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Technologie im Wandel Wie plant ein High-Tech-Konzern die Zukunft?

Shane Wall schaut für den US Konzern HP in die Zukunft. Im Gespräch mit SRF verrät er, worauf es ankommt.

Legende: Audio Gespräch mit Shane Wall (Englisch mit Übersetzung) abspielen. Laufzeit 34:02 Minuten.
34:02 min

Shane Wall ist Computer-Ingenieur durch und durch: Zeigt man ihm ein Bild des ersten Tintenstrahl-Druckers aus den 80er Jahren, so beginnen seine Augen zu leuchten: «Ich habe diesen Drucker entworfen – vor mehr als 30 Jahren!» ruft er begeistert im Interview mit SRF Digital.

Verantwortung für die Zukunft

Die Technologie hinter dem Gerät wurde vor vier Jahrzehnten bei Hewlett Packard (kurz HP) entwickelt im gleichen Labor, das Shane Wall heute leitet. Die Tintenstrahldrucker waren beim Markteintritt revolutionär und entwickelten sich während der letzten 30 Jahren zu einem Verkaufsschlager. In der gleichen Zeit stieg HP zum grössten Produzenten von PCs- und Notebooks auf.

Doch im Zeitalter von Smartphones nimmt die Bedeutung von Tintenstrahldruckern, Notebooks und Computer ständig ab. Neue Strategien sind gefragt.

Genau darin sieht Shane Wall seine Verantwortung. Seine Aufgabe sei es, sich die Zukunft vorzustellen. Damit meint er nicht die nächsten fünf bis sieben Jahre, die seien ziemlich überschaubar und stellten keine besondere Herausforderung dar. Shane Wall denkt drei, vier Jahrzehnte in die Zukunft. Das braucht es, damit er die richtigen strategischen Entscheide für das Unternehmen treffen und das Überleben des Konzerns sichern kann. Aber kann man überhaupt so weit vorausschauen?

Leben im Jahre 2048

Die technologische Entwicklung über diesen Zeitraum präzise vorauszusagen, sei praktisch unmöglich: Sich vorzustellen, wie das Leben in 30 Jahren aussehen wird, falle dagegen ziemlich einfach, wenn man sich überlege, wie sich Wirtschaft, Bevölkerung und geostrategische Konstellationen entwickeln könnten.

Frau hält bunten Gegenstand mit komplexer Oberfläche in den Händen.
Legende: Nächste Generation 3D-Drucker: Präzise und schnell. Das Verfahren wird nicht nur für Prototypen sondern schon bald auch in der Produktion eingesetzt. HP

Der Manager geht davon aus, dass in dreissig Jahren 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird, viel dichter gedrängt als heute – eine grosse Herausforderung: «Wie man diese Zentren mit Gütern versorgt und wie man den Abfall wieder entsorgt wird zur riesigen Herausforderung».

Die Lösung sieht Shane Wall in der digitalen Produktionsweise. Vom Design über die Planung des Nachschubes bis zur Fabrikation ist in Zukunft alles digital. Eine wichtige Rolle spielt dabei der 3D-Drucker. Mit solchen Geräten können Produkte dort hergestellt werden, wo man sie braucht und genau in der benötigten Menge. Das macht die Fabrikation viel effizienter als heute.

3D-Drucker: Vom Hobby-Gerät zur Fabrik

HP investiert deshalb in die Entwicklung von 3D-Druckern. Dabei profitiert der Konzern von der langjährigen Erfahrung mit Tintenstrahldruckern, denn hinter dem Druck von Gegenständen steckt das gleiche Prinzip wie beim Inkjet: Kleine Mengen an Flüssigkeiten werden transportiert und gezielt versprüht. Ein Tintenstrahl-Drucker arbeitet mit Farbe, ein 3D Drucker mit Kunststoff. Schon nächstes Jahr könne man mit dem neuen HP Druckkopf auch metallene Gegenstände ausdrucken, schwärmt Shane Wall.

Die nächste Generation von 3D-Druckern ist für den professionellen Einsatz gedacht und hat nicht mehr viel gemein mit den Geräten für Bastler, wie wir sie kennen. Die neuen Drucker arbeiten viel schneller, zu tieferen Kosten und das erst noch in nie gesehener Präzision: Auf 20 Mikrometer genau kann man Gegenstände ausdrucken, das entspricht etwa einem Viertel des Durchmessers eines menschlichen Haares.

High-Tech als Lösung für die grossen Probleme

Auf den Tintenstrahl-Drucker aus den 80er Jahren folgt nun der 3D-Drucker für Gegenstände. Es ist nicht der erste Bruch in HPs langer Firmengeschichte. 1939 gründeten die beiden Elektro-Ingenieure Bill Hewlett und Dave Packard in Palo Alto eine Firma – das erste High-Tech-Unternehmen im Silicon Valley.

In einer Garage bauten sie ihr erstes Produkte zusammen, einen Oszillator. In den 60er Jahren brachte HP die ersten Taschenrechner auf den Markt, gefolgt von Computern, dann die ersten Drucker. Der Wandel ist die Konstante in der Geschichte der Firma.

Woher kommen die Ideen für neue Produkte? «Wir machen uns Gedanken zu den zukünftigen Herausforderungen. Dann überlegen wir uns, in welchem Bereich HP über einzigartiges Know-How verfügt, mit dem sich diese Probleme angehen lassen» erklärt Shane Wall.

Der technische Direktor ist überzeugt, dass sich die grossen Probleme, die auf die Menschheit zukommen, nur mit Technologie lösen lassen: «Je enger Technologie-Firmen mit Regierungen und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeiten, desto besser die Lösung – und desto positiver unsere Zukunft».

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