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Amateurvereine lassen Profis an ihre Bücher
Aus HeuteMorgen vom 23.11.2020.
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Vereinsarbeit Kaum Freiwillige: Firma nimmt Sportvereinen Administration ab

Vor allem im Amateurbereich ist es schwer, Freiwillige für die Vereinsarbeit zu finden. Eine Basler Firma springt in die Bresche.

Tim Buchmeier, Student aus Basel, war selbst ehrenamtlich in einem Verein tätig. Er hat miterlebt, wie schwierig es ist, Freiwillige für die Administration zu finden. «Aus diesem Grund hatten wir die Idee, eine zentrale Stelle für diese Vereine zu bilden, die im Bereich Buchhaltung und Administration Unterstützung bietet.»

Dadurch, dass man das für viele Vereine gleichzeitig mache, sei es effizienter als ein vereinseigenes Sekretariat, sagt Buchmeier. Und schon war die Firma Redmin geboren. Das war vor knapp drei Jahren.

Anfänge in der Basler Agglomeration

Der erste Kunde war ein kleiner Fussballclub, der FC Pratteln. Die Geschäftsstelle, der Jahresabschluss, die Einforderung der Mitgliederbeiträge: Alles hat der FC Pratteln ausgelagert.

Da ist das Vertrauen fast ein bisschen grösser, weil ich weiss, das ist ein Geschäft.
Autor: Stefan KrähenbühlFC-Pratteln-Präsident

Der Präsident des Vereins, Stefan Krähenbühl, sieht darin kein Problem. Im Gegenteil: «Das klingt jetzt etwas frech, aber da ist das Vertrauen fast ein bisschen grösser, weil ich weiss, das ist ein Geschäft.»

Anzahl Klubs unter Vertrag steigt

Das Vertrauen ist da, auch weil die Spielregeln klar sind. Mitspracherechte gibt es für die externe Firma keine. Die Entscheidungskompetenzen bleiben ganz beim FC Pratteln. 12'000 Franken pro Jahr zahlt der Amateurverein für die administrativen Dienste, ein stolzer Betrag.

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Der FC Pratteln ist längst nicht der einzige Fussballklub, der die Leistungen der Basler Firma in Anspruch nimmt. Fast zehn Vereine sind es mittlerweile – Tendenz steigend.

Doch auch wenn viele Amateurvereine Probleme bekunden, Freiwillige zu finden: Nicht für alle kommt eine Auslagerung der Geschäftsstelle infrage.

Frage der kantonalen Unterschiede

Tino Schneider ist Präsident des Bündner Fussballclubs Chur 97. Er äussert – bei aller Sympathie für das Geschäftsmodell – gewisse Bedenken. «Gerade bei Redmin aus Basel stellt sich für mich die Frage: Wie stark haben sie einen regionalen Bezug zu Graubünden? Verstehen sie bestimmte Abläufe und Eigenheiten der Stadt und des Kantons? Und können sie damit umgehen?»

Anders sieht es der FC Pratteln. Dort kann sich der Präsident sogar vorstellen, die Sponsorensuche an die externe Firma abzugeben. Bedenken, zu viel Macht zu delegieren, gibt es dort kaum. Die Auslagerung von administrativen Tätigkeiten könnte bei Schweizer Sportvereinen weiter Schule machen.

SRF 4 News, 23.11.2020, 06:10 Uhr;

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