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Hitzerekorde in Nordeuropa
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.07.2021.
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Skandinavien Hitzewelle plagt Nordeuropa

Der Norden schreibt neue Temperaturrekorde. Die aktuelle Lage sorgt für warme und feuchte Verhältnisse in der Schweiz.

Tagelang litten Teile der USA und Kanadas unter einer extremen Hitzewelle. Es wurden Temperaturen von fast 50 Grad gemessen. Jetzt ist die Hitzewelle nach Nordeuropa übergeschwappt. Im Norden Finnlands wurden am Sonntag 33.5 Grad gemessen. In Norwegen nahe des Polarkreises, waren es 34 Grad.

Die Temperaturen rund um den Polarkreis liegen im Bereich der absoluten Rekorde, wie Felix Blumer von SRF Meteo erklärt. Bereits im Juli 2014 gab es allerdings in diesen Gegenden verbreitet Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad, verteilt nicht nur über einzelne Tage, sondern über mehrere Wochen hinweg. Dieses Jahr erlebte Finnland bereits den wärmsten Juni seit Messbeginn Mitte des 19. Jahrhunderts.

Jetzt lebte die Hitzewelle am Wochenende in Norwegen und Schweden wieder auf und das Ganze verschob sich ein wenig nach Finnland und weiter südlich. Im russischen St. Petersburg etwa wird es bis Ende dieser Woche bei Temperaturen von 30 Grad und mehr bleiben.

Klimaerwärmung und weniger Schneefälle

Die hohen Temperaturen erinnern an die Hitzewelle an der Westküste von Nordamerika, wo es letzte Woche rekordhohe Werte gab. Zwischen den Wetterphänomenen bestehe ein klarer Zusammenhang, sagt Blumer: Der Jetstream mäandriert momentan sehr stark nach Norden und Süden. Aktuell liegen zwei Wölbungen einerseits über dem Nordwesten von Kanada und anderseits über Skandinavien, was dort zu rekordhohen Temperaturen führt.

Dazu kommt laut Blumer, dass mit der Klimaerwärmung auch im Winter die Schneeauflage geringer war. Sobald weniger Schnee da ist, erwärmen sich diese Gebiete viel schneller und viel stärker.

Schweiz im Bereich von Südwestströmung

Diese blockierenden Systeme mit Warmluft in Kanada und Skandinavien beeinflussen auch das Wetter in der Schweiz, das oft als eher kühl und nass empfunden wird: Denn zwischen den beiden Systemen kommt auch Kaltluft nach Süden voran. Die Schweiz liegt eher im Bereich dieser kalten Luft. Das galt zumindest für den Monat Mai.

Die warme und feuchte Luft sorgt in der Schweiz für ein eher maues Sommergefühl.
Autor: Felix Blumer Meteorologe, SRF Meteo

Seit Juni ist die Schweiz aber auf der östlichen Seite eines solchen Kaltluftvorstosses, der momentan primär über den britischen Inseln liegt. Das bedeutet, dass die Schweiz in einer Südwestströmung liegt. Damit kommt zwar warme Luft, aber auch feuchte heran und sorgt bisweilen für das Gefühl, dass der Sommer eine eher maue Angelegenheit ist, wie Blumer sagt. Das sei aber wohl teils das subjektive Empfinden. Denn immerhin habe in der Schweiz der Juni zu den fünf wärmsten seit Messbeginn gehört.

Lage in Finnland und Norwegen

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Die finnischen Wetterbehörden meldeten für Sonntag 33.5 Grad in Kevo, im äussersten Norden des Landes. Dies ist die höchste gemessene Temperatur in der Region seit 1914. Der Juni war landesweit bereits der heisseste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1844. Im benachbarten Schweden verzeichnete die Hauptstadt Stockholm den dritten Hitzerekord für den Monat Juni in Folge.

In Norwegen verzeichnete das meteorologische Institut am Sonntag in Saltdal, in einem Bezirk nahe dem Polarkreis, mit 34 Grad die höchste Temperatur, die in diesem Jahr im ganzen Land gemessen wurde. Das sind 1.6 Grad weniger als der absolute Temperaturrekord des Landes. An mehreren Orten in Norwegen gab es zuletzt «tropische Nächte», in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel.

