Hochhaus-Boom Aarau Regio will ein Konzept für die ganze Region

Die Veränderungen rund um das Fussballstadion Torfeld Süd in Aarau befeuern die Diskussion über Hochhäuser. Die planerischen Arbeiten für die drei neuen Hochhäuser können einfliessen in das regionale Hochhauskonzept. Dahinter steht der Gemeindeverband Aarau Regio.

Wappen und Bilder diverser Gemeinden rund um Aarau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ob ländliche oder städtische Gemeinden – von Hochhäusern sind alle betroffen. Deshalb will Aarau Regio ein Konzept. Screenshot aarau-regio.ch

Hochhäuser sind im Trend, sie erleben eine Renaissance. Die Gründe liegen auf der Hand:

  • Verdichtetes Bauen ist nach den neuen Baugesetzen erwünscht.
  • Bauen in die Höhe lässt Grünflächen frei.
  • Hochhäuser sind finanziell interessant für Investoren.
  • Hochhäuser entstehen in der Regel in städtischen Gegenden, urbanes Wohnen ist beliebt.
  • Sind Hochhäuser an guten Lagen (zentral, Anbindung an den öffentlichen Verkehr), können sie den Verkehr stark reduzieren.
  • Mit Hochhäusern kann man Orte auszeichnen, die für eine Gemeinde wichtig sind, sie können als Zeichen gesetzt werden.
Das Gais-Hochhaus in Aarau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das jüngste Hochhaus in Aarau in der Gais, Sitz von Gastro Social. Die neuen Hochhäuser wären höher. Stefan Ulrich/SRF

Der Planungsverband Aarau Regio hat sich mit dem Thema Hochhäuser auseinandergesetzt. Die Erkenntnis: Sie betreffen städtische UND ländliche Gemeinden, deshalb brauche es ein regionales Hochhauskonzept.

Kürzlich hat der Vorstand von Aarau Regio dem Zürcher Büro Eckhaus AG den Auftrag erteilt, das Konzept zu erarbeiten. Bis spätestens Ende 2017 soll es vorliegen, das sagt Urs Affolter, Architekt und Raumplaner sowie Gemeindeammann von Buchs, auf Anfrage von Radio SRF.

Koordination ist zentral

Bei Hochhäusern sei die gemeindeübergreifende Planung wichtig, sagt Affolter: «Die machen nicht Halt vor Gemeindegrenzen. Man sieht sie von überall her. Da ist Koordination in der Region unumgänglich.»

Der Planungsverband Aarau Regio liess sich bei seinem Konzept inspirieren von der Mitgliedsgemeinde Suhr. Diese hat nämlich schon ein eigenes Hochhauskonzept erstellt. Aarau Regio begrüsst das Papier, betont aber in einer Stellungnahme den gemeinsamen Austausch: «Die Koordination über die Gemeindegrenze hinaus muss noch erfolgen. Die Ergebnisse sollten noch im laufenden Verfahren ins Hochhauskonzept einfliessen.»

Aarau solle nicht überstürzt handeln

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Hochhaus

Ein Hochhaus ist definiert als ein höherer Bau, der im Rahmen der Regelbauweise in einer Bauordnung nicht vorgesehen ist. In der Regel gelten Gebäude mit acht Geschossen und einer Höhe von 25 Metern und mehr als Hochhäuser.

Unterschrieben ist der Brief von Aarau Regio an die Gemeinde Suhr von der Verbandspräsidentin Jolanda Urech, ihres Zeichens auch Stadtpräsidentin von Aarau. Und diese Stadt, die wichtigste Gemeinde im Planungsverband, hat nun plötzlich selber ein riesiges Hochhausprojekt auf dem Tisch.

Der Stadtrat will es in einem Rekordtempo durchwinken, denn vom Gelingen dieses Projekts hängt der Bau des Fussballstadions im Torfeld Süd in Aarau ab. Aarau muss seine Bau- und Nutzungsordnung revidieren, damit die Hochhäuser überhaupt möglich sind.

Die Nachbarn, allen voran die Gemeinde Buchs, hoffen nun, dass sich Aarau an das hält, was ein zentraler Punkt sein wird im neuen regionalen Hochhauskonzept, nämlich die enge Absprache mit den Nachbarn. Urs Affolter, Ammann von Buchs: «Ich halte den Standort Torfeld Süd durchaus für denkbar. Nun wird es Gelegenheit sein, das im Rahmen der Konzepterarbeitung auch zu erhärten.»