Baden lacht (auch) über den Stadtammann

Es gibt Jahre, da tun sich die Fasnächtler schwer, gute Themen für ihre Verse zu finden. 2015 ist das Gegenteil der Fall: Die Nacktbilder des Badener Stadtammanns sorgen in der ganzen Schweiz für Lacher. In Baden muss aber nicht nur Geri Müller unten durch, auch die Medien werden kritisiert.

Nein, es geht nicht nur um Geri Müller an der Badener Fasnacht. Eines der Hauptthemen der Schnitzelbankgruppen ist der schwache Euro. Auch die undurchsichtige Affäre zwischen einem Zuger SVP-Politiker und einer Grünen ist ein beliebtes Sujet.

Der absolute Hit bei den Badener Schnitzelbänken sind aber trotzdem der Stadtammann und seine Nackt-Selfies. Die «Schwäfelsüüder» beispielsweise frotzeln: Die Stadt Baden müsse so sehr sparen, dass der Ammann sogar nackt im Büro sitzen müsse.

Rolle der Medien hinterfragt

Insgesamt gehen die Schnitzelbänke mit «Gerigate» recht differenziert und intelligent um. Viele Gruppen verarbeiten das Geschehen in Form von Wortspielen. Erstaunlich, wo die Buchstabenfolge G E R I überall vorkommt.

Auch literarische Ansätze gibt es. So verpackt die Gruppe Salz & Pfäffer den Chat zwischen Geri Müller und der Frau in die Form eines Gedichts. Salz & Pfäffer haben daraus eine Coverversion von Goethes «Erlkönig» gemacht.

Viele Schnitzelbank-Gruppen nehmen die Berichterstattung der Medien aufs Korn. Viel zu viel sei geschrieben worden, hiess es in mehreren Beiträgen. Und vor allem wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt richtig gewesen sei, die Nackt-Selfies öffentlich zu machen.

Die Kritik richtete sich in erster Linie gegen die «Aargauer Zeitung». Ihre Sonntagsausgabe hatte den Fall ins Rollen gebracht. Die AZ wurde von der Gruppe Blächschade als «Käseblatt» tituliert.