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Panorama Zerstörerische Tornados auch in der Schweiz möglich

Im Vallée de la Sagne im Neuenburger Jura hat sich vor einem Jahr ein kleiner Tornado gebildet. Schon vor 45 Jahren hatte ein Tornado im Jura 79 Gebäude beschädigt. Ob es mit der Klimaveränderung mehr Tornados in der Schweiz geben wird, bleibt aber unklar.

Legende: Video Tornado im Vallée de la Sagne (NE) am 7.6.2015 abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 08.06.2016.

1971 zog der bislang letzte verheerende Tornado über die Schweiz. Er wirbelte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h durch das Waadtländer Vallée de Joux und beschädigte 79 Gebäude. «Dieses Ereignis ist etwas in Vergessenheit geraten», sagt SRF-Meteorologe Joel Rominger, «aber damals wurde auch ein Wohnwagen vom Wind 30 Meter weit geschleudert».

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Legende:Bauernhaus vor und nach Tornado – letztes Jahr im JuraGoogle Streetview (l) Ralph Grobe (r)

Vor einem Jahr bildete sich im Neuenburger Jura, im Vallée des Ponts bei der Gemeinde Les Ponts-de-Martel ein kleiner Tornado. «Das Ganze dauerte knapp eine Minute», erklärte Xavier Dumont der Neuenburger Nachrichtenplattform Arcinfo.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster. Der Tornado verursachte keine Schäden, «aber war spektakulär».

Mehr heftige Gewitter als früher

Ob es mit der Klimaerwärmung in der Schweiz künftig mehr Tornados geben wird, lässt sich nicht verlässlich voraussagen. Das Potenzial für starke Gewitter hat sich zwar erhöht, sagt SRF-Meteorologe Rominger. Das spricht auch für eine Zunahme von Tornados, aber es brauche noch weitere Voraussetzungen, damit es wirklich zu einem Tornado kommt. Andere Meteorologen bestätigen diese Einschätzung.

In den letzten Jahren ist es allerdings zu mehr Tornadomeldungen gekommen als früher. «Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass immer mehr Menschen dieses eindrückliche meteorologische Ereignis mit ihrem Handy auch als Foto oder Video festhalten können», sagt der Leiter des Sturmarchivs, Link öffnet in einem neuen Fenster Christian Matthys. Er setzt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Phänomen auseinander.

Der Jura ist ein Tornadogebiet

Die zentrale Gefahrenzone in der Schweiz sind die Jurahöhen. Wenn mit dem Südwestwind feuchtwarme Luft über die Jurahöhen geführt wird und dabei auf kalte Luft in der Höhe stösst, kommt es zu einer explosiven Mischung. Das Flachland und die Alpen sind hingegen weitgehend verschont von Tornados. In der Schweiz sind Tornados mit Bodenkontakt nicht häufig. In 10 Jahren werden etwa sieben Fälle gemeldet.

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