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Legende: Audio Ein Abschliessbares Zimmer und geregelte Freizet für Care-Migrantinnen abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 02.04.2019.
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Aargauer Gesundheitssystem Bessere Arbeitsbedingungen für 24-Stunden-Pflegerinnen

  • Angestellte, die Alte oder Kranke rund um die Uhr zu Hause pflegen, sollen bessergestellt werden. Die Aargauer Regierung stimmt dem Bundesrat zu und will die meisten seiner Vorschläge übernehmen.
  • Verbessert werden sollen damit die Bedingungen für so genannte Care- oder Pendel-Migrantinnen. Dies sind meist Frauen aus Osteuropa, welche drei Monate in der Schweiz arbeiten, in ihre Heimat zurückkehren und dann wieder in die Schweiz kommen.
  • Angepasst werden soll der «Normalarbeitsvertrag für Hauspersonal». Besser geregelt werden sollen etwa die Ruhezeiten, die Unterkunft oder die Vergütung der Präsenzzeit.
  • Die Gewerkschaften begrüssen diese Anpassungen in ihrer Anhörungsantwort von Ende März. Auch der Aargauische Gewerbeverband stimmt zu.

Rund 5000 Personen werden in der Schweiz von einer 24-Stunden-Betreuung gepflegt. 10'000 Care-Migrantinnen arbeiten laut dem Bundesrat in unserem Land. Ihre Arbeitssituation soll verbessert werden, so das Ziel der Landesregierung. Sie hat eine Mustervorlage zum «Normalarbeitsvertrag für Hauspersonal» erarbeitet, welche die Kantone übernehmen sollen.

Der Aargauer Regierungsrat hat diesen Vorschlag fast genau so übernommen. Dazu gehören etwa ein eigenes, abschliessbares Schlafzimmer für die Pflegerinnen in der Wohnung der betreuten Person, Zugang zu Bad und Waschmaschine, geregelte Freizeit und vor allem eine bessere Entschädigung der Präsenzzeit – jener Zeit, in welcher sie auf Abruf in der Wohnung sind.

23 statt 18 Franken Stundenlohn gefordert

Die Aargauer Gewerkschaften stehen hinter diesen Verbesserungen. Es sei wichtig und richtig, dass die Gesundheit der Pflegepersonen besser geschützt werde, sagt Sophie Kwass von der Unia. Noch nicht zufrieden ist sie allerdings mit dem vorgeschlagenen Stundenlohn von 18 Franken. Der Mindestlohn soll 23 Franken betragen, damit Pflegende davon leben könnten. Die Einhaltung der Standards soll kontrolliert werden. Laut Unia bieten sich dazu die Hausärzte der betreuten Personen an.

Die vorgeschlagenen Verbesserungen führen dazu, dass die Kosten der 24-Stunden-Betreuung ansteigen werden. Der Bundesrat geht davon aus, dass sie pro Monat um 1200 Franken steigen – bei Kosten von 2500 bis 15'000 für die Rund-um-die-Uhr-Pflege.

Bei Pro Senectute Aargau begrüsst man die Verbesserungen trotzdem. Das Angebot soll nicht nur etwas für eine reiche Kundschaft sein, meint Claudia Mafli. Jeder Fall müsse situativ angeschaut werden. Die Gemeinde oder die Sozialversicherung könne jeweils einen Teil der Kosten übernehmen. Die Pflege zu Hause sei auch nicht immer die beste Variante. Je nach Gesundheitszustand seien Pflegebedürftige in einem Heim besser aufgehoben.

Auch der Kanton Solothurn arbeitet an der Umsetzung der bundesrätlichen Vorschläge. Die neue Regelung soll möglichst ab 2020 gelten, heisst es beim zuständigen Amt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Robert Frei (RFrei)
    Es ist sicher keine Lösung des Problems der Pflege, wenn man aus dem Ausland billige Arbeitskräfte herholt und nach dem ausländischen tieferen Lohnniveau entlöhnt. Dazu müsste man Lösungen im eigenen Land finden, die man sich leisten kann. Für die Ausländerinnen geht der Deal auf, da sie innert kurzer Zeit viel mehr verdienen als zu Hause. Wenn nun das Lohnniveau auf das Schweizerische angehoben werden soll, ist das zwar gut gemeint, aber dann kann sich das in der Schweiz kaum jemand leisten.
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