Burgen und Schlösser Der Ritterorden von Neu-Bechburg

Einmal im Jahr schlägt der «Graf von Bechburg» altgediente Helfer zum Ritter. Der Oensinger Ritterorden von Schloss Neu-Bechburg zählt bereits über 80 Mitglieder. Einfach ist die Aufnahme in den Orden nicht. Bewerber müssen dafür viele Dutzend Stunden Fronarbeit leisten.

Hansruedi Baumgartner ist der «Graf von Bechburg». Der 81-Jährige übernahm das Amt im Jahr 2015 von seinem Vorgänger. Und als Graf ist er dafür zuständig, dass Bewerber zum Ritter geschlagen werden. Es sei bei weitem kein Geheimorden, lacht Baumgartner.

Zum Ritter geschlagen werden Oensinger Seniorinnen und Senioren, wenn sie 100 Stunden bei der Arbeit im Park von Schloss Neu-Bechburg mitgeholfen haben. Die rüstigen Rentnerinnen und Rentner pflegen das drei Hektare grosse Waldstück, halten Gehwege in Stand, spalten Holz für den Grillplatz oder putzen Teiche und Biotope im Park.

Verliehen wird die Auszeichnung durch die Bürgergemeinde Solothurn. Bei der nächsten Zeremonie Anfangs Mai kann der Graf drei weitere Helferinnen und Helfer zu Ritterin und Ritter schlagen.

Dank Weisswein auf die Idee gekommen

Entstanden sei die Idee für den Orden Ende der 1970er-Jahre, erklärt Waldemar Bobst, einer der ersten «Ritter von Bechburg» Er amtete damals als Präsident des Schlossparks, nachdem das Schloss Neu-Bechburg einige Jahre zuvor an eine Stiftung übergegangen war.

Die Bürgergemeinde Oensingen habe deshalb Freiwillige gesucht, die bei der Pflege des Schlossparks mithelfen, so Bobst. In einer Runde mit ein paar Flaschen Weisswein am Oensinger «Zibelimäret» sei die Idee des Ritterodens für Park-Helfer entsprungen.

Nach einem Fernsehbeitrag über die erste Verleihung der Ritterwürde sei das Interesse an der Mithilfe im Schlosspark angestiegen, erinnert sich Waldemar Bobst. Der Oensinger Ritterorden trifft sich einmal im Jahr bei der Aufnahme neuer Ritter – und natürlich bei der monatlichen Arbeit im Schlosspark.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 12:03 Uhr)