentar von Werner Christmann  (chrischi1)
    soso, das ist ja interessant. Die Stratosphäre soll also nichts mit dem Klima zu tun haben, sprich sie erwärmt sich ganz unabhängig vom CO2-Ausstoss. Dann müssen doch folgerichtig äussere Einflüsse dazu beitragen. Und diese äusseren Einflüsse machen dann am Ende der Stratosphäre halt? Im Ernst jetzt? Ich vermute, dass sich da nun einige um Kopf und Kragen argumentieren werden und vielleicht ihre Klimaprogrämmli neu einstellen müssen.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Die Temperatur im oberen Teil der Stratosphäre wird durch die Ozonschicht beeinflusst, welches UV Strahlung absorbiert und in Wärme umwandelt. Es gibt kaum einen Luftaustausch zwischen der Stratosphäre und der Troposphäre, in welcher sich der, durch den Menschen verursachten, Treibhauseffekt abspielt. Ozon ist auch in der Troposphäre vorhanden aber eben solcher, welcher vom Menschen stammt. Es muss sich Niemand um Kopf und Kragen argumentieren wenn man weiss, wie das System funktioniert.
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    2. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Christmann, schön dass Sie hier auch mitdiskutieren und Herr Müller verteidigen wollen.
      Wie Sie selber schreiben, sind es tatsächlich primär äussere Einflüsse, welche die Stratosphäre erwärmen.
      Ein Teil der Sonnenstrahlen wird in der Stratosphäre von dem hier konzentrierten Ozon (Photolyse von Sauerstoffmolekülen) absorbiert. Die gegenüber der oberen Troposphäre höheren Temperaturen begrenzen vertikale Luftbewegungen und schränken damit das Wettergeschehen auf die Troposphäre ein.
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    3. Antwort von Werner Christmann  (chrischi1)
      sag ich doch, wobei mir die Argumentation Koller besonders gefällt, die da vor Widersprüchen strotzt.
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    4. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Christmann, manche Menschen haben die Grösse, einen Irrtum zu erkennen und einzugestehen. Es ist keine Schande, nicht zu verstehen und zu wissen, wie die Atmosphäre aufgebaut ist und in welchen Schichten welche Reaktionen ablaufen. Aber ab einem gewissen Punkt sollte man sagen können: Sorry, ich habe mich geirrt, danke für die Erklärungen, jetzt habe ich etwas gelernt.
      Da nun im Artikel und in zwei Kommentaren die Sachlage erklärt wurde, frage sich, ob Sie je an diesen Punkt kommen.
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    5. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Ich sehe da keine Widersprüche, denn ja, UV-C, die energiereichste der UV Strahlung macht tatsächlich grösstenteils bei der Stratosphäre halt und hat daher keinen Einfluss auf die Erwärmung der unteren Atmosphäre. UV-A und UV-B reagieren aber durchaus mit dem Ozon in der Troposphäre aber es wäre gar nicht in dem Ausmass vorhanden, wenn wir es nicht emittieren würden resp. deren Vorläufersubstanzen. Ohne Sonne gäbe es auch keinen wirklichen Treibhauseffekt aber das muss ich ja wohl nicht erklären
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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    da sieht man, dass es geht: beim fckw greifen die verbote mehr und mehr. es ist höchste zeit, mit weiteren schädlichen stoffen auch aufzuräumen.
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