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Caroline Fux hat für den «Blick» seit 2012 tausende von Fragen zu Sex, Liebe und Beziehungen beantwortet
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Sex-Beratung im Internet Caroline Fux: «In Sachen Sex wird online viel Quatsch erzählt»

Nach über 40 Jahren macht der «Blick» Schluss mit der Sex-Beratung. Im Internet aber erleben Ratgeber eine wahre Blüte.

Sie haben einen Ballon-Fetisch? Im gleichnamigen Reddit-Subforum, Link öffnet in einem neuen Fenster finden sie Gleichgesinnte. Sie wollen eine Affäre verheimlichen? Die Frage-und-Antwort-Seite Quora, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt Tipps. Sie wollen wissen, was ein Proktologe von Analsex hält? Podcasts wie der «Savage Lovecast, Link öffnet in einem neuen Fenster» geben Auskunft.

Dank dem Internet gibt es heute so viele Ratgeber-Formate wie nie zuvor. So viele, dass die Zeitschrift «The New Yorker» jüngst feststellte, wir lebten im «Age of Peak Advice». Da erstaunt es, dass der «Blick» nun seine Sex-Kolumne einstellt, die seit 1980 zur Zeitung gehörte.

Caroline Fux hat unter dem Titel «Fux über Sex» für den «Blick» seit 2012 tausende von Fragen zu Sex, Liebe und Beziehungen beantwortet. Für sie hat das Aus der Kolumne eher mit einer strategischen Neuausrichtung des «Blick» zu tun, denn damit, dass das Format nicht mehr auf Anklang stiess. Im Gegenteil: «Die Klick-Zahlen waren besser denn je», weiss Fux. Und auch junge Leute hätten immer wieder bei ihr Rat gesucht

Neue Fragen, alte Probleme

Caroline Fux’ Zeit beim «Blick» fiel mit dem Aufstieg von Social-Media-Plattformen und Dating-Apps wie Tinder zusammen. Neue Technologien hätten auch neue Fragen mit sich gebracht – zum Beispiel, ob es schon Betrug ist, wenn man sich per Videochat mit einer anderen Frau vergnügt.

Was heute "Ghosting" heisst, war früher einfach jemand, der Zigaretten holen ging und nicht mehr zurückkam.
Autor: Caroline FuxSex-Beraterin

Doch im Kern seien viele Probleme dieselben geblieben. Das sogenannte «Ghosting, Link öffnet in einem neuen Fenster» etwa, wenn sich das Gegenüber nach langen Chats oder Tinder-Dates nicht mehr meldet, ist für Fux kein wirklich neues Phänomen: «Da gab es früher halt Geschichten, wo jemand Zigaretten holen ging und einfach nicht mehr zurückkam.»

Viel Quatsch in Online-Foren

Die sozialen Medien haben dafür gesorgt, dass sich heute immer mehr Leute Rat im Internet Rat holen – selten bei einer Fachperson, oft beim breiten Publikum. Für Caroline Fux muss das nicht schlecht sein: «Es ist schön, dass sich Menschen mit den gleichen Vorlieben dank diesen Angeboten einfach finden können; sei es zur Informationssammlung oder einfach zum Lustgewinn.»

Wenn es um Sex geht, wird in Online-Foren viel Quatsch erzählt.
Autor: Caroline FuxSex-Beraterin

Doch in Online-Foren werde auch viel Quatsch erzähl und Rat erteilt, ohne die Situation der Hilfesuchenden wirklich zu kennen: «Leuten, die häusliche Gewalt erlebt haben, wird zum Beispiel oft geraten, den Partner oder die Partnerin sofort zu verlassen. Wenn das so einfach wäre, dann hätten es die Betroffenen doch längst gemacht.»

Sex interessiert auch Kinder

Noch etwas hat sich in den gut 10 Jahren geändert, in denen Caroline Fux im «Blick» über Sex schrieb: Pornografie ist heute so leicht verfügbar wie nie zuvor. Selbst 12-jährige mit einem Smartphone können mit wenigen Klicks auf abertausende von einschlägigen Videos zugreifen.

Video
Blick beendet Ratgeberformat zu Sex und Liebe
Aus 10 vor 10 vom 30.06.2021.
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Für Fux ist es verheerend, wenn Pornografie zur ersten Quelle werde, sich über Sex und Sexualität zu informieren. Sie regt Eltern deshalb an, ihren Kindern auch im Umgang mit Pornografie weiterzuhelfen: «Auch Kinder und Jugendliche interessieren sich für das Thema Sex. Wenn ihre Eltern ihnen dazu keine guten Informationen geben, dann finden sie die bei der Pornografie.»

SRF 3, 30. Juni 2021, 15:10 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Francisco Alvares  (Alvares)
    Aus meiner Sicht kein grosser Verlust. Fr. Fux‘ Antworten waren teils spöttisch und herablassend, besonders gegenüber Männern. Da sind mir Online-Foren ehrlich gesagt lieber.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Die Zeiten ändern sich - der Mensch anscheinend nicht! Früher gab es noch bei der Papiersammlung den 6er im Lotto wenn ein Schüler ein Sexheftli im Sammelcontainer fand. Er war der Hero!
    Und heute hat nicht einmal mehr der Blick Martha oder Frau Fux, geschweige denn eine richtige "Seite 3"...
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Damals gab es keine Zeitungscontainer und unter "Hero" verstand man Konservenbüchsen.