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Die Schaustellerin Maya Hauri kämpft ums Überleben
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 09.07.2020.
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Corona-Krise Schaustellerin Maya Hauri: «Wir wurden vergessen»

Maya Hauri aus Aarau leidet: Kinderkarrussel, Autoscooter, eine Eisenbahn und die Confiserie Hauri, mit Magenbrot und Süssigkeiten. Maya Hauri führt ihren Schausteller-Familienbetrieb seit 10 Jahren allein, davor 30 Jahre lang gemeinsam mit ihrem Mann.

Die 63-jährige Aarauerin malt eine düstere Zukunft: «Alle Feste werden laufend abgesagt. Wir haben Lagerkosten, Krankenkassenkosten, viele Schausteller sind bald finanziell am Ende», sagt sie stellvertretend für die 320 Schausteller in der Schweiz. Ihre Feste seien bis Ende September alle abgesagt.

Zuckerwatte
Legende: Keystone

Gang aufs Sozialamt: Er habe eine Krisensitzung nach der anderen, sagt Peter Howald, Präsident des Schaustellerverbands Schweiz, auf Anfrage von SRF. Er hat im Mai bereits gewarnt, dass 90 Prozent der Schausteller die Coronakrise nicht überleben könnten. Das sei auch jetzt im Juli noch so, sagt Howald. «Gewisse gehen unterdessen schon aufs Sozialamt, es ist dramatisch», so Howald weiter.

Gewisse Schausteller gehen unterdessen schon aufs Sozialamt, es ist dramatisch.
Autor: Peter HowaldPräsident Schweizer Verband der Schausteller SVS

Unsicherheit, die zermürbt: Maya Hauri versucht positiv zu bleiben, auch wenn ihr das oft schwerfalle, sagt sie gegenüber SRF. Ihre drei Angestellten aus dem Ausland hat sie nicht aufgeboten, die Familienmitglieder, die helfen, auch nicht. Die Lastwagen hat sie nicht eingelöst.

Trotzdem brauche sie Einnahmen, sagt sie. Das Lager in Oensingen zum Beispiel koste. Sie hoffe auf Festplätze im Winter, am Zibelimäret Oensingen (SO) oder Weihnachtsmärkte wie jener in Zofingen (AG). «Es ist alles so vage, die Sicherheit fehlt», sagt die langjährige Schaustellerin weiter.

Unsere Branche ging einfach vergessen.
Autor: Maya HauriFestplatz Hauri, Schaustellerin aus Aarau

Hilft der Bund oder wird es eng? Sie fühle sich vom Bund im Stich gelassen, sagt Maya Hauri. «Unsere Branche ging einfach vergessen». Der Verband hofft auf Vorschläge vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco. Diese seien auf den 8. Juli angekündigt gewesen, nun werde man erneut vertröstet, sagt Verbandspräsident Howald gegenüber SRF.

Beim Seco heisst es auf Anfrage, der Bundesrat prüfe bis Ende August, was als Härtefall gilt und was nicht. Erst danach könne man allfällige Gelder sprechen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 12:03 Uhr;

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