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Zum 75. Geburtstag Donna Leon – Autorin wider Willen

Mit den Romanen ihres «Comissario Brunetti» feiert sie weltweit Erfolge. Dabei wollte Leon gar nicht Autorin werden.

Frau
Legende: Donna Leon Die Erfinderin der Brunetti-Krimis wohnt in Venedig und der Schweiz. Keystone

Donna Leon kommt 1942 in New Jersey zur Welt. Nach ihrem Studium wandert sie in den 1960er-Jahren aus und arbeitet als Reiseleiterin in Rom, als Werbetexterin in London und unterrichtet Englisch in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. Seit 1981 lebt Donna Leon in Venedig, wo auch ihre bekannten Romane mit «Commissario Guido Brunetti» spielen. Dass sie mit ihren Bestsellern weltweit Erfolg hat, verdankt die Autorin einem Wink des Schicksals.

Autorin statt Doktorin

Eigentlich arbeitet die Literaturprofessorin im Iran an ihrer Dissertation über die englische Schriftstellerin Jane Austen. Doch ihre Arbeit geht im Chaos der islamischen Revolution 1979 verloren. Nachdem sie bereits fünf Jahre in die Doktorarbeit investiert hat, sieht die Amerikanerin dieses Ereignis als göttliche Fügung. «Das ist die Hand Gottes. Wäre das nicht passiert, wäre ich jetzt Professorin und nicht Autorin», sagt sie später in einem Interview.

Inzwischen lebt sie seit mehr als 30 Jahren in Venedig. Der morbide Charakter der Stadt inspiriert sie zu ihren Geschichten. Seit der Ersterscheinung «Venezianisches Finale» 1991 gibt Leon jedes Jahr einen neuen Brunetti-Krimi heraus. Mittlerweile sind 26 Fälle erschienen. Die gewaltlosen aber finsteren Romane werden in 34 Sprachen übersetzt und auf der ganzen Welt verkauft.

Ihre Liebe zur Oper und Venedig

Klassische Musik ist ihre grosse Leidenschaft. In der Oper kam ihr die Idee für ihre Geschichten mit Komissar Brunetti, als sie sich gemeinsam mit ihrem Sitznachbar über den Dirigenten aufregt. 2016 bringt sie zudem als Filmproduzentin einen Dokumentarfilm über die schlechteste Opernsängerin der Welt, Florence Foster Jenkins, heraus.

Eine weitere grosse Liebe ist die Legunenstadt Venedig. In ihrem Buch «Gondola» thematisiert Donna Leon das Problem der Kreuzfahrtschiffe, die vor der venezianischen Küste verkehren. Das Werk ist eine Liebeserklärung an ihre Wahlheimat. Anscheinend ist das italienische «Dolce Vita» eine Hauptzutat für ihre finsteren Kriminalfälle. Denn auf eigenen Wunsch hin werden ihre Bücher in Italien nicht verkauft. So kann die Schriftstellerin ihre Spaziergänge durch die Gassen Venedigs weiterhin in aller Unbekanntheit geniessen. Bodenständig, bescheiden und kultiviert: Das ist Donna Leon seit nun 75 Jahren.

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