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Zum Tod von Röbi Rapp Rückblick auf ein bewegtes Leben

Röbi Rapp und sein Partner Ernst Ostertag waren die ersten Homosexuellen, die ihre Partnerschaft eintragen liessen. Nationale Bekanntheit erlangten die beiden als Protagonisten des Kino-Films «Der Kreis».

Legende: Video Abschied von einem Pionier abspielen. Laufzeit 02:48 Minuten.
Aus Glanz & Gloria vom 30.08.2018.

Röbi Rapp ist laut einer Meldung von «Contrast Film» mit Hilfe einer Sterbeorganisation im Alter von 88 Jahren ruhig und friedlich zu Hause eingeschlafen – im Beisein seiner Liebsten.

Der Filmverleih produzierte mit Röbi Rapp und seinem Partner Ernst Ostertag den Film «Der Kreis». Er erzählt die Liebes- und Lebensgeschichte von Rapp und Ostertag. Die beiden waren 61 Jahre lang ein Paar.

Legende: Video Schweizer Filmpreis für «Der Kreis» abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 13.03.2015.

Liebe überwindet Repressionen und Schikanen

Zum ersten Mal begegnen sich die beiden Männer 1956 mit 26 Jahren im Zürcher Theater Neumarkt. Es ist der damalige Treffpunkt des Schwulen-Zirkels «Der Kreis». Der schüchterne Lehrer Ernst Ostertag verliebt sich sofort in Röbi Rapp. Dieser tritt bei diesen Treffen jeweils als Travestie-Künstler auf.

Legende: Video Die Liebesgeschichte von Röbi Rapp und Ernst Ostertag abspielen. Laufzeit 05:30 Minuten.
Aus Glanz & Gloria vom 26.06.2018.

Die Partys im Theater Neumarkt werden von der gleichnamigen Zeitschrift organisiert. «Der Kreis» ist damals eine international beachtete Publikation für Homosexuelle. Sie erscheint bis 1967 in Zürich, wo Homosexualität nicht strafrechtlich verfolgt wird.

Schwulen-Register und Tanzverbot für Männer

Obschon Zürich für Schwule damals rechtlich gesehen ein sicherer Hafen ist, haben Röbi Rapp und Ernst Ostertag mit Repressionen zu kämpfen. Insbesondere zwei Morde im Schwulenmilieu der Stadt verändern das Klima gegenüber Homosexuellen radikal: Die Polizei verschärft ihre Gangart. Um die legendären Bälle von «Der Kreis» zu verhindern, wird ein Tanzverbot für Männer erlassen. Es kommt in Zürich zu demütigenden Razzien im Schwulen-Milieu. Die Polizei beginnt, ein Homosexuellen-Register zu führen. Kein einfacher Start für die junge Liebe von Röbi Rapp und Ernst Ostertag.

Der 2014 erschienene Film «Der Kreis» erzählt, wie Rapp und Ostertag die Blütezeit und Zerschlagung der Organisation «Der Kreis» erleben. Und wie ihre Liebe trotz schwieriger Umstände über 60 Jahre Bestand hat.

Nach jahrzehntelangen Repressionen geht für Röbi Rapp und Ernst Ostertag 2003 einer ihrer grössten Wünsche in Erfüllung: Ihre Liebe wird offiziell anerkannt. Sie sind das erste Schwulen-Paar, das seine Partnerschaft im Kanton Zürich eintragen lässt.

Legende: Video 2003: Vorbereitungen für Registrierung («Schweiz aktuell», 27.06.2003) abspielen. Laufzeit 04:43 Minuten.
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 30.08.2018.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Ich muss mich sowohl fragen, was Herr Bolligers Kommentar soll, als auch, was Menschen dazu bewegt, Beileidsbekundungen im Voting abzulehnen. Das eine mag Unwissen über die Verstorbenen sein, das andere behandlungsbedürftige Homophobie. Auf jeden Fall aber halte ich es für unangebracht oder gar unanständig.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wir alle müssen einmal gehen! Nur die wenigsten Toten erhalten fettgedruckte Verkündungen in den Medien! Es sind aber nicht Menschen, die sich durch Jahrzehnte hindurch für Mitmenschen einsetzten (Aerzte, Politiker, Seelsorger, Sozialarbeiter oder Mütter, die 10 Kinder gross zogen und sich daneben im Geschäft KMU oder als Bauersfrau auf Hof und Feld tagtäglich abrackerten! Wer heute mit fettgedruckten Zeilen als verstorben gemeldet werden soll und dazu etwas sagen darf, bestimmen die Medien!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Diese hohe Zahl von Anklickungen der Einladung "Ablehnen" (über 150!), spricht "Bände"! Je exotischer und auffallender sich jemand gegen die bestehende Gesellschaft ein Leben lang verhält, desto mehr zustimmende "Fans" scheint er (oder sie) nach dem Ableben zu haben! Vor 2000 Jahren lief es auch schon genau gleich: Das "alte Römische Weltreich" hat sich selber zerfleischt (zerstört)!
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Ruhe in Frieden, lieber Röbi!
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