Mordfall Rupperswil Der Vierfachmörder von Rupperswil wird angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat den geständigen Vierfachmörder von Rupperswil am Donnerstag angeklagt. Jetzt geht der Fall ans Gericht.

Wohnhaus mit Trauerkerzen auf der Strasse Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die brutale Tat in diesem Einfamilienhaus hat das Dorf Rupperswil und die ganze Schweiz erschüttert. Keystone

Die Anklage lautet auf mehrfachen Mord, mehrfache räuberische Erpressung, mehrfache Geiselnahme, mehrfache sexuelle Nötigung und mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau mitteilte. Zudem werde der 34-jährige Mann wegen weiterer Delikte wie Pornografie angeklagt.

Der Mordfall bewegte im Dezember 2015 die ganze Schweiz: Am Morgen des 21. Dezember hatte der geständige Täter eine Mutter, ihre beiden 13- und 19-jährigen Söhne sowie die 21-jährige Freundin eines Sohnes getötet und danach im Einfamilienhaus in Rupperswil Feuer gelegt.

Auflösung fünf Monate nach der Tag

Der ungewöhnlich brutale Fall beschäftigte die Aargauer Ermittlungsbehörden intensiv. Unter anderem wurde auch eine Belohnung für Hinweise über 100'000 Franken ausgesetzt.

Schliesslich konnte der Beschuldigte im Mai 2016 in einer gezielten Aktion verhaftet werden. Er hat die Tat kurz danach vollumfänglich gestanden und sitzt im vorzeitigen Strafvollzug. In den ersten Monaten wurde der Mann in Haft rund um die Uhr bewacht. Die Behörden wollten so einen möglichen Suizid verhindern.

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass der Mann aus Rupperswil sich mit einer List Zugang zum Haus verschafft habe. Dann zwang er die Mutter, die Kinder zu fesseln. Anschliessend musste sie an einem Bankomaten Geld abheben.

Der Mann verging sich an einem der Söhne sexuell, tötete anschliessend alle vier Opfer und zündete das Haus an. Die Polizei fand beim Beschuldigten später einen Rucksack mit Seilen, Kabelbindern, Klebeband und einer Waffe. Sie ging davon aus, dass der Mann weitere Taten geplant hatte.

Pistole, Klebeband, Stricke, Kabelbinder auf Polizeifotos Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ermittler fanden beim geständigen Täter Utensilien für weitere mögliche Verbrechen. Keystone/Kantonspolizei Aargau

Er ist ein Einzeltäter

Die inzwischen durchgeführten Ermittlungen hätten ergeben, dass der Beschuldigte als Einzeltäter gehandelt habe, so die Staatsanwaltschaft.

Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, habe man allerdings nicht gefunden. Der Mann habe es nach der Tat in Geschenkpapier eingewickelt und in einem öffentlichen Abfalleimer in der nahen Stadt Aarau entsorgt, so die Aussage des geständigen Täters.

Die Behörden haben «umfangreiches kinderpornografisches Material» sichergestellt auf den elektronischen Geräten des Täters. Allerdings habe man keine Hinweise gefunden, dass sich der Beschuldigte vor seiner Tat in Rupperswil jemals einem Kind genähert habe in sexueller Absicht.

Termin für Gerichtsprozess noch offen

Noch offen ist, wann die Gerichtsverhandlung stattfindet. Auch das geforderte Strafmass bleibt unbekannt, die Staatsanwaltschaft will ihre Anträge erst im Laufe des Prozesses bekannt geben.

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FOKUS: Das Grauen von Rupperswil

4:07 min, aus 10vor10 vom 13.5.2016