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Aus Tagesschau am Vorabend vom 26.08.2019.
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Studie zur Internet-Nutzung Viele Lehrer können mit Jugendlichen nicht mithalten

Die Online-Welt empfinden Jugendliche als Bereicherung. Lehrer dagegen sind oft überfordert – und bräuchten mehr digitale Kompetenz, sagt der Bund.

Instagram, Snapchat, WhatsApp: Jugendliche sind Digital Natives und fast ständig online. Ist das ein Problem? Nein, sagt die Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie hat für die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen eine Studie erstellt.

Bewusste Offline-Momente

Für die Forscherin Rahel Heeg steht fest: «Jugendliche sind keine gedankenlosen Online-Zombies, sondern sie machen sich durchaus Gedanken zu ihrer Online-Nutzung und entwickeln auch Strategien, wie sie ihre Online-Zeit eingrenzen können.»

41 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, sich Regeln zu setzen, wann, wie oder wie viel sie online seien. Sie schalteten das Natel in den Flugmodus um, pflegten Offline-Aktivitäten wie Sport oder liessen das Handy bewusst zuhause.

Schattenseiten der Online-Nutzung

Die Dauer der Online-Nutzung hänge mit dem Bildungsgrad zusammen: «Jugendliche aus Schulen mit hohen Anforderungen sind täglich eine halbe Stunde weniger lange online», heisst es in der Studie.

Bei allen Vorteilen der Online-Welt: Sie hat auch ihre Schattenseiten. Manche Jugendliche berichten von belastenden Momenten. Allerdings sei das ein subjektives Empfinden, sagt Heeg. Es stehe nicht in Zusammenhang mit der Dauer der Online-Nutzung.

Sich vergleichen macht unglücklich

Auch komme der Stress nicht immer von Kollegen, sondern von Apps und Algorithmen. Mit Push-Meldungen oder Ratings animierten diese zum Gebrauch. Entsprechend stimmten 37 Prozent der Befragten Jugendlichen der Aussage zu, sich unter Druck gesetzt zu fühlen «durch Apps oder Spiele, die eine regelmässige Nutzung belohnen und Abwesenheit bestrafen». 27 Prozent der Jugendlichen sind nervös, wenn sie längere Zeit offline sind. Manche berichten gar von Entzugserscheinungen.

Auch tobe im Internet ein Konkurrenzkampf. 33 Prozent der Befragten gaben an, sich schlecht zu fühlen, wenn sie sich online mit anderen Personen verglichen. Mädchen seien hier anfälliger als Jungs, sagt Heeg. Während Mädchen vorwiegend soziale Medien konsumierten, seien Jungs Online-Spiele wichtiger.

Forderung: Digitale Kultur in Schulen und Vereinen

Der Bund sieht Eltern, Schulen und Vereine in der Pflicht. Benjamin Bosshard von der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen fordert, die Jugendlichen mit den Smartphones nicht alleine zu lassen und sie «in ihrem kritischen Denken» zu fördern.

«Es geht darum, das Thema Digitalisierung ganzheitlich zu betrachten», fordert Bosshard. «Es braucht mehr als Tablets – nämlich eine digitale Kultur. Das heisst, dass Schule oder Jugendverbände über Online-Themen sprechen sollten.»

Benjamin Bosshard sieht die Schweizer Schulen gut aufgestellt. Allerdings könnten viele Lehrer mit den Digital Natives nicht mithalten. «Es ist wichtig, mehr Fortbildungen zur Verfügung zu stellen, damit die Lehrpersonen sich in der schnelllebigen Online-Welt weiterbilden können.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Grunder  (Zimmermeister)
    Aber am ersten Tag nach den Sommerferien eine unangekündigte Prüfung machen, das können sie, viele Lehrer haben von Pädagogik eine Ahnung, wie eine Kuh von Musik.
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Wozu braucht es eigentlich noch Lehrer?
    Steht ja eh schon alles im Netz.
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    1. Antwort von Peter Zingg  (WiseAdvice)
      Grundsätzlich eine berechtigte Frage, die Online Lernmöglichkeiten sind wirklich fantastisch und werden immer besser. Ich bilde mich fast täglich im Internet weiter. Das wäre übrigens auch für Asylbewerber eine günstige und effiziente Lernmethode!
      Die richtige Frage würde aber lauten; „warum braucht es noch so viele Lehrer ?“
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Ein Lehrer und Mensch dekt mehr ab als ein paar Bits und Bytes Diese Jugendlichen sind selbst bereits schon sehr einseitig. Sorry. Es gibt soviele Formen von Intelligenz. Sicher brauchen wir heute Computer, deshalb sollten die wichtigen technischen Nutzungen auch verallgemeinert werden und der Rest ist etwas für Speziallisten, das belebt den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft. Ich weiss noch wie die Leute zu mir raus kamen um mich zu suchen. Damals als man noch reden konnte. Damals vor dem Mail.
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