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Legende: Video Das Glühwürmchen ist das Tier des Jahres abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.01.2019.
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Tier des Jahres 2019 Das Glühwürmchen soll die Lage der Insekten in den Fokus rücken

  • Das Glühwürmchen ist das Schweizer Tier des Jahres. Mit dieser Wahl will Pro Natura auf bedrohte Insekten aufmerksam zu machen.
  • Das Glühwürmchen ist eigentlich gar kein Wurm, sondern ein Käfer. Deshalb heisst das Tier des Jahres eigentlich korrekt «Grosser Leuchtkäfer» (Lampyris noctiluca).
  • Rund 30'000 Insektenarten lebten in der Schweiz. Viele von ihnen sind bedroht, durch Pestizide oder Lichtverschmutzung.

Das geheimnisvolle Tier ist bei uns zwar noch weit verbreitet. Doch schrumpfender Lebensraum und steigende Lichtverschmutzung setzen dem Glühwürmchen zu – wie unzähligen anderen Insekten auch. Mit der Wahl des Glühwürmchens zum Tier des Jahres 2019 wirft Pro Natura ein Schlaglicht auf den Zerfall der Wunderwelt der Insekten und zeigt auf, was dagegen unternommen werden muss.

Schrecken der Schnecken

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden die Larven des Glühwürmchens (Lampyris noctiluca) aus der Winterruhe erwachen. Der Käfer ist in der Schweiz die häufigste von vier vorkommenden Leuchtkäfer-Arten.

Eine von 30‘000 Insekten-Arten

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Unsere Tierwelt ist eine Welt der Insekten. Von rund 36‘000 in der Schweiz bekannten Tierarten gehören 30‘000 zu den Insekten. Wo es den Insekten gut geht, ist die Natur in Ordnung. Doch die Wunderwelt der Insekten zerfällt in beängstigender Geschwindigkeit. Lebensraumzerstörung, Pestizide, Lichtverschmutzung und andere Faktoren setzen ihr zu. Die Folgen für Natur und Mensch sind schwerwiegend. Auf diese Probleme, aber auch auf praktische Lösungen wirft das Glühwürmchen 2019 sein magisches Licht.

Erst ganz am Ende seines Lebens verzaubert das Glühwürmchen in lauen Sommernächten die Landschaft mit seinen Lichtpunkten. Zuvor hat es rund zwei Lebensjahre als Larve verbracht. Seine Hauptbeute in dieser Zeit sind Schnecken.

Die rüden Jagdmethoden der Larven passen nicht ins romantische Bild vom Glühwürmchen als feenhaftes Lichtwesen. Wie schwarzbraune Mini-Krokodile pirschen sich die Larven an ihre oft viel grösseren Beutetiere heran. Sie töten die erbeutete Schnecke mit Giftbissen und fressen sie innert eines Tages ganz auf.

Leuchtendes Finale

Im Sommer des dritten Lebensjahres verpuppen sich die Larven. Die erwachsenen Glühwürmchen schlüpfen. Sofort entzünden die Weibchen an einem günstigen Leuchtplatz das Landefeuer für liebeshungrige Männchen. Das Licht in ihren Leuchtorganen entsteht durch eine chemische Reaktion.

Die Glühwürmchen-Männchen leuchten nicht. Sie überfliegen ihren Lebensraum und spähen mit grossen Augen nach dem ersehnten Liebessignal. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die erwachsenen Tiere fressen nämlich nichts mehr. Wer sich jetzt nicht paaren kann, stirbt nach rund zwei Wochen ohne Nachkommen.

Zu finden sind Glühwürmchen in vielen der mehr als 700 Naturschutzgebieten von Pro Natura. Diese «Naturjuwelen» bieten für die Glühwürmchen gemäss der Mitteilung alles was sie brauchen – vielfältige Lebensräume, eine intakte Schneckenfauna und dunkle Nächte. Auch vielfältige Kulturlandschaften boten dem Glühwürmchen idealen Lebensraum, hält Pro Natura fest. Deshalb müsse die Schweizer Landwirtschaft naturverträglicher werden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    "Wer glaubt für dem Artenrückgang sein alleine die Landwirtschaft schuld irrt sich." Wer glaubt das denn Ihrer Meinung nach? Sicher nicht Pro Natura. Wenn es Ihnen nicht zu umständlich ist, können sie das online überprüfen. Dennoch sind giftgestützte landwirtschaftliche Monokulturen, Tierfabriken, deren Gülle übermässig über das Land, auf Wiesen und von dort in die Gewässer, verspritzt wird und damit für die Milchindustrie eintönige Graswüsten erzeugt, wesentlich am Artenschwund mitbeteiligt.
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  • Kommentar von Hans Müller  (Housi2)
    Die Gesamtfläche der CH beträgt 4.1 Mio Hektaren 1/4 der Fläche ist Gebirge 1/3 Wald die Landwirtschaftliche Nutzfläche 1 Mio Ha davon 59 % Naturwiesen im Berg und Hügelgebiet. welche extensiv genutzt werden, Ackerfähiges Land ca 10% der CH Fläche 438'460 Ha davon 30'692 Ha Ökoflächen. Die Biobetriebe sind am zunehmen. Die Nachfrage nach Öko Produkten eher am sinken. Wer glaubt für dem Artenrückgang sein alleine die Landwirtschaft schuld irrt sich. So banal geht das nicht Pronatura.
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  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Warum immer mehr Insekten (ca. 75% der Insekten in Naturschutzgebieten seit 29 Jahren) und Vögel, Fische usw. verschwinden, analysiert der Vortrag (Der stumme Frühling - Warum immer mehr Insekten und Vögel verschwinden) von Sebastian Hausmann. Die Probleme die wir haben, machen also nicht Halt vor den Naturschutzgebieten, sondern der Lebensraumverlust ist der Faktor, so wie es in China eine Region gibt, wo es keine Bestäuber Insekten mehr gibt. Das Gleichgewicht der Natur gerät aus so den Fugen.
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