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Die «iLimb Ultra Revolution» ist eine der derzeit fortschrittlichsten High-Tech-Handprothesen auf dem Markt.
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«Rolls Royce» der Prothesen Prothesen für Hände und Füsse: Besser digital

Dank digitalem Hightech sind Prothesen heute mehr als ein optischer Hand- oder Beinersatz.

Etwa fünf von 10'000 Personen kommen mit einer angeborenen Fehlbildung der Arme oder Beine zur Welt, einer Dysmelie. Mit einer Prothese können die fehlenden Extremitäten ersetzt werden. Noch vor wenigen Jahren, sollten diese möglichst diskret sein, heute zeigen die Träger ihre Prothesen durchaus gerne her, weil sie bestückt sind mit faszinierender Technologie.

Wie die Handprothese «iLimb Ultra Revolution» von Michel Fornasier. Er ist einer von zwölf Personen in der Schweiz, die diesen «Rolls Royce» unter den Handprothesen tragen. Sie ist halb transparent und ermöglicht deshalb einen Blick auf das technische Innenleben.

Prothesen, die neugierig machen

Fornasier erlebt es immer wieder, dass Menschen spontan auf ihn zukommen und wissen wollen, wie genau seine künstliche Hand funktioniere.

Er erklärt ihnen dann, dass an der Kontaktstelle zum Rumpf seines Arms Elektroden sind, die Spannungen im Millivolt Bereich erfassen, die er mit den Muskeln erzeugen kann. Je nachdem welche Muskelregion aktiv ist, bewegt sich der eine oder andere Finger. Dazu sind sechs Motoren eingebaut, die dank Sensoren bei Kontaktberührung automatisch stoppen. Über eine App kann er die Hand programmieren mit 25 verschiedenen Griffmustern und Gesten.

Die Handprothese, von hinten, weiss, halb-transparent, mit einer Art Kupplung.
Legende: Auf den künstlichen Oberarm aufgesetzt kann die Handprothese etwa 15 Prozent der Aufgaben einer richtigen Hand übernehmen. Reto Widmer / SRF

«Zeigt her Eure Prothesen!» lautet also die Devise. Michel Fornasier geht noch weiter und hat eine eigene Comic-Serie geschaffen: Sein «Bionicman, Link öffnet in einem neuen Fenster» ist ein Superheld mit Handicap und bekämpft im Stil der Marvel-Comics sämtliche Facetten von Mobbing, unter dem gerade Kinder leiden, die eine Prothese tragen. Fornasier weiss, wovon er spricht: Er wurde ohne rechte Hand geboren und in der Kindheit oft gehänselt oder gar gemobbt.

Für heranwachsende Kinder ist seine Hightech-Prothese aber keine Lösung– vor allem, weil sie mit 55'000 Franken viel zu teuer und mit 1.2 Kilogramm auch zu schwer ist. Deshalb geht hier der Trend genau in die entgegengesetzte Richtung: Simple Prothesen, die dank digitaler Planung und Fertigung im 3D-Drucker sehr leicht und funktionell sind und nur einen Bruchteil einer Hightech-Prothese kosten.

Baukastensystem für Kinder

Hergestellt werden sie von Swiss Prosthetics, Link öffnet in einem neuen Fenster, einem Projekt des Wyss Institut in Zürich in Zusammenarbeit mit Universität Zürich und ETH.

Eine Hand hält drei verschiedene Aufsätze, einen Haken, einen Greifarm und eine Art Patschhand.
Legende: Auf den Prothesenschaft lassen sich je nach Aktivität verschiedene Prothesenhände aufstecken. Reto Widmer / SRF

Die Idee: Weil eine einzige Handprothese kaum alle Anforderungen im alltäglichen Leben eines Kindes erfüllen kann, kommt ein Baukastensystem zum Einsatz. Neben einer Alltagsprothese gibt es spezielle Module beispielsweise fürs Velofahren, Schwimmen, Tennisspielen, Skifahren und Langlaufen in vielen bunten Farben. Denn auch hier gilt: Die Prothese ist zum Zeigen da – nicht zum Verstecken.

Sendebezug: Radio SRF 11.03.2020 16:40

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