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Aargau Solothurn Fahrlässige schwere Körperverletzung: Philipp Müller verurteilt

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat FDP-Ständerat Philipp Müller wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen und einer Busse von 10'000 Franken verurteilt.

Philipp Müller, damals noch Präsident der FDP Schweiz und Nationalrat, war am 10. September 2015 in Lenzburg mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn geraten. Dabei kollidierte er frontal mit einer korrekt entgegenkommenden Motorradlenkerin.

Die junge Frau zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Die Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Beschuldigte an jenem späten Nachmittag seinen Personenwagen gelenkt hatte, obwohl er wegen einer ihm damals noch nicht bekannten Schlafapnoe übermüdet war, teilte die Aargauer Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Diese Übermüdung habe der Beschuldigte auf seiner Fahrt zwar nicht bewusst wahrgenommen. Er hätte sich dessen jedoch bewusst werden müssen, da während der Fahrt mehrere Male die Spurhalte- und Bremsassistenz tätig wurden.

Dash-Cam ausgewertet

Der Spurhalte-Assistent warnt den Fahrer eines Fahrzeuges vor dem Verlassen der Fahrspur auf einer Strasse. Die Systeme beobachten das Verhalten des Fahrers und werten aus, ob das Auto seine Spur mit oder ohne Einverständnis des Lenkers verlässt.

Zu ihren Erkenntnissen gelangte die Staatsanwaltschaft durch die Auswertung der im Auto von Müller angebrachten Dash-Cam. Diese Dash-Cam und ein aufgrund dieser Aufzeichnungen erstelltes verkehrstechnisches Gutachten trugen laut der Behörde viel zur Klärung dieses Verkehrsunfalls bei.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Müller hat vorsorglich Einsprache erhoben.

Bleibende Beschwerden

Die schweren Verletzungen des Opfers machten mehrere Operationen und mehrmonatige stationäre Behandlungen und Rehabilitationen nötig. Trotzem werde der Unfall «teils bleibende Beschwerden hinterlassen», schreibt die Aargauer Staatsanwaltschaft.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Stellen wir uns einmal vor, Philipp Müller wäre ein SVP-Politiker.....! Hier könnten wir sicher schon 200 verunglimpfende Einträge und Rücktritts-Forderungen lesen! Hoffen wir, dass der ehemalige FDP-Präsident und heutiger Ständerat sein "Möglichstes" tun wird, um der verletzten jungen Frau wieder Lebensfreude, Mut und vorallem eine vollständige Genesung zu ermöglichen! Ein solcher Unfall könnte übrigens jedem(r) Autofahrer(in) im Leben passieren, ohne eine(n) wichtigen Politiker(in) zu sein!
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  • Kommentar von S. Meier (SM)
    Von dieser Busse hat die junge Frau leider nichts. Mich würde interessieren wie es dem Opfer geht und was Herr Müller unternommen hat, damit es der jungen Frau wieder besser geht.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Komisch. Das Gericht setzt bei AutofahrerInnen schon voraus, dass sie korrekte Selbstdiagnosen fällen. Mir war Schlafapnoe völlig unbekannt - hätte mir auch passieren können. Gute Besserung der Frau!
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