«Die Aargauer Wirtschaft wird überdurchschnittlich wachsen»

In ihrem Wirtschaftsausblick für den Kanton Aargau vergibt die UBS Bestnoten. Im Wettbewerb mit den anderen Kantonen landet der Aargau auf Platz 4, knapp hinter Zug, Zürich und Basel Stadt. Der Kanton Solothurn ist und bleibt Durchschnitt.

Der Kanton Aargau ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort, dies betont nicht nur UBS-Chefökonom Daniel Kalt. Dies sieht beispielsweise auch der Geschäftsführer des Internet-Dienstleisters «Green.ch» so. Besonders hervorgehoben wird von Daniel Kalt die gute Lage, nahe der grossen Wirtschaftszentren wie Basel oder Zürich, die vernünftigen Immobilienpreise aber auch die Industrie-Tradition des Kantons.

Industriesektor als Herausforderung und Stärke

Ein Arbeiter von Alstom mit blauem Arbeitskittel an einem Laufband in der Fabrik in Birr. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Aargau spielt der Industriesektor nach wie vor die Hauptrolle. Im Bild ein Arbeiter von Altsom im Werk in Birr. Keystone

Tatsächlich ist die Industrie im Aargau der zentrale Wirtschaftsfaktor. Der Dienstleistungssektor spielt eine zunehmende aber dennoch untergeordnete Rolle. Der starke Fokus auf der Industrie birgt auch Risiken. So leidet der Aargauer Industriesektor nach wie vor unter den Folgen der letzten Rezession im Euro-Raum ab 2012.

Die Industriefirmen sind häufig sehr abhängig vom Export nach Europa. Der starke Franken könnte auch im Rahmen der weiteren Entwicklung der Krim-Krise eine Herausforderung darstellen für die Aargauer Industriefirmen, betont Daniel Kalt im Gespräch mit Radio SRF.

Dennoch sollte der Aargau weiterhin auf die Industrie setzten, so Kalt. Es seien Sektoren, welche eine starke Wertschöpfung bringen. Ein guter Mix zwischen Industrie- und Dienstleistungssektor sei das Ziel, erklärt Kalt. Dem pflichtet auch der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann bei.

«  Die Industrie ist im Aargau das Hauptstandbein. Wir müssen alles dran setzten, dass sie konkurrenzfähig bleibt. »

Urs Hofmann
Aargauer Volkswirtschaftsdirektor

«Die Industrie ist im Aargau das Hauptstandbein. Wir müssen alles dran setzten, dass sie konkurrenzfähig bleibt». Der Dienstleistungssektor soll in diesem Zusammenhang dann auch vor allen Dingen in jenen Bereichen gefördert werden, welche mit der Industrie eng verknüpft sind, wie der Forschung, der Entwicklung oder sonstigen Serviceleistungen. Darin sind sich der UBS-Chefökonom und der Volkswirtschaftsdirektor einig.

Rosige Prognose für den Aargau

Trotz herausforderndem Umfeld rechnet Daniel Kalt von der UBS damit, dass der Kanton Aargau auch im Vergleich mit anderen Kantonen weit vorne bleiben wird. Aktuell liegt der Kanton Aargau in einer Wettbewerbs-Studie der UBS auf dem vierten Platz, hinter Zug, Zürich und Basel Stadt. Und für die Zukunft stellt Kalt eine hervorragende Prognose.

«  Wir gehen davon aus, dass der Aargau einer der Kantone sein wird, derin den nächsten fünf bis zehn Jahren überdurchschnittlich wachsen kann. »

Daniel Kalt
UBS-Chefökonom

«Wir gehen davon aus, dass der Aargau einer der Kantone sein wird, derin den nächsten fünf bis zehn Jahren überdurchschnittlich wachsen kann». Kalt rechnet mit einem Wachstum von 2,5 Prozent pro Jahr, klar über dem schweizweiten Durchschnitt.

Durchschnitts-Kanton Solothurn

Beim Kanton Solothurn rechnet Daniel Kalt eher mit einem durchschnittlichen Wachstum. Der Kanton liegt im Wettbewerbs-Ranking der UBS auch genau im Mittelfeld und wird sich laut Prognosen analog zur Schweizer Gesamtwirtschaft entwickeln.

In der Vergangenheit litt der Kanton Solothurn unter den Herausforderungen für den Industriesektor, welcher im Kanton Solothurn wie auch im Aargau einen grossen Stellenwert einnimmt. Als ausbaufähige Bereiche nennt Kalt die wieder boomende Uhrenindustrie aber auch der ideale Standort für Logistik- und Handelsunternehmen.