Die Gemeinde Elfingen liegt im Aargauer Fricktal. Zwar gehört das Dorf zum Bezirk Brugg. «Wir fühlen uns aber als Fricktaler, als Fricktaliener, wie man so schön sagt», erklärt Walter Fuchs. Er sieht sich selber als Urelfinger und freut sich über das Radioteam im Dorf.
«Elfinger sind komisch», sagt er lachend. «Sie sind ein tolles Volk, man muss einfach auf sie zugehen, dann kommt's gut». Das müsse man im Alltag machen, Vereine gibt es keine im Dorf. Aber wenn man freundlich grüsse, dann sei alles kein Problem, sagt er. Fuchs führt eine Besenbeiz im Dorf und ist hier geboren, kennt also die Eigenheiten der Elfinger.
Walter Fuchs steht im Dorfzentrum. Hier gibt es eine Bushaltestelle, einen Dorfladen, eine Beiz. Der Dorfladen hat am Mittwoch zwar geschlossen. Ebenso das Dorfkafi, das hier angegliedert ist. Rös Hostettler führt Laden und Kafi, nimmt es aber nicht so genau mit den Öffnungszeiten. «Wenn ich hier bin, kann man reinkommen. Der Mittwoch ist nicht frei, ich arbeite praktisch immer», sagt die Dorfladenbesitzerin.
Eigentlich wäre Rös Hostettler schon länger im Pensionsalter. «Aber wenn ich aufhöre, gibt es keinen Dorfladen mehr. Das wäre schade». Als die Dorfbeiz über zwei Jahre lang geschlossen blieb, eröffnete Hostettler gleich neben dem Dorfladen ein Kafi. Damit sich die Dorfbevölkerung trotzdem treffen konnte. Noch heute kommen Besucher und geniessen Kaffee oder «es Iiklemmts» bei ihr.
Die Dorfbeiz, der Sternen, ist unterdessen wieder geöffnet. Auch hier kann Elfingen auf die Erfahrung und das Know-How eines Beizers zählen, der eigentlich pensioniert sein könnte. Ueli Eichenberger, 70 Jahre alt, hat die Beiz vor einem Jahr übernommen. Der gelernte Confiseur und Konditor hat schon in vielen Hotels gearbeitet. Zuletzt war er auf der Sennhütte in Effingen. «Dort habe ich mein Ziel erreicht. Das Restaurant in Elfingen habe ihn als zugezogenen Fricktaler gereizt, sagt er.
Die Stammgäste folgen Ueli Eichenberger überall hin. Am Stammtisch in der Dorfbeiz sitzen vier ältere Männer und eine Frau. Sie kommen aus der Region, aber nicht aus Elfingen, sagen sie der Reporterin. «Wir sind hier wegen Ueli. In dieser Beiz haben auch Normalos wie wir Platz. Hier wird man nicht komisch angeschaut», sagt ein Gast. Und die selbstgemachten Nussgipfel und das Ofenbrot seien legendär hier.
Tatsächlich findet sich im Sternen viel Selbstgemachtes. Patisserie, Canapés, Nussgipfel. «Am Wochenende mache ich selber Zopf, der auch verkauft wird hier, die Leute schätzen das», sagt Wirt Ueli Eichenberger. «Wir geben uns Mühe, mit Selbstgemachtem, mit der bekannten Rösti von früher. Wir machen es glaub gut», sagt der 70-Jährige. Er übernahm von den Vorgängern, die aus gesundheitlichen Gründen nach vielen Jahren aufhören mussten.
Momentan sollte sich der Sternenwirt wegen einer Fussoperation eigentlich schonen. Trotzdem ist er mit Stöcken in der Beiz unterwegs und schaut zu den Gästen. «Es kommen viele Auswärtige, etwas wenig Elfinger», sagt er. Er hoffe, dass man die Dorfbevölkerung vermehrt im Sternen antreffen werde. «Ein Gedankenaustausch am Stammtisch wäre schön». Nur so könne er als Beizer überleben, sagt Eichenberger gegenüber SRF.
Die Leute sind offen und diskutieren gerne mit dem Radioteam, an diesemTag bestehend aus Reporterin und Fotograf. Man wird rasch zum Kaffee eingeladen, erfährt Wanderrouten und Aussichtspunkte, die als Geheimtipps gelten. Auch an einem Frühlingsferientag trifft man Leute an, wenn auch vorwiegend Pensionierte. Fazit: Das kleine Dorf im Fricktal ist weit mehr, als nur ein Durchfahrtsort für Grenzgänger.