Zum Inhalt springen
Inhalt

Weisses Österreich «Von Minute zu Minute gibt es mehr Schnee»

Legende: Video Weisse Flocken ohne Ende abspielen. Laufzeit 01:22 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.01.2019.
  • Die Schneehöhen in Österreich werden immer bedrohlicher. Teilweise türmt sich die weisse Pracht inzwischen bis zu zehn Meter hoch.
  • In einigen Teilen der Steiermark und in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich wurde die höchste Lawinenstufe ausgerufen.
  • Nicht nur in Österreich, auch in Bayern kämpfen die Behörden mit den Schneemassen.

SRF-Korrespondent Peter Balzli berichtet, dass es «von Minute zu Minute» mehr Schnee gibt. Die Lawinengefahr habe sich im Vergleich zum Dienstag noch einmal erhöht. Zudem seien immer mehr Gebiete abgesperrt. So auch das Pitztal, vor dem sich Balzli am Mittwoch befindet.

Balzli ergänzt, dass in vielen Gebieten die höchste Lawinenstufe 5 ausgerufen wurde. Das bedeute, dass zu jedem Zeitpunkt eine Lawine niedergehen kann. «Deshalb sind diese Gebiete abgesperrt», sagt Balzli. Die Behörden würden alles daran setzen, dass es keine weiteren Toten gebe.

Der Leiter des Tiroler Lawinendiensts, Rudi Mair, sagt gegenüber SRF, dass die Situation zuletzt vor knapp 20 Jahren so prekär war. «Das war der Katastrophenwinter 1999. Auch dieses Mal haben wir die Situation, dass es schon seit über einer Woche schneit.»

Aktuell wird beraten, in welchen Gebieten Häuser evakuiert werden müssen. Laut den Behörden der Steiermark sind derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht, weil sie in sogenannten «Roten Zonen» liegen.

Die örtliche Lawinenkommission und der jeweilige Bürgermeister hätten in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob die Menschen die Gefahrengebiete verlassen müssen.

Gesperrte Strassen und abgeschnittene Dörfer

Wegen der Schneemassen sind ganze Dörfer abgeschnitten – darunter auch der Ort Galtür in Tirol. Ebenfalls nicht mehr erreichbar waren am Mittwoch die bei Skitouristen beliebten Orte Lech, Zürs und Stuben im Bundesland Vorarlberg sowie Obertauern in Salzburg. In vier österreichischen Bundesländern gilt derzeit in manchen Regionen die höchste Lawinenwarnstufe fünf.

In Tirol waren zeitweise rund 1000 Haushalte ohne Strom, in Niederösterreich 270, im Bundesland Salzburg rund 350. Besonders hart getroffen hat es dabei rund 60 Haushalte auf dem Rengerberg in der Gemeinde Bad Vigaun unweit der deutsch-österreichischen Grenze, die seit bereits vier Tagen ohne Stromversorgung auskommen müssen. Die Strasse auf den Rengerberg ist aufgrund des hohen Schneedrucks auf den Bäumen und der hohen Lawinengefahr gesperrt.

Alarmismus von Seiten der Behörden?

Am Dienstag war SRF-Korrespondent Balzli in Innsbruck. Er meinte, die Leute in den betroffenen Gebieten würden sich Sorgen machen. «Sie haben Angst, obwohl man da weiss, wie mit grossen Mengen Schnee umzugehen. Es gab ja bisher schon mindestens sechs Todesopfer.»

In den Sozialen Medien würden viele die Situation jedoch relativieren. «Sie ärgern sich über den Alarmismus. Es habe doch schon immer viel Schnee und Lawinen gegeben. Das stimmt, doch die Behörden wollen einem Katastrophenwinter, wie es ihn 1999 gab, vorbeugen.»

Auch Bayern betroffen

Auch im Südosten Deutschlands wird gegen die Schneemassen gekämpft: In Bayern wies das Forstamt darauf hin, dass Bäume durch die schwere Schneelast umstürzen oder abbrechen können. Vor allem im Süden und Südosten Bayerns sollten sich die Bürger daher möglichst nicht im Wald aufhalten und unter Bäumen generell vorsichtig sein. In vielen Landkreisen Bayerns haben die Kinder schulfrei.

Vorerst ist nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) kein Ende der aktuellen Wetterlage in Sicht. Von Nordwesten her ströme immer wieder feuchte Luft in Richtung der Alpen, staue sich und bringe grosse Schneemengen. Nach einer kurzen Beruhigung am Freitag und Samstag dürfte am Sonntag die nächste Schneefront die Alpennordseite erreichen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

34 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Da bin ich ganz ihrer Meinung! Wie wir im Sommer mit der Hitzedauer, und bei den Hitzegewitter viel örtlicher Niederschlag hatten gibt es jetzt halt Regional Extreme Schneefälle auch ein Zeichen der Klima Veränderung!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Es zeigt einmal mehr das der Mensch gegenüber der Natur jeglichen Respekt verloren hat, wenn man dann hier noch liest was manche Menschen für einen Stuss zusammen schreiben kann man nur noch ungläubig den Kopf schütteln!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Genau das Gegenteil ist der Fall. Denn es wird ja offensichtlich, dass die Behörden mehr als gewillt, ja radikal entschlossen sind, die Menschen zu schützen. Sie sehen also offenbar dass dies notwendig ist, was klar aufzeigt mit welchem Respekt diese Verantwortlichen der Natur gegenüber auftreten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Das Wichtigste ist doch, dass überhaupt Wasser, in welcher Form auch immer, vom Himmel fällt. Schnee im Winter ist nicht das Schlechteste. Braucht es nurnoch Zisternen, die das Schmelzwasser in trockenen Sommerabschnitten nutzbar machen. MfG
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Leo Degelo (Leo Degelo)
      Herr Amthauer, waren Sie schon mal in der Situation, dass sie nicht mehr wussten wohin mit dem Schnee vor der Türe und haben Sie schon mal Ihr Dach vom Schnee freischaufeln müssen? Getrauten Sie sich schon mal kaum zu schlafen, weil Sie Angst hatten es kracht? Ich glaube nicht. Mit dem Wasser gebe ich Ihnen absolut recht, aber bis dahin sind es noch viele unangenehme Stunden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen