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Casting-Abzocker sind wieder aktiv
Aus Espresso vom 30.06.2021.
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Zu hohe Gebühren Casting-Abzocker sind wieder aktiv

«Castingbooster» vermittelt angeblich tolle Film- und Statistenrollen. Doch zuerst will die Firma kassieren.

Die Casting-Abzocker schreiben auf Gratis-Inserateportalen und Jobportalen für Studierende attraktive Schauspiel- und Statistenrollen für Filme und Werbespots aus. Wer sich bewirbt, erfährt schnell, dass er oder sie für die Rolle ausgewählt wurde. Dafür muss aber ein Vertrag unterzeichnet werden – mit einer happigen Einschreibegebühr. Im aktuellen Fall einer Firma namens Castingbooster sind es 169 Franken. Eine Jobgarantie gibt es nicht. Die zugesagte Rolle löst sich in Luft auf.

Das Büro von Castingbooster gibt es nicht

Castingbooster.com hat angeblich ein Büro in Zürich, ist dort aber nicht zu finden. Bewerberinnen, die die Kontaktperson persönlich treffen wollen, lässt die Firma abblitzen. Castingbooster ist für Bewerberinnen und Medien nicht greifbar. Auf Anfragen des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» hat sie nicht reagiert.

In den letzten Jahren suchten unter den Namen «Casting-Time» und «The Next Choice» bereits andere angebliche Castingvermittler mit praktisch derselben Masche zahlungswillige Opfer. Kurz nachdem «Espresso» über sie berichtet hat, sind sie von der Bildfläche verschwunden. Auch weil sich nach Hinweisen von Betroffenen und von «Espresso» kantonale Ämter eingeschaltet hatten.

Das sind die typischen Merkmale der Casting-Abzocker:

  • Die Filmrollen in den Inseraten klingen attraktiv. Im Mailverkehr mit Bewerbern kann dann plötzlich von ganz anderen Rollen die Rede sein.
  • Auch wenn man angeblich «ausgewählt» wurde, gibt es vor der Bezahlung einer hohen Gebühr keine weiteren Informationen zur Rolle.
  • Die angeblichen Castingvermittler sind nicht greifbar. Die Kontaktpersonen verstecken sich hinter Homepages und E-Mail-Adressen. Man kann sie nicht persönlich treffen oder mit ihnen telefonieren. Es finden sich keinerlei Informationen über sie.
  • Die Castingvermittler haben angeblich Büros in der Schweiz. Wer an der auf der Homepage angegebenen Adresse vorbeigeht, findet sie dort aber nicht.
  • Die Firmen schreiben von internationaler Erfahrung, Büros in den USA, Referenzen etc. Ihre Internetseiten sind aber nur wenige Monate alt.
  • Die Homepages und Verträge dieser Castingvermittler sind widersprüchlich. Castingbooster schreibt beispielsweise auf der Homepage: «CASTINGBOOSTER ist keine Agentur und keine Arbeits- oder Talent-Vermittlung.» Denn in der Schweiz braucht es dafür eine Bewilligung. Im Vertrag steht dann aber: «Direkte Vermittlung der Castings und Kontakte via E-Mail» sowie «Es werden nur seriöse Castings vermittelt.»

Wer auf solch fragwürdige Castingvermittler stösst, kann diese beim kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons melden, wo die Firma ihren Sitz haben soll.

Espresso, 30.06.2021, 08:13 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Stern  (Felix Stern)
    Ich finde diesen Artikel sehr hilfreich. Betrug ist Betrug und die Masche, um die es hier geht, ist Betrug. Ich finde, man kann den Opfern nur bedingt einen Vorwurf machen, weil man mit einen Zweckoptimismus an die Sache herangeht und nicht bei allen Möglichkeiten eine Due Diligence ausführt. Jetzt hat man eine Warnung, dass man solche "Agenturen" hinterfragen muss und sich niemals auf kostenpflichtige BEwerbungsprozesse einlassen darf (acuh wenn der Betrag relativ gering ist).
  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    Wieso wird nicht klar gesagt, dass das Wirtschaftskriminelle sind. Und Polizei u Justiz schaut nur zu.
  • Kommentar von hans schwarz  (ks)
    Haben die Eltern keine Aufsichtspflicht - oder gehen da wirklich auch Erwachsene hin? Ich staune, dass ein solches Geschäftskonzept einen einzigen Kunden findet.
    1. Antwort von Nadia Makita  (NadiaMakita)
      Sie haben Ihren Eltern in dem Fall als Jugendlicher alles erzählt, auch wenn Sie wussten das die evtl dagegen sind.
      Mal davon abgesehen, das man ja nicht davon ausgehen kann dass jede/r weiss dass dies nicht überall so läuft.
    2. Antwort von hans schwarz  (ks)
      @Makita: Eigentlich schon, ja - und meine Kinder taten es gleich. Und ich war auch nie einfach nur dagegen, sondern hab ihnen meine Sicht erklärt.