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Existenzängste bei Schausteller-Familien
Aus HeuteMorgen vom 18.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
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Wegen Corona in Nöten Die meisten Schausteller stehen vor dem Konkurs

Verzweiflung macht sich bei den Schaustellern und Markthändlergeschäften breit. Sie hoffen jetzt auf Hilfe vom Seco.

Der Moment auf der Achterbahn, wenn die Wagen auf der Schiene in rasender Geschwindigkeit in die Tiefe stürzen: Dieser Moment könnte in Zeiten von Corona als Symbol stehen für die verzweifelte Stimmung unter den Schaustellern und Markthändlern nach dem faktischen Arbeitsverbot.

Der Präsident des Schaustellerverbands Schweiz, Peter Howald, sagt es ohne Umschweife: «Für die Schausteller bedeutet das Existenzangst, weil sie keine Einnahmen mehr generieren können. Wenn das so weitergeht, gehen viele Konkurs. 90 Prozent überleben das nicht.»

Meistens Familienbetriebe

Dafür, dass die Existenz so vieler Betriebe gefährdet sei, hat Howald eine einfache Erklärung. Die meisten Schausteller- und Markthändlergeschäfte seien mittlere und kleine Familienbetriebe – oft mit einem Jahresumsatz von 80'000 bis 90'000 Franken. Die Corona-Hilfen des Bundes, etwa die Entschädigung für den Erwerbsausfall, könnten den kompletten Verdienstausfall nicht decken. «Das reicht bei Weitem nicht», so Howald.

Deshalb schrieb Oskar Herzig, Sprecher der Berufsverbände der Schausteller- und Markthändlerverbände, in ihrem Namen am 1. Mai einen Hilfe suchenden Brief an Bundesrat Guy Parmelin und Seco-Direktorin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Die Antwort des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) steht noch aus. Und an der Basis wachse die Unruhe, berichtet Herzig. «Die Betroffenen werden immer nervöser und ich bekomme stündlich Telefonate. Ist der Brief da? Was passiert jetzt mit uns? Das sind sehr viele Familienbetriebe. Das ist sehr schlimm.»

Antwort «so bald wie möglich»

Seco-Mediensprecher Fabian Maienfisch stellt auf Anfrage von SRF eine Antwort der Staatssekretärin in Aussicht – so bald wie möglich. Das Seco nehme die Sorge und die Herausforderungen der Schausteller und Markthändler sehr ernst, schreibt er.

Vielleicht gibt es Hoffnung, dass sich spätestens ab September die Karussells wieder drehen können – zur Freude der Schausteller und Marktfahrer und der vielen Besucherinnen und Besucher.

SRF 4 News, Heute Morgen, 18.05.2020, 06:00 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    In den Kommentaren hier wird leider zT wieder Stimmung gemacht gegen die richtigen Massnahmen des Bundesrates. Im Tages Anzeiger von heute Montag wird eine grossangelegte Umfrage veröffentlicht in der die meisten den Bundesrat unterstützen.
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  • Kommentar von Thomas Renner  (sigma2)
    Also die Schaustellerei und die Marktfahrer sind jetzt nicht gerade das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Ich für meinen Teil kann gut darauf verzichten. Natürlich ist es für Betroffene nicht leicht, aber es gibt wichtigere Industriezweige.
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    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Es geht nicht drum, wie wichtig der Industriezweig ist, sondern darum, dass Menschen, die zT über Generationen ein Geschäft und einen Lebensunterhalt erarbeitet haben, plötzlich unverschuldet auf der Strasse stehn. Ich für meinen Teil kann zB auch sehr gut auf Aktionäre verzichten, die sich jetzt, selbst in diesen Zeiten Dividenden auszahlen lassen. Kann auch gut auf Fussball- und Eishockey-Clubs verzichten, deren Protagonisten nun ihre hohen Saläre von der Allgemeinheit vergütet bekommen. (...)
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    2. Antwort von Kurt Anliker  (Schafhirt)
      So arrogant möchte ich auch mal schreiben können. Sie haben wohl übersehen, dass ohne das Fussvolk das "Rückgrat der Schweiz" auch kein Fleisch mehr am Knochen hat.
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    3. Antwort von Leander Eyer  (Leander)
      Es geht hier nicht darum zu urteilen wie wichtig eine Berufsgruppe ist, sondern um Solidarität und Zusammenhalt. 99% der Bevölkerung würde eine Corona Erkrankung überleben. Wir schränken uns alle ein, weil wir das restliche 1% nicht opfern (80'000 mögliche Tote). Diese Solidarität funktioniert aber nur, solange wir auch im Gegenzug den wirtschaftlich betroffenen helfen, sonst müssen wir uns nicht wundern wenn gegen die Massnahmen demonstriert wird und sich Leute nicht an die Regeln halten.
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    4. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Leander, immer noch bei 1% Letalität? Die erste mir bekannte Messung (Heinsberg) kam auf etwa 0.37. Beim Ausbruch wusste man noch nichts von der Gefahr - die Vorsicht insbesondere der Vulnerablen (und gute Schutzkonzepte für die Pflegeheime) dürften die Zahl noch deutlich senken. Hinweise auf die hohe Dunkelziffer und viel frühere Verbreitung als man angenommen hatte gab es freilich schon Anfang März. Dass immer noch die alten, grobvorsichtigen Schätzungen umgehn, ist schon ein wenig sonderbar.
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  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Ich freu mich schon auf RAV und Sozialamt. Ihr könnt mich dann auch 'asozial' schreien... hab jetzt schon 2 Monate praktisch keine Arbeit, man kann sich daran gewöhnen. (...)
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Arbeiten sie für einen Schausteller?
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    2. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Nein, ich hab ein selbständiges Marktgeschäft, ohne Schulden aufgebaut und 20 Jahre betrieben. (gehabt....)
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    3. Antwort von Markus Bossert  (EEE)
      Immerhin in einem Bereich steigt der Personalbedarf massiv:
      Beim RAV.

      Wer arbeitslos ist, bewirbt sich wohl am besten als Sachbearbeiter beim RAV. Da sind die Chancen zurzeit wohl am grössten, eine neue Stelle zu kriegen.
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