Zum Inhalt springen

Header

Video
In Übersee drohen horrende Spitalkosten
Aus Kassensturz vom 19.04.2022.
abspielen. Laufzeit 8 Minuten 11 Sekunden.
Inhalt

Reiseversicherung In Übersee drohen horrende Spitalkosten

Ausländische Spitäler verrechnen teils horrende Tarife. Reisende müssen auf den richtigen Versicherungsschutz achten.

Ingenieur Philippe Crépellière war beruflich in den USA, als er schwere Gleichgewichts-Probleme bekam. Er suchte die nahegelegene Notfallstation auf, wo die Ärzte verschiedene Untersuchungen durchführten: 2 CTs, mehrere EKGs und mehrere Blutentnahmen für Tests im Labor. Philippe Crépellière erinnert sich an 2 CTs, darauf folgten mehre EKGs und mehrere Blutentnahmen für Tests. That‘s it. «Das ganze dauerte maximal 10 Stunden», versichert er.

Video
Philippe Crépellière erinnert sich an die Untersuchungen während der 10 Stunden in der Notaufnahme.
Aus Kassensturz vom 14.04.2022.
abspielen. Laufzeit 21 Sekunden.

Ein paar Wochen später flattert die Rechnung für den ambulanten Notfall-Aufenthalt ins Haus. Das Spital verlangt unfassbare 47‘884 Dollar. Crépellières Ehefrau Ruth Camenzind kann es kaum fassen: «Das ist reine Geldmacherei!» Allein für die zwei Computer-Tomografien des Kopfs verlangt das Spital über 18‘000 Dollar. Für die Frau, die im Gesundheitsbereich arbeitet, unmöglich: «9000 Dollar für ein CT ist jenseits von Gut und Böse. In der Schweiz kostet das rund 600 Franken.»

Video
Stephan von Büren: «Den US-Privatspitälern geht es in erster Linie ums Geld.»
Aus Kassensturz vom 13.04.2022.
abspielen. Laufzeit 28 Sekunden.

Überrissene Rechnungen an der Tagesordnung

Scheinbar sind solche horrenden Rechnungen keine Ausnahme. Das sagt Stephan von Büren. Der Genfer arbeitete lange in den USA als Arzt und baute dort ein Anwaltsbüro auf, welches für Patientinnen gegen überhöhte Rechnungen kämpft. Bürer sagt, der grösste Teil der Spital-Rechnungen in den USA seien fehlerhaft. «Bei amerikanischen Privatspitälern dreht sich alles ums Geld, das Patienteninteresse hat nicht immer Priorität und es gibt keine Kontrolle vom Staat.»

Video
Wenn eine Zahnbürste 400 Dollar kostet: Stephan von Büren mit einem typischen, utopischen Abrechnungs-Beispiel.
Aus Kassensturz vom 13.04.2022.
abspielen. Laufzeit 27 Sekunden.

Aus seiner Sicht sind die Preise auf Philippe Crépellières Rechnung zwar üblich, aber: «Man muss sich dagegen wehren und einen Rabatt verlangen.» Gerade Schweizer mit ihrer obligatorischen Grundversicherung müssten schon während der Behandlung auf der Hut sein.

Stellungnahme Sanitas
Legende: Der Krankenkasse sind die Hände gebunden. SRF

Philippe Crépellière schickt die Rechnung seiner Grundversicherung Sanitas. Die kann aber nur einen Teil übernehmen. Gegenüber «Kassensturz» erklärt Sanitas: «Wir dürfen – wie in solchen Fällen vom Gesetz vorgesehen – höchstens den doppelten Betrag vergüten, den die gleiche Behandlung in der Schweiz gekostet hätte.» Tatsächlich verpflichtet das Gesetz die Krankenkassen dazu. Im konkreten Fall vergütet Sanitas 2133 Franken. Ein Bruchteil des geforderten Betrages.

«Kassensturz» ist an Ihrer Meinung interessiert

Box aufklappen Box zuklappen

Immerhin konnte Sanitas inzwischen eine Senkung der Rechnung auf rund 18'000 Dollar erwirken. Immer noch ein schmerzhafter Betrag für das Ehepaar, aber zum Glück machbar. Und Philippe Crépellière sieht es positiv: «Immerhin habe ich etwas gelernt. Nämlich, dass man den Versicherungsschutz genau prüfen sollte.»

Versicherungsschutz prüfen!

Und das sollte jeder tun, gerade wenn eine längere Reise ansteht. Denn horrende Spitalkosten können auch in anderen Übersee-Ländern blühen, zum Beispiel in Kanada, Japan, Australien, Neuseeland oder Zypern.

Video
Versicherungs-Expertin Andrea Roth: «Bei der Reiseversicherung unterscheidet man zwischen einer kurz- und einer langfristigen Lösung.»
Aus Kassensturz vom 13.04.2022.
abspielen. Laufzeit 19 Sekunden.

Versicherungs-Expertin Andrea Roth vom VZ Vermögenszentrum rät, sich bei Reisen ausserhalb der EU oder Efta zusätzlich abzusichern. Mit einer Heilungskosten-Versicherungen inklusive Repatriierung einer Reiseversicherung oder Krankenkasse.

Einen Vergleich dazu gibt es hier:

Besonders aufpassen sollten Personen mit Vorerkrankungen. Denn solche sind oft in der Versicherung ausgeschlossen. Am besten, man fragt schriftlich bei der Versicherung nach, auch wegen möglichen Corona-Ausschlüssen, sagt Andrea Roth: «Man sollte klären, ob die aktuelle Versicherungslösung auch Risiken wie Epidemie oder Pandemie deckt. Denn es können sehr schnell hohe Kosten anfallen, wenn man zum Beispiel wochenlang auf der Intensivstation liegt.» Im schlimmsten Fall müsste der Patient die Kosten selbst tragen.

Video
Studiogespräch mit Stefan Thurnherr, Versicherungsexperte VZ Vermögenszentrum
Aus Kassensturz vom 19.04.2022.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 24 Sekunden.

Espresso, 19.04.22, 08:13 Uhr / Kassensturz, 19.04.22, 21:05 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen