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Panorama Zehntausende nach Zyklon «Pam» von Umwelt abgeschnitten

Am Wochenende preschte einer der schlimmsten Wirbelstürme der letzten Jahrzehnte über den südpazifischen Inselstaat Vanuatu. Wo man hinkommt, liegen Schutthaufen. Zehntausende Einwohner sind von der Umwelt abgeschnitten. Die «Glückskette» ruft zu Spenden auf.

Legende: Video Gewaltige Schäden auf Vanuatu abspielen. Laufzeit 01:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.03.2015.

Einsame Inseln im Pazifik sind für Urlauber der Inbegriff des Paradieses. Bei einem notwendigen Hilfseinsatz wie jetzt nach dem verheerenden Zyklon «Pam» ist die abgeschiedene Lage aber ein Albtraum. Das Ausmass der Schäden ist immer noch unklar – denn zu rund 80 Inseln gibt es weiterhin keinen Kontakt.

Viele Häuser zerstört

Aufklärungsflüge im Katastrophengebiet von Vanuatu haben erste Befürchtungen zu den Zerstörungen von Zyklon «Pam» bestätigt.

«Es gibt Berichte über katastrophale Verwüstung auf den Inseln Erromango und Tanna im Süden, wo nicht aus Beton gebaute Gebäude komplett platt sind und die Betonbauten keine Dächer mehr haben», sagte der Leiter des Büros der Hilfsorganisation Oxfam in der Hauptstadt Port Vila. Er schloss nicht aus, dass mehr als ein Drittel der 250'000 Einwohner im ganzen Land obdachlos geworden seien.

Sorge um südlich gelegene Inseln

Orla Fagan von der OCHA, dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der UNO teilte mit, dass das australische Militär nach dem Überflug erhebliche Zerstörung gemeldet habe. Die OCHA bestätigt bislang 24 Todesopfer auf Vanuatu.

Karte von Vanuatu
Legende: Vanuatu liegt etwa 2000 Kilometer von Brisbane entfernt im Südpazifik. SRF

Immer noch gelang es Helfern nicht, die Inseln mit gut 30'000 Einwohnern zu erreichen. Die südlichen Inseln lagen direkt im Auge des Zyklons, der in der Nacht zum Samstag über die Region nordöstlich von Australien gezogen war. Es war einer der mächtigsten je beobachteten Zyklone.

«Dies dürfte eine der schlimmsten Katastrophen sein, die wir je im Pazifik gesehen haben», beschrieb etwa der Vanuatu-Direktor der Hilfsorganisation Oxfam in Port Vila. «Vanuatu hat ein Desaster dieses Ausmasses in seiner jüngeren Geschichte noch nicht erlebt», bestätigte auch der Chef des Pazifikbüros der OCHA.

Auch Nachbarstaaten wie die Salomoninseln, Kiribati, Fidschi, Tuvalu und Papua-Neuguinea seien betroffen.

«Pazifikbewohner wissen sich zu helfen»

In der Hauptstadt Port Vila trafen derweil tonnenweise Hilfsgüter ein, etwa Plastikplanen, Nahrungsmittel, Trinkwasser und Erste-Hilfe-Pakete. In der Stadt selbst waren 90 Prozent der Gebäude beschädigt, aber einige Geschäfte öffneten wieder, wie der deutsche Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze berichtete. «Die Versorgung funktioniert notdürftig.» Trinkwasser sei teilweise wieder vorhanden, Strom aber nicht.

«Pam» sei zwar ausserordentlich gewaltig gewesen, sagte der Honorarkonsul, aber Pazifikbewohner seien auf Zyklone eingestellt. «Sie wissen sich zu helfen», meinte er. «Wir brauchen viel Tatkraft, aber mit australischer und neuseeländischer Hilfe können wir das hier sicher alles schnell wieder aufbauen.»

Folge des Klimawandels?

Laut Baldwin Lonsdale, dem Präsidenten des Inselstaates, hat der heftige Wirbelsturm die Entwicklung des Landes massiv zurückgeworfen. Er hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe für sein Land gebeten.

Zudem machte er den Klimawandel für die Katastrophe mitverantwortlich. Sein Land erlebe steigende Meeresspiegel und das Wetter sei unvorhersehbar geworden. Klimaexperten warnen seit langem, dass Treibhausgase in der Atmosphäre stärkere Wirbelstürme verursachen können.

Spendenaufruf

Logo und Schriftzug der Glückskette

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Opfer des Zyklons «Pam» auf Vanuatu auf. Spenden können Sie auf das Konto 10-15000-6 mit dem Vermerk
«Vanuatu» oder online.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Brönnimann Christoph, Thun
    Die Klimaforscher haben aufgrund von Simulationen dargelegt, dass die Druckunterschiede zwischen Wettersystemen (Hoch & Tief-Gebieten) mit steigender Temperatur zunehmen. Dies führt zu heftigeren und häufigeren Ereignissen. Da es sich offenbar um eine exponentielle Zunahme handelt sind solche Zeichen durchaus ernst zu nehmen. Dabei geht es nicht um das Einzelereignis sondern um die statistisch aufgezeigte Zunahme. Offenbar stimmt hier die These (=Simulation) zunehmend mit der Realität überein.
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  • Kommentar von Marc Caduff, Murten
    und wieder einmal einen Grund den Klimawandel zu erwähnen! Solche Szenarien hat es schon immer gegeben und wird es auch mit oder ohne Klimawandel geben!
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