Doppelspur Laufental Bahn-Ausbau: Dem Kanton Solothurn geht es zu langsam

Der Doppelspur-Ausbau der Bahnlinie durchs Laufental würde das Bahnangebot für Schwarzbuben und Grenchner verbessern. Für den Bund hat das Projekt keine hohe Priorität. Für den Solothurner Kantonsrat aber schon. Deshalb zahlt der Kanton jetzt die Projektierungskosten aus dem eigenen Sack.

Ende 2015 wurde der direkte ICN-Zug Basel-Genf via Laufental und Grenchenbergtunnel gestrichen. Wegen einer Baustelle in Lausanne hatte die SBB den Fahrplan angepasst. Deshalb ist Bahnfahren für viele Schwarzbuben und Grenchner heute weniger attraktiv:

  • Wollen Schwarzbuben von Laufen nach Lausanne oder Genf, müssen sie neu umsteigen.
  • Wollen Grenchner oder Bieler nach Basel, haben sie ab Grenchen Nord nur noch einen Zug pro Stunde.

Den Kantonen Solothurn, Jura, Basel-Stadt und Basel-Landschaft passt das nicht. Sie wollen in Zukunft ein besseres Bahn-Angebot auf der Linie durchs Laufental:

  • Neu sollen wieder direkte Züge Basel-Genf via Laufental und Grenchenbergtunnel fahren
  • Neu soll es jede halbe Stunde einen Schnellzug geben von Biel via Grenchen Nord nach Basel
Bahnhofschild Grenchen Nord Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Solothurner und Basler wünschen sich mehr direkte Verbindungen in die Westschweiz über Grenchen Nord. Bähram Alagheband/SRF

Auch Solothurner Kantonsrat will zahlen

Möglich werden diese Wünsche aber nur, wenn die Bahnlinie ausgebaut wird. Zum Teil ist sie nämlich nur einspurig. Am dringendsten ist der Ausbau auf Doppelspur zwischen Duggingen und Grellingen Chessiloch.

Für den Bund hat dieser Ausbau keine hohe Priorität. Für die Kantone aber schon. Deshalb haben die Regierungen beschlossen, die Projektierungskosten für den Doppelspurausbau aus dem eigenen Sack zu bezahlen.

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Solothurner Regierung

Am Dienstag hat nun das Solothurner Kantonsparlament dieses Vorgehen gebilligt. Der Kantonsrat hat einen Kredit von knapp 400'000 Franken genehmigt - einstimmig mit 93 zu 0 Stimmen. Auch die Parlamente der anderen betroffenen Kantone haben ihre Kredite bereits abgesegnet.

Insgesamt zahlen die Kantone Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura zusammen 2,9 Mio. Franken, damit die nötigen Pläne gezeichnet werden können. Dieses Geld für die Projektierung wird vom Bund nicht zurückerstattet, weil der Bund das Projekt noch gar nicht genehmigt hat.

ICN-Neigezug fährt durch verschneite Landschaft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Solothurner Kantonsparlament wünscht sich mehr Zug im Laufental. Auch wenn es etwas kostet. Keystone

Baubeginn 2019?

Es wird davon ausgegangen, dass der Bund den Doppelspurausbau im Laufental 2019 genehmigt. Danach könnte gleich mit dem Bau begonnen werden. Es wird mit einer Bauzeit von rund 30 Monaten gerechnet.

Das eigentliche Bauprojekt wird der Bund bezahlen. Die Kantone werden es aber vorfinanzieren und der Bund wird dieses Geld später zurückzahlen.