Wer kifft, fährt gefährlich schlecht

Ende der Debatte: Kiffer reagieren nicht angemessen auf Reize von aussen. Was Freunde des Joints gerne dementieren, ist nun wissenschaftlich bewiesen.

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Hirnregion weniger aktiv

Für die Studie rauchten Gelegenheitskiffer einen Joint oder einen ohne Cannabis. Vorher und nachher absolvierten sie einen Test. Die Aufgabe ähnelt dem Kurvenfahren oder dem Ausweichen von Hindernissen. Ein MRT zeichnete ihre Gehirnaktivität auf. Bei den Cannabis-Rauchern waren gewisse Hirnregionen weniger aktiv als bei der Placebo-Gruppe.

Eine neue Studie räumt Zweifel aus: «Berauschte Personen sind stärker auf sich selbst fixiert und absolvieren einen Reaktionstest deutlich schlechter und langsamer als jene, die ein Placebo geraucht hatten», so das Universitäre Rechtsmedizinzentrum (CURML) in Lausanne.

Nulltoleranz

«Es sind Hirnregionen, die sonst überraschende Ereignisse wahrnehmen und eine korrekte Reaktion veranlassen.» Unter Cannabis-Einfluss nehmen Menschen wichtige Reize nicht mehr unbedingt wahr und reagieren nicht darauf.

Eine andere Veränderung der Hirnaktivität wies auf selbstbezogene geistige Aktivität hin. «Die Personen scheinen sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken als der Aufgabe.» Fazit: Bekiffte Fahrer sind gefährlich, auch wenn nur kleine Mengen THC wie in der Studie konsumiert werden.

Autofahrer im Schnee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Konzentration müsste dem Verkehr gelten. Keystone

Die Resultate untermauern die Praxis der Schweiz, wo eine Nulltoleranz von Cannabis beim Autofahren gilt. Diese müsse auch weiterhin aufrecht erhalten bleiben, falls Cannabis legal werden sollte. In weiteren Studien wollen die Forschenden nun untersuchen, ob sich bei starken Kiffern die Gehirnstrukturen langfristig verändern.