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Ein Spitalseelsorger will wieder zu seinen Patientinnen und Patienten
Aus Puls vom 25.05.2020.
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Zurück im Spital Trotz Corona für Patienten da sein

Ein Spitalseelsorger in Luzern nimmt wieder seine Arbeit auf – obwohl er selbst zur Covid-Risikogruppe gehört.

Eigentlich gehört Valo Hocher mit seinen 78 Jahren und seinem kranken Herz zur Risikogruppe für Covid-19. Doch davon lässt sich der Spitalseelsorger nicht bremsen. Oder besser gesagt: nicht mehr.

Zunächst blieb er während der Corona-Pandemie noch zu Hause. Allerdings: «Viele Patienten», das hat Valo Hocher von seinen Kolleginnen und Kollegen in der Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern gehört, «sind einsam und leiden darunter, dass sie niemand besuchen darf.»

Auch die Pflegefachfrau Sarah Drumm hat in dieser Zeit bemerkt, dass der Seelsorger eine Lücke hinterlässt: «Herr Hocher begleitet viele Patienten schon jahrelang, gerade die onkologischen Patienten. Da kam immer wieder die Frage auf, wie es Herrn Hocher geht und wann er wieder in der Klinik aufzufinden ist.»

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Valo Hocher: Die Einsamkeit bedrückte viele Patienten
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Keine Angst vor einer Ansteckung

Dann entschied die Klinikleitung, dass sich jene, die sich trotz Risikofaktoren gesundheitlich stark fühlen, wieder arbeiten dürfen. Für Valo Hocher steht sofort fest: Er will wieder für die Patienten da sein. Deshalb setzt er sich seit Anfang Mai wieder regelmässig in sein Auto und fährt in die Klinik.

Im Spital fühlt sich Valo Hocher zu Hause. Er war früher selbst Arzt, zuerst Hausarzt, dann Versicherungsarzt, wurde erst später Pfarrer und dann Spitalseelsorger.

Ihm ist klar: «Bei allen Diskussionen um die Risikogruppe, zu der ich eindeutig gehöre, dürfte ich nicht mehr arbeiten.» Obwohl eine Ansteckung mit Corona für ihn gefährlich werden könnte, Angst davor hat er nicht. «Ich habe das Gefühl, dass wir uns so schützen und abschirmen, dass das Risiko minimal ist», sagt Valo Hocher. Covid-Patienten hat er bisher keine besucht.

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Das Risiko ist Valo Hocher bewusst
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Lachen, schwelgen, trösten

Manchmal wünschen sich seine Patientinnen und Patienten vor allem jemanden zum Reden, zum Schwelgen in alten Zeiten, zum Lachen. Manchmal aber sind Trost und religiöse Rituale wie das Abendmahl oder die Krankensalbung wichtiger. «Der Mensch ist eben nicht nur Körper», sagt Valo Hocher, «er ist Gemüt und Seele und häufig in dem Bereich auch sehr betroffen.»

Besonders gefordert ist Valo Hocher, wenn jemand im Sterben liegt. Dann möchte er für die Strebenden, aber auch für die Angehörigen ganz besonders da sein, Corona zum Trotz.

Die Patienten schätzen es, weiss der Spitalseelsorger: «Es ist manchmal sehr berührend, was für Hoffnungen, aber auch was für Dank und Zufriedenheit zum Ausdruck kommen.» Die Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten sind Valo Hochers Lohn.

Puls, 25.05.2020, 21:05 Uhr

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