Vergangene Woche hatte Kanada bereits einen Hitzerekord aufgestellt, mit Temperaturen von fast 50 Grad im Schatten.

SRF 4 News, 06.07.2021, 08:13 Uhr;

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58 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    ....aber es gibt weiterhin keinen Klimawandel, welcher durch die Menschheit und deren Rücksichtslosigkeit weiterhin gefördert wird = SVP und Co!!??
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Herr Casutt: In drei Kommentaren bin ich nun Ihrer Bitte, (noch) konkreter zu werden, auf verschiedene Weise nachgekommen. Sehen Sie unten! Danke.
    1. Antwort von Christian Casutt  (Christian_C_57)
      Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben zu antworten, Herr von Känel. Ich respektiere Ihre Haltung und ich schätze Sie - obwohl ich Sie nur aus dem Forum kenne - durchaus als jemanden ein, der selbst nach den Prinzipien lebt, die er für richtig hält. Manchmal finde ich jedoch, dass Sie Leute wie mich, die andere Ansätze als „kollektivistische Planwirtschaft“ für zielführend finden, ein bisschen zu pauschal „abstempeln“. Bürgerlich-konservative Werte schaffen viel Gutes (siehe Teil 2).
    2. Antwort von Christian Casutt  (Christian_C_57)
      Teil 2: Um das etwas konkreter zu erläutern: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unseren Planeten weder durch sozialistische Planwirtschaft, noch durch Umverteilung und schon gar nicht durch Verbote retten werden, sondern vielmehr durch die Förderung von Eigenverantwortung sowie eine liberale Wirtschaftspolitik, welche Anreize für Innovationen schafft. Ich finde auch, dass ein allfälliger Nutzen von milliardenteuren Klimapaketen klar nachvollziehbar sein muss, damit dieses Geld nicht verpufft
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Casutt: um den Umweltschutz zu verbessern braucht es keine sozialistische Planwirtschaft, aber es braucht eindeutig mehr als lediglich an die Eigenverantwortung zu appellieren.
    4. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Danke, Herr Casutt: Ja, ich will nicht pauschal Rechtskonservative abstempeln. Aber der rechte Flügel (SVP-Elite) ist wahrhaftig nicht konstruktiv. Aber diesem Flügel gehören Sie sicher nicht an.
  • Kommentar von Christian Casutt  (Christian_C_57)
    Noch hat niemand eine genaue Zahl bekannt gegeben, um wieviele Grad (hinter dem Komma?) die Temperatur der Erde nicht steigen wird, sollten all die vielen Pakete (u.a. Pariser Klimaabkommen) realisiert werden. Folgende Fragen sind meines Erachtens ausserdem relevant: Seit wie vielen Jahren werden globale Temperatur-Messungen nach standardisierten Verfahren (!) und mit kalibrierten Messgeräten (!) vorgenommen? Wie gross ist bei Modellrechnungen für die Zukunft das statistische Streuungsmass?
    1. Antwort von Martin Daniel Brülhart  (Kiwi1963)
      Was wollen Sie konkret mitteilen? Hr. Von Känel ist da schon wesentlich konkreter mit seinen Kommentaren
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Casutt: Sie sehen doch hier, dass es lange nicht nur auf Kommastellen drauf an kommt. Sie sehen die seit Jahren veränderten Grosswetterlagen. Aber manchmal will man nicht wahrhaben, was nicht sein soll und darf.Und es ist zynisch,letztgültige Beweise für die langfristig Klimaerwärmung zu verlangen. Die Menschheit wäre wohl vorzeitig durch uns, den Industriemenschen, zugrunde gerichtet, als dass der Mensch alles bewiesen hätte. Ihr Ausweichmanöver weg von Klimaschutz ist verantwortungslos.
    3. Antwort von David Kobelt  (David Kobelt)
      Ganz konkret: So wie bis jetzt war offensichtlich ganz und gar nicht gut. Wer das nicht erkennen möchte, der macht in erster Linie sich selber etwas vor. Da müssen Sie nicht rechnen, sondern hin- und nicht wegschauen.