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Trauer um Starsopranistin Montserrat Caballé ist tot

Die spanische Sängerin ist nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren in einem Spital von Barcelona gestorben.

Legende: Video Caballés Weltkarriere begann in der Schweiz abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 06.10.2018.

Die spanische Starsopranistin Montserrat Caballé ist tot. Sie starb im Alter von 85 Jahren in einem Spital von Barcelona. Das bestätigte ein Sprecher des Spitals. Caballé hatte seit Jahren gesundheitliche Probleme. Die Trauerfeier findet am Sonntag statt, die Beerdigung am Montag.

Dem breiten Publikum bekannt wurde Caballé mit der Olympia-Hymne «Barcelona», welche sie gemeinsam mit Rockstar Freddie Mercury sang.

Die 85-jährige Starsopranistin Caballé lag seit zwei Wochen im Spital. Sie war wegen eines Blasenproblems eingeliefert worden. Die Operndiva wurde seit mehreren Jahren von Gesundheitsproblemen geplagt.

Nach einem Sturz vor sechs Jahren konnte die zweifache Mutter und Grossmutter eines Enkelkindes kaum noch gehen und war meist auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuletzt trat sie nur noch sitzend auf.

Annette Freitag: «Caballé war noch die Diva im alten Stil»

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SRF: Annette Freitag, welches waren die Schwerpunkte von Monserrat Caballé in der Oper?

Annette Freitag, freischaffende Kulturjournalistin: Ihre Schwerpunkte waren Verdi, Puccini, Rossini, zum Beispiel «La Bohème oder «La traviata», also das gängige schöne breite Opernrepertoire. Mit «Barcelona» hat sie dann ein ganz neues Repertoire eröffnet und damit auch ein neues Publikum erreicht.

Sie hat das Publikum etwas verlagert von der Oper weg hin zu Rock und Pop. War das im Rückblick gut für sie oder hat es ihr geschadet?

Nein, das war sehr vorteilhaft für Caballé. Das gab ihr noch mal einen neuen Energiekick, denn sie war ja nicht mehr ganz jung, als sie das machte. Damit hat sie ein neues Publikum bekommen, dem sie vielleicht wieder die Oper näher bringen konnte.

Was bleibt der Musikwelt von Montserrat Caballé erhalten?

Sicher ganz viele hervorragende CD-Aufnahmen, ganz klar. Andererseits war sie vielleicht auch die letzte ihrer Generation von Operndiven wie Maria Callas oder Renata Tebaldi. Die heutigen Star-Opernsängerinnen sind ganz anders. Hingegen Caballé war noch die Diva im alten Stil. Sie war auch Diva neben der Opernbühne. Sie trug dieses ganze Flair der Oper nach aussen. Das ist vielleicht etwas, das wirklich von ihr in Erinnerung bleiben wird.

Das Gespräch führte Damian Rast.

4000 Auftritte seit Debüt in Basel

Caballé kam seit dem Beginn ihrer Karriere im Jahr 1956 in Basel auf über 4000 Auftritte. Von 1959 bis 1962 war sie in Bremen engagiert. Nach Aufnahme mehrerer Platten wuchs ihre Fangemeinde in Spanien, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz schnell. Den internationalen Durchbruch schaffte sie 1965 in der Titelrolle von Donizettis «Lucrezia Borgia» in der Carnegie Hall in New York.

Einen weiteren Meilenstein setzte sie 27 Jahre später. Mit dem für die Olympischen Sommerspiele in der katalanischen Hauptstadt geschriebenen Song «Barcelona» wurde sie 1992 dem ganz breiten Publikum bekannt. Sie hatte das Stück 1991 mit dem wenig später an den Folgen von Aids gestorbenen Rockstar Freddie Mercury aufgenommen.

Auch in der Schweiz trat der Star auf: Zum Beispiel an der Art on Ice im Jahr 1996, wo sie den Auftritt von Denise Biellmann musikalisch begleitete.

Im Jahr 2009 stand sie bei der Eröffnungszeremonie der Davidoff Swiss Indoors in Basel neben Roger Federer auf der Bühne:

Montserrat Caballé und Roger Federer an den Swiss Indoors 2009.
Legende: Keystone/Archiv

Grosse Trauer auf soziale Medien

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bedauerte auf Twitter die «traurige Nachricht». «Eine grosse Botschafterin unseres Landes ist gestorben. Montserrat Caballé, ihre Stimme und ihre Sanftmut werden aber immer bei uns bleiben», schrieb der Sozialist.

Nicht nur er spricht seine Trauer aus. Auf den sozialen Medien häufen sich die Tweets zum Tod des Opernstars in Tausenden.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schmidlin (Queren life)
    Egal in welcher Höhenlage, ihre Stimme klang immer unbeschwert und wie selbstverständlich im Raum. Sie war mit ihrer Art auch für Menschen zugänglich, die nicht nach Operndivas suchten. Aber auch das Aussergewöhnliche findet irgendwann seine Ruhe und soll von den Zurückgelassenen weitergetragen werden.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Eine grossartige Sängerin ist leider von uns gegangen. Gerne erinnere ich mich an das wunderschöne Rezital, welches Frau Caballe vor einigen Jahren im kKL Luzern gegeben hat. Ihre Verbundenheit mit der Schweiz zeigte sie mit einem Schweizer Lied, welches sie als Zugabe auf Schweizerdeutsch sang. War so herzig. Und- wow - ihr Brillantring leuchtete bis weit in den Saal hinein. an ihrem Finger bis weit nach hinten. . Ich werde die Sängerin stets in guter Erinnerung behalten.
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  • Kommentar von Werner Sägesser (WeSä)
    Wenn ich das Video von „Barcelona“, werde ich wehmütig. Unvergleichliche Stimmen, für immer verstummt. Der Chor der Engel bekommt nahmhaften Zuwachs.
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Habe gerade die Olympiahymne mit Bild und Ton genossen. Wahrhaftig, der Auftritt der beiden Künstler hat Hühnerhautpotential.
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