Unerwartet schnell haben zwei Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) am Samstag ihren ersten Ausseneinsatz zur Reparatur eines Kühlsystems absolviert. Nach fünfeinhalb Stunden im Weltraum - eine Stunde früher als geplant - kehrten die US-Astronauten am Samstagabend zurück an Bord.
Bei dem Einsatz erledigten die Astronauten Rick Mastracchio und Mike Hopkins bereits Arbeiten, die für den zweiten Weltraumspaziergang am Montag vorgesehen waren, wie die NASA mitteilte. Den Astronauten gelang es den Angaben zufolge, die defekte Ammoniakpumpe zu lösen. Weil sie schnell vorankamen, konnten sie ausserdem noch die Pumpe ausbauen.
Teamarbeit im Weltall
«Hervorragende Arbeit und sehr schnell», sagte während der laufenden Arbeiten ein Mitarbeiter im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehrde NASA in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Der japanische Astronaut Koichi Wakata steuerte von der ISS aus den 15 Meter langen Roboterarm, der Mastracchio und die 350 Kilogramm schwere, kühlschrankgrosse Ammoniakpumpe bewegte. Als Mastracchio das 350 Kilogramm schwere Teil fasste, konnte er nicht sehen, wohin es geführt wurde. Mit Hilfe Wakatas konnte er die defekte Pumpe verstauen. Am Montag soll die neue Pumpe eingesetzt werden.
Weltraumspaziergang an Weihnachten
Für den 53-jährigen Mastracchio war es bereits der siebte Weltraumspaziergang, für den 44-jährigen Hopkins der erste. Dank Kameras auf den Helmen der Astronauten konnte die NASA Bilder des Ausseneinsatzes übertragen. Die NASA hatte bis zu drei Ausseneinsätze eingeplant. Der dritte Einsatz wäre, wenn nötig, am ersten Weihnachtsfeiertag.
Der Fehler im Kühlkreis war am 11. Dezember aufgetreten. Eine Reparatur von der ISS aus funktionierte nicht, weshalb sich die NASA zu den Ausseneinsätzen entschloss.
Keine Gefahr für Besatzung
Die Reparatur ist notwendig, um die Temperatur der Klimaanlage stabil zu regeln. Auf der ISS gibt es noch einen zweiten Kühlkreis, der normal funktioniert. Aber eine Anlage allein reicht nicht aus, um die gesamte ISS zu klimatisieren. Daher musste die Kühlung in einigen Bereichen gestoppt werden.
Die NASA versicherte stets, dass die Besatzung zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war.