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Panorama Weniger, dafür süssere Äpfel

Die Apfelernte in der Schweiz läuft auf Hochtouren. Nach dem nasskalten Frühling und dem heissen, trockenen Sommer fällt die Ernte dieses Jahr kleiner aus als erwartet. Immerhin sind die Früchte süsser als auch schon.

Kisten mit frisch gepflückten Äpfeln inmitten einer Apfelplantage.
Legende: Die diesjährige Apfelernte verspricht süsse Früchte. Keystone

Mit der Sorte Elstar hat die Apfelernte auf der Obstplantage von Fredy Zwimpfer in Oberkirch bei Sursee begonnen. Danach geht es an die Sorte Gala, bevor die Birnen an der Reihe sind. Ende Oktober schliesslich wird noch die späte Apfelsorte Braeburn geerntet.

Auf Zwimpfers neun Hektaren stehen gut 25'000 mannshohe Apfelbäume in Reih und Glied unter grossen Hagelschutznetzen. Ein Traktor mit vier kleinen Anhängern fährt langsam zwischen den Baumreihen durch, sechs Mann pflücken sorgfältig die schönen roten Früchte und legen sie in die grossen Lagerkisten.

Nasskalter Frühling, trockener Sommer

Dieses Jahr sind die Äpfel etws kleiner als in anderen Jahren. Kleinere Äpfel bedeuten auch weniger Gewicht und damit eine kleinere Ernte. Das hat vor allem mit dem diesjährigen Wetter zu tun: Der Frühling sei sehr nass und kalt gewesen, sagt Apfelbauer Zwimpfer. «Die besten Jahre sind für uns immer, wenn die Pflanzen im Frühling gut wachsen», sagt er. Danach sei die Trockenheit gekommen. Deshalb seien die Äpfel eher klein. Dafür habe man einen leicht höheren Zuckergehalt, also süssere Früchte.

Beliebte Gala-Äpfel

Die roten Gala-Äpfel sind die weitaus meistverkaufte Sorte in der Schweiz: Mehr als 30'000 Tonnen dürften heuer geerntet werden. Jeder dritte Apfel, der als Tafelobst in den Handel kommt, ist ein Gala. Die säuerlichen Elstar, die Zwimpfer ebenfalls anpflanzt, sind hingegen eher ein Nischenprodukt. Die Beliebtheit der Sorten wechsle fast von Jahr zu Jahr : «Es ist teilweise eine Mode-Erscheinung», sagt der Apfelproduzent. Dabei spielten offenbar vor allem die Farben und weniger der Geschmack der Äpfel eine Rolle, so Zwimpfer.

Doch die Produktion kann nicht auf Knopfdruck umgestellt werden. Bis ein Apfelbaum erstmals Früchte trägt, dauert es 2 bis 3 Jahre – und damit er rentiert, muss er 10 bis 15 Jahre lang Früchte liefern. Doch die Schweizer Obstbauern scheinen den Geschmack der Kundinnen und Kunden meistens zu treffen: Jahr für Jahr werden in der Schweiz rund 100'000 Tonnen Tafeläpfel gegessen. Diese kommen zu 95 Prozent aus inländischer Produktion.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von h. anni, zürich
    Und den besten aller "Backäpfel", den Boskop muss man bald mit der Lupe suchen und ist sauteuer und selbstverständlich so "modernisiert", dass er nicht mehr mehlig schmeckt. Muss er aber, um ein guter Apfel zu sein auf einer Wähe. Alles nur noch Gala, Gala, Gala
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    1. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      Ältere Apfelsorten generell und Hochstämmer im Speziellen haben es schwierig heutzutage, sind zu teuer (Ernte) und Kochäpfel unbeleibt (wer hat noch Zeit & Lust zu backen)... man findet sie aber schon noch, gerade der BoskOOP würde sich doch auch gut reimen mit einem bekannten Grossverteiler.
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