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Aargau Solothurn Beliebte Nacht-Spitex und die Kosten

Der Bedarf nach Spitex-Leistungen in der Nacht wäre sehr wohl vorhanden, heisst es bei Spitex-Organisationen in den Kantonen Aargau und Solothurn. Allerdings kosten solche Angebote mehr. Entsprechend zurückhaltend sind die Spitex-Organisationen und auch jene, welche sie mitfinanzieren.

Aktuell kann nur ein kleiner Teil der Aargauer Bevölkerung auf Spitex-Dienste während der Nacht zurückgreifen, nämlich jene Leute, die im Fricktal wohnen. Nur die Gemeinden dieser Spitex-Organisation bieten einen Nachtdienst an. Der Bedarf wäre wohl grösser, vermutet Max Moor vom Aargauer Spitex-Verband – und er dürfte noch ansteigen, aus verschiedenen Gründen.

Genau auf Kosten achten

Eine Frau pflegt einen Mann im Bett.
Legende: Pflege durch die Spitex in der Nacht wäre nötig, kostet aber viel. Keystone

Einerseits führt der demographische Wandel dazu, dass die Leute immer älter werden. Andererseits wollen viele auch bei Alter und Krankheit so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden sein. Das stellt auch die Pflege im eigenen Zuhause vor Herausforderungen. Unter anderem deshalb haben Spitex-Organisationen in der Region Solothurn am 1. Juni einen Pilotversuch gestartet, in dem sie den Nachtdienst testen.

Im Fricktal kennt die Spitex dieses Angebot seit sechs Jahren. Man mache gute Erfahrungen damit, heisst es bei der Spitex. Aber das Angebot sei schon teuer, gibt die Geschäftsführerin Rosmarie Urich zu. «Wir erhalten für die Leistungen in der Nacht den gleichen Betrag wie für die Leistung am Tag.»

Auch deswegen prüft die Spitex Fricktal sehr genau, in welchen Fällen Nachteinsätze sinnvoll sind oder wo eine andere Lösung besser wäre. Falls nötig könne man als Überbrückung aber auch längere Zeit Nachtbesuche machen, heisst es weiter.

Gemeinden sind vorsichtig mit Zusatzdiensten

Die Finanzierung des Nachtdienstes sei tatsächlich ein Hauptproblem, sagt Max Moor vom Aargauer Spitex-Verband. Es hätten sich schon mehrere Organisationen mit dem Thema beschäftigt und die Organisation sei schwierig, «aber unter dem Strich spielen die Kosten eine grosse Rolle.»

Laut dem nationalen Krankenversicherungsgesetz übernehmen die Krankenkassen nur einen Teil der Spitex-Kosten. Im Aargau ist sei das ungefähr die Hälfte der tatsächlichen Kosten, heisst es beim Verband. Die restlichen Kosten müssen die Gemeinden tragen. Diese haben aber – gerade in der aktuellen Spardebatte – wenig bis gar kein Interesse an zusätzlichen Kosten und damit auch nicht an zusätzlichen Diensten der Spitex.

Das sieht auch der Spitex-Verband ein. Dennoch zeigt sich Geschäftsleiter Max Moor überzeugt, dass ein Nachtdienst auch finanziell lohnenswert wäre, wenn nicht für die Gemeindne selbst, dann auf übergeordneter Ebene: «Wenn wir die Leute lange mit guter Qualität zu Hause lassen können, dann spart dies Pflegekosten.»

Wie viele Aargauer und Solothurner Gemeinden bzw. Spitex-Organisationen in Zukunft so rechnen und dann einen Nachtdienst einführen, das wird sich zeigen. Vorerst bleiben das Fricktal und die Region Solothurn-Zuchwil die einzigen Beispiele.

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