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Aargauer Justiz Mehr «Rache-Anzeigen» gegen Polizisten und Richter

  • Gemäss dem leitenden Oberstaatsanwalt des Kantons Aargau, Philipp Umbricht, nimmt die Zahl der Strafanzeigen gegen Behörden stark zu.
  • Strafanzeigen gebe es gegen Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Jäger oder sogar Feuerwehrleute.
  • Das Problem: Viele der Strafanzeigen seien haltlos, verursachten aber viel Arbeit bei den Behörden.
Polizist von hinten
Legende: Keystone

Wer sich zum Beispiel bei einer Polizeikontrolle ungerecht behandelt fühlt, kann die Polizisten anzeigen. Wenn ein Richter im Rahmen eines Strafverfahrens ein Konto sperrt, kann der Konto-Inhaber den Richter anzeigen. Solche Strafanzeigen – etwa wegen Amtsmissbrauch – hätten in den letzten Jahren stark zugenommen, sagt der Aargauer Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht.

Es sei relativ einfach eine solche Strafanzeige einzureichen, sie würden aber einen grossen Aufwand verursachen, denn Polizei und Staatsanwaltschaft seien verpflichtet jeder Anzeige nachzugehen.

Die Gründe bleiben unklar

Das grundsätzliche Problem seien dabei nicht die legitimen Strafanzeigen, so Umbricht. Die überwiegende Mehrheit der Strafanzeigen seien aber haltlos und reine «Rache-Anzeigen» gegen Polizisten oder Richter, klagt der Oberstaatsanwalt.

Auf die Frage, warum es immer mehr solche Strafanzeigen gibt, weiss Philipp Umbricht keine Antwort. Viele versuchten das Verfahren gegen sich zu torpedieren, aber es habe auch die Hemmschwelle abgenommen, solche Strafanzeigen einzureichen, vermutet Umbricht.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    Der Bürger ist gut beraten mal seine Pflichten in unserem Rechtstaat kennen zu lernen. Ich würde auch Menschen schätzen, die dem Bürger nicht nur seine Rechte lehren, sondern auch seine Pflichten. Statt Rechtsprofessor ein Pflichtprofessor. Bin überzeugt, der Bürger würde das Verhalten der Polizisten, ZVV Kontrolleuren, Zugsbegleiter, Feuerwehren, viel besser verstehen. Denn der Bürger würde dann sein Fehlverhalten im Alltag noch viel besser verstehen und etwas im Verhaltensmuster ändern.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Es wäre angebracht über einen Schnellrichter nachzudenken. Einer der Bagatellen gleich gewisse Beschwerde (Dauernörgler) abschmettern kann.
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  • Kommentar von Daniele Schranz (CWL Media Group)
    Spannend an dem Artikel ist das am Ende noch klein laut zugegeben wird das die Gründe für diese zahlreichen Anzeigen doch noch unklar sind obgleich im Titel "Rache" steht. Wenn so viele Anzeigen gegen Behördenmitglieder eingehen, ob nun zu recht oder nicht, ist es aus meiner Sicht ein kritisches Signal für die Gesellschaft und das (offenbar schwindende) Vertrauen in Schweizer Behörden. Behördenmitglieder mit Mitleid zu überspülen finde trifft weder die Kernproblematik noch ist es zielführend.
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