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Aus Meteo vom 01.03.2020.
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Stürmisches Wetter «Diana tobte vor allem im Jura, Mittelland und in den Voralpen»

Lolita, Petra, Sabine, Tomris, Bianca und am Sonntagabend schliesslich Diana: Ungewöhnlich viele Stürme zogen dieses Jahr bereits über unser Land. Wieso dies so ist, erklärt SRF-Meteorologe Jürg Ackermann.

Jürg Ackermann

Jürg Ackermann

Meteorologe SRF

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Jürg Ackermann arbeitet seit Frühling 2019 bei SRF Meteo. Zuvor schloss er an der Universität Innsbruck das Masterstudium in Atmosphärenwissenschaften ab. Zu seinen Tätigkeitsbereichen gehören das Erstellen von Prognosen und die Moderation von Wettergesprächen auf den Radios.

SRF News: Am Sonntagabend wurde die Schweiz von einem weiteren Sturm heimgesucht. War das schon eine Art Sommergewitter?

Jürg Ackermann: Dieser Tiefdruckkomplex heisst Diana. Er brachte mit einer Kaltfront Blitz und Donner und kleinkörnigen Hagel im westlichen Mittelland und in den östlichen Voralpen. Böen fegten mit Spitzenwerten von 137 km/h über die Gipfel. Durch den Druckunterschied entstand auch Föhn in den Alpentälern. Dieser brach am Abend zusammen. Kurz gesagt: Das Tiefdruckgebiet Diana brachte uns einen sommerlichen Start in den Frühling.

Wo zog Diana durch?

Diana tobte vor allem im Jura, im Mittelland und in den Voralpen. Allein im Kanton Bern gab es 35 Schadensmeldungen.

Seit Ende Januar haben wir eine tiefdruckbestimme Westlage über der Schweiz.

Wie ist zu erklären, dass es in letzter Zeit in der Schweiz so oft stürmte?

Seit dem Sturm Lolita, der Ende Januar über die Schweiz zog, haben wir eine tiefdruckbestimmte Westlage. So kommt es immer wieder zu Tiefdruckgebieten, die zu Stürmen führen. Deshalb treten auch jeweils mehrere Stürme nacheinander auf. Das kann jeden Winter vorkommen. Im Januar hingegen hatten wir meist eine Hochdrucklage.

Ist das Wetter unbeständiger geworden oder nehmen wir das nur so wahr?

Es ist unbeständiger geworden. Seit Lolita Ende Januar hat uns praktisch jede Woche ein Sturm getroffen. Dieses Jahr werden die Tiefdruckgebiete wieder mit Frauennamen benannt, aber nicht jedes Tiefdruckgebiet bringt uns einen Sturm, deshalb werden längst nicht alle Namen bekannt. Nun hat die Namensgebung alphabetisch wieder von vorne begonnen.

Haben die Stürme etwas mit der Klimaveränderung zu tun?

Dazu kann ich keine Aussage machen. Falls künftig während Jahren eine Häufung von Stürmen auftritt, wird man das als Grundlage für eine diesbezügliche Analyse nehmen können.

Diese Stürme bringen auch Niederschläge. Hat sich die Niederschlagsmenge nun normalisiert?

Bis und mit Ende Januar war der Winter zu trocken, aber das hat sich im Februar geändert. Wir steuern auf normale Verhältnisse zu, da es im Osten doppelt so viel geregnet hat wie normal. Im Westen erreichten wir im Februar eine normale Niederschlagsmenge. Nur war der Winter zu trocken.

Kommt der Winter heuer im Flachland noch?

Es wird diese Woche immer mal wieder Schnee bis in die Niederungen geben, jedenfalls bis am Mittwochmorgen. Für eine Schneedecke wird es aber nicht reichen.

Wann sucht uns der nächste Sturm heim?

Der Wind wird schon heute Abend wieder bis zu 60 km/h stark. Doch verglichen mit Diana ist das nicht heftig.

Das Gespräch führte Eveline Kobler.

Sendebezug: Meteo, 01.03.2020

srf/lin;

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