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Stetig mehr Erkrankte Die Welt hat Zucker

  • In zwölf Jahren werde es rund 26 Prozent mehr Menschen geben, die an Diabetes Typ 2 leiden. Das sind weltweit mehr als 510 Millionen Menschen.
  • Das ist der Befund einer Studie, die im Medizin-Magazin «The Lancet» publiziert wurde.
  • Die Zunahme von Erkrankten bedeutet auch eine verstärkte Nachfrage nach Insulin.
Legende: Video Aus dem Archiv: Die Rolle des Insulins im Körper abspielen. Laufzeit 01:09 Minuten.
Aus Puls vom 01.12.2013.

Heute sind rund 406 Millionen Menschen weltweit vom Typ-2-Diabetes betroffen. Dieser Diabetes-Typ hängt mit Übergewicht und Bewegungsmangel zusammen.

Diabetes ist nicht gleich Diabetes

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  • Beim Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Diese entsteht, wenn die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, welche das für die Regulierung des Blutzuckers notwendige Insulin herstellen, vom Immunsystem des Körpers zerstört werden. Menschen mit Diabetes Typ 1 sind lebenslang auf die Gabe von Insulin angewiesen, Heilungsmöglichkeiten bestehen bisher nicht.
  • Beim Diabetes Typ 2 («Alterszucker») produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch nicht genügend oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln. Die Entwicklung des Typ-2-Diabetes wird begünstigt durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel. Er tritt in den meisten Fällen erst ab dem 40. Lebensjahr auf, vermehrt sind aber auch jüngere Menschen mit starkem Übergewicht betroffen.

Bis 2030 wird die Krankheit aber massiv mehr Menschen betreffen. Die Autoren der Studie haben mit Daten der Internationalen Diabetes Föderation IDF gearbeitet. Mehr Kranke bedeutet aber auch eine grössere Nachfrage nach Insulin.

Nicht alle haben Zugang zu Insulin

Besonders in afrikanischen Ländern wäre es nötig, mehr Menschen den Zugang zu Insulin zu ermöglichen, so die Studie. Im Jahr 2030 würden – wenn alles gleich bleibt – rund die Hälfte aller, die Insulin benötigten, keines bekommen. Da müsse sich schnell etwas ändern.

Legende:
Diabetes weltweit Schätzung der Zunahme an erkrankten Menschen in Prozent bis 2045. Diabetes Atlas: International Diabetes Federation

Ein zweites Problem der Zuckerkrankheit ist, dass sie sehr spät entdeckt wird. Laut IDF ist jede zweite Person mit Diabetes Typ 2 nicht diagnostiziert. Und da drei Viertel der Erkrankten in Mittel- und Tief-Lohn-Ländern leben, werde sich das auch nicht so schnell ändern.

Chile im Kampf gegen das Fett

Mit strengen Gesetzen versucht Chile zu verhindern, dass Menschen immer dicker werden. In Supermärkten gibt es deshalb schwarze Warnsymbole auf ungesunden Lebensmitteln. Sie prangen auf der Vorderseite etlicher Verpackungen und warnen vor hohen Mengen an Zucker, Salz, Kalorien oder gesättigten Fettsäuren.

In Lateinamerika und der Karibik ist knapp 60 Prozent der Bevölkerung übergewichtig. Wirtschaftswachstum, zunehmende Urbanisierung und höhere Durchschnittseinkommen sind einige Gründe dafür. Fettleibigkeit und Übergewicht erhöhen das Risiko für Diabetes.

Kaum ein Land reagierte aber so radikal wie Chile auf die zunehmende Fettleibigkeit. Dort hatte das Gesundheitsministerium im Juni 2016 die Notbremse gezogen und weitreichende Reformen veranlasst.

Legende: Video Aus dem Archiv: So leiden Menschen an Diabetes abspielen. Laufzeit 00:05 Minuten.
Aus Puls vom 19.05.2014.

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