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Happige Spitalrechnung sorgt für Ärger
Aus Espresso vom 21.06.2021.
abspielen. Laufzeit 04:13 Minuten.
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Spital-Rechnung «Saumässig» hohe Laborkosten nach Corona-Test

Wegen eines Pfropfs im Ohr geht eine Frau ins Spital. Auch ein Corona-Test wird gemacht. Die Rechnung: ungeheuerlich.

Es war an Auffahrt. Das linke Ohr einer Frau aus dem Kanton Baselland war komplett zu. Und so ging sie am frühen Morgen auf den Notfall des Spitals Rheinfelden. Die Ärztin beschied ihr, dass man ihr Ohr schnell vom Pfropf befreien werde, vorher würde sie wegen der leichten Erkältungssymptome noch einen Covid-19-Test durchführen.

Die Frau war einverstanden, zumal sie der Test ja nichts kostet. Die Ärztin entnahm der Patientin mit dem Röhrchen durch die Nase sogleich eine Probe und anschliessend behandelte sie das Ohr. Mit Erfolg, wie die Frau im «Espresso» erzählt. «Mir war wieder wohl und ich ging glücklich nach Hause.»

Fast 600 Franken fürs Labor

Kurze Zeit später flatterte die Abrechnung der Krankenkasse ins Haus. Die Frau traute ihren Augen nicht: «Das Spital Rheinfelden verrechnete 166 Franken für die Behandlung, das externe Labor knapp 600 Franken. Das ist ja saumässig!»

Und sie erkundigte sich telefonisch bei der Rechnungsabteilung des Spitals, wie diese Laborkosten nach einem simplen Corona-Test zustande gekommen seien. Die Antwort: Man habe ihr halt noch Blut abgenommen und weitere Tests gemacht.

Sie habe widersprochen: «Ich weiss doch, was bei mir gemacht wurde. Sicher wurde mir kein Blut abgenommen». Der Mann am Telefon habe dann nur gemeint, seine Abteilung stelle halt einfach in Rechnung, was übermittelt werde. Er könne auch nicht weiterhelfen.

Der Notfallbericht zeigt ein Dutzend Laboranalysen

Die Patientin ist nicht bereit, knapp 600 Franken für nichts zu bezahlen und sie verlangt vom Spital den Bericht. Darin löst sich zumindest das Rätsel, weshalb die Laborkosten derart hoch sind.

Die Probe aus dem Abstrich der Patientin wurde noch auf rund ein Dutzend weitere Erreger analysiert, nicht nur auf das Covid-19-Virus. «Im Spital war aber nur vom Corona-Test die Rede und damit war ich einverstanden.»

Spital Rheinfelden: «Wir entschuldigen uns»

Nun will «Espresso» vom Spital Rheinfelden wissen, was hier schiefgelaufen ist. Und die Antwort kommt schnell. Die Medienstelle schreibt: «Nach eingehender interner Prüfung haben wir festgestellt, dass die behandelnde Notfallärztin bei der Anmeldung des Labors fälschlicherweise die Analyse einer ganzen Reihe an Erkältungsviren angeordnet hat und nicht – wie im Arztgespräch aufgeklärt und von der Patientin eingewilligt – ausschliesslich für das Covid-19-Virus. Dies tut uns ausserordentlich leid.»

Das Spital übernehme die Laborkosten selbstverständlich. Und im Übrigen entschuldige man sich gleich noch einmal bei der Frau dafür, dass die Rechnungsabteilung ihr gegenüber fälschlicherweise von einer Blutentnahme gesprochen habe.

Fazit: Schauen Sie die Abrechnungen der Krankenkasse genau an und seien Sie hartnäckig bei Fragen, bis Sie schlüssige Antworten erhalten.

Espresso, 21.06.2021, 08:13 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Jay Leuthold  (Jay Leuthold)
    Tja, im Kanton Zürich könnten die Ärtzte zuerst Medikamente verschreiben und sie danach auch direkt selber verkaufen. Viel einfacher könnte man es der Selbstbedienungsmentalität nicht machen.
  • Kommentar von Markus Bründler  (8Aπ)
    Von vier Abrechnungen des Kantonspital Luzerns waren drei fehlerhaft. Material, das nicht benutzt wurde, zu viel Zeit berechnet oder einen Termin schlichtweg erfunden. Allerdings wurde auf die Reklamationen sofort nachgebessert. Ein Fader nachgeschmackt bleibt.
  • Kommentar von Beatrice Fiechter  (thea)
    Kontrolle bleibt wichtig! Ist aber erschwert!z. Bsp.von einem Spitalaufenthalt nachträglich die Orginal-Rechnung eingefordert, weil vom Spital direkt mit KK abgerechnet wurde. Eigentlich müssten die KK mehr Kontrollkompetenzen haben! Allerdings erlebe ich bei meinen Eltern, dass öfter mal Unnötiges verordnet wird u.man es als Patient zu spät merkt, oft auch unsicher ist u. in eine unangenehme Situation gerät! Es herrscht meiner Meinung eine zu grosse Bevormundung im Gesundheitswesen